Neuer Club

Bunker am Döppersberg: Nun kommt der Deckel drauf

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Hier soll demnächst getanzt werden — dann wird es aber wieder eine Decke geben.

WUPPERTAL Der Club am Döppersberg könnte in einem Jahr öffnen. Pavillons werden später fertig.

Von Katharina Rüth

Noch gibt es ein großes Loch im Wupperpark Ost — über der künftigen Tanzfläche des Clubs unter der Erde. Auf rund 300 Quadratmetern wurde die dicke Decke des Bunkers aufgeschnitten, damit im Tanztempel unter einer hohen Decke die richtige Atmosphäre entstehen kann. Das Gießen einer neuen Decke gehört zu den nächsten Schritten auf der Baustelle. Bauherr Markus Riedel hofft, dass der Club im Herbst 2020 eröffnen kann, für die Pavillons wird es wohl noch etwas länger dauern.

Auf der Fläche an der B7 zwischen Brausenwerth und Geschäftsbrücke baut die Tiefbunker Brausenwerth GmbH & Co. KG um die Brüder Markus und Thomas Riedel den unterirdischen ehemaligen Weltkriegsbunker zu einem Club um – bevor überirdisch zwei Pavillons entstehen können. In den einen Info-Pavillon sollen Wuppertal Marketing und eine Gastronomie ziehen und in den anderen das Café Cosa – die Anlaufstelle für Menschen aus der Drogenszene.

Von der Wirtschaftsförderung, die das Projekt eng begleitet, heißt es: „Alle notwendigen Rückbauarbeiten sind bereits umgesetzt.“ Nach dem Einschnitt in die Decke seien die Decken statisch verstärkt worden, auch die Leitungen für den Club und die Pavillons seien verlegt, „so dass wesentliche Schritte abgeschlossen sind“, erläutert Rolf Volmerig, Vorstand der Wirtschaftsförderung.

Durch den Umbau wird der Raum 4 Meter hoch

Bauherr Markus Riedel sagt: „Wir warten gerade auf den Beton für den Rohbau“. Damit meint er die neue Decke und einige zusätzliche Wände. Danach sollen die beiden Treppenhäuser inklusive Aufzug folgen, die vom Club in die Pavillons und beim Info-Pavillon auch auf die geplante Dachterrasse hinaufführen.

Markus Riedel erklärt, warum sie den Bunker aufgeschnitten haben: „Der Bunker war 2,60 Meter hoch, durch Installation an der Decke landen wir bei 2,30 Meter. Das funktioniert für einen Club nicht.“ Sie hätten entweder den Boden abtragen oder die Decke öffnen können. Und sich für Letzteres entschieden, weil die andere Möglichkeit noch mehr Folgen für die Statik des Bauwerks gehabt hätte. Jetzt werden die Besucher auf der Tanzfläche vier Meter Höhe erleben.

Ab Januar sollen im Bunker Einbauten und Installationen folgen, „bis Mai geht es dann Schlag auf Schlag“, so Riedel, dann kämen Lüftung, Verkabelung und die Möblierung.

Der Bauantrag für die Pavillons sei abgegeben. Nach der Genehmigung könnten die Arbeiten ausgeschrieben werden. Wegen der Diskussion um Bäume auf dem Gelände verzögerte sich alles.

Eine besondere Herausforderung sei auch, auf der 50 bis 100 Zentimeter hohen Schicht über dem Bunker alle notwendigen Einrichtungen unterzubringen wie Lüftungsschächte, Rohre zur Ableitung des Regenwassers und andere Leitungen und dabei Platz zu lassen für eine Bepflanzung.

Drogenszene nimmt den Ausweichstandort nicht an

BUNKER

HISTORIE Der Bunker wurde 1942 als Luftschutzbunker erbaut. Nach dem Krieg diente er als Notunterkunft, zuletzt als Lager und Übungsraum für Feuerwehr und Katastrophenschutz.

DATEN Die Grundfläche beträgt 2300 Quadratmeter. Die Außenwände sind 1,80 Meter dick, die Decke 1,70 Meter.

Auf Daten für eine Fertigstellung will sich Markus Riedel noch nicht festlegen. Er hofft, dass sie im Frühjahr ein konkretes Datum für die Cluberöffnung möglicherweise im Herbst 2020 nennen können. Für den Betrieb bräuchten sie bis zu einem halben Jahr Vorlaufzeit, um etwa DJs zu buchen. Bei den Pavillons ist er noch vorsichtiger, sehe deren Fertigstellung eher erst Anfang 2021.

Dass sich die Eröffnung des Café Cosa möglicherweise weiter verzögert, „erfüllt mich mit großer Sorge“, sagt Sozialdezernent Stefan Kühn. Denn es fehle der Anlaufpunkt für Menschen aus der Drogenszene. Der Rat habe zwar zusätzliche Streetworker-Stellen genehmigt, aber es fehle ein Platz im Trockenen und die Möglichkeit des Wäschewaschens. Der Ausweichstandort an der Friedrich-Engels-Allee werde nicht angenommen: „Das zeigt, dass wir einen solchen Punkt in der City brauchen.“

Kühn betont dennoch, das Projekt des Bunkerumbaus zu einem Club sei „total richtig und gut“. Der Clubbetrieb werde den Bereich beleben und für mehr soziale Kontrolle sorgen. „Das ist eine wahnsinnige Chance für Wuppertal.“

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