Outlet-Center

Wuppertal befragt 200 Händler zum DOC

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Das Meinungsbild von 200 Einzelhändlern in der Elberfelder City soll der Wuppertaler Politik im DOC-Streit als Grundlage für eine Entscheidung zum Klageverzicht dienen. 

REMSCHEID Im November berät Wuppertaler Rat über das Ende der Klagen gegen das Großprojekt in Remscheid. Er soll ein Meinungsbild erhalten.

Von Frank Michalczak

Remscheid. Rund 200 Wuppertaler Einzelhändler können in den nächsten Wochen auf einem Fragebogen darlegen, was sie vom geplanten Designer Outlet Center (DOC) in Lennep halten. Das Meinungsbild, das die Verwaltung der Nachbarstadt aus ihren Antworten gewinnt, soll den dortigen Politikern die Entscheidungsgrundlage liefern, ob sie den Klageverzicht gegen das DOC in Remscheid aussprechen.

Im Kern geht es darum, inwiefern die Händler in Wuppertal negative Auswirkungen durch das Lenneper Center für ihr Geschäft befürchten. Wie Wuppertals OB Andreas Mucke (SPD) im Gespräch mit unserer Zeitung berichtet, soll der Fragebogen in den nächsten Tagen versandt werden. „Er wird drei Fragen erhalten. Diese werden noch in der Verwaltung abgestimmt.“

Unter anderem würden die Händler über die geplanten Verkaufsflächen im DOC informiert, die Investor McArthurGlen in einigen Sparten, wie Textil und Sportartikel, reduziert hat. Dazu hatte das Unternehmen Verhandlungen mit der Stadt Wuppertal geführt. „Wir wollen Transparenz“, sagt Mucke. Dazu zähle, dass im Fragebogen die ursprünglich geplanten Quadratmeterzahlen für Sortimente im DOC und das Verhandlungsergebnis gegenüber gestellt werden.

Befragt werden nach Angaben der Wuppertaler Stadtverwaltung Händler in den Sortimenten Bekleidung, Schuhe/Leder, Haushaltswaren/Porzellan/Keramik in den zentralen Versorgungsbereichen Elberfeld und Barmen. Zudem werden alle Sporteinzelhändler in der Nachbarstadt um ihre Meinung gebeten.

Mucke zeigt Verständnis für den Standpunkt Remscheids

Aber: Was wird, wenn dabei Gegenwind für das Remscheider DOC spürbar wird, mit dem eine Investition von 165 Millionen Euro verbunden ist? Mucke will sich bei diesem Szenario nicht festlegen. „Was bei der Umfrage herauskommt, kann ich nicht vorhersagen. Mitarbeiter unserer Verwaltung und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft werden die Antworten auswerten. Wir haben dazu einen Auftrag aus dem Stadtrat erhalten.“

Das Ganze mündet in einem Bericht für die Ortspolitiker Wuppertals und in einer neuen Beschlussvorlage des Rathauses, über die der Rat abstimmen sollen. Finaler Termin dürfte die Sitzung am 18. November sein.

GIPFELTREFFEN

GESPRÄCHE Wuppertals OB Andreas Mucke will den Vorschlag von DOC-Investor McArthurGlen aufgreifen und eine Spitzenrunde einberufen. Daran sollen der Wuppertaler Ratsfraktionen ebenso teilnehmen wie die Spitzen der Rathäuser aus Remscheid und Wuppertal sowie McArthurGlen.

Dabei zeigt sich OB Mucke durchaus optimistisch, dass es zu einem Klageverzicht kommen wird. Er verweist darauf, dass durch die Verhandlungsergebnisse mit McArthurGlen die Angelegenheit in Bewegung geraten sei. „Ich wünsche mir, dass das hinhaut. Denn ich kann natürlich auch den Remscheider Standpunkt verstehen. Das DOC ist für die Stadt das zentrale Entwicklungsprojekt, von dem vieles abhängt.“ Dabei hofft er, dass die Debatte sachlich geführt werde, die zuletzt von einer großen Emotionalität geprägt gewesen sei.

Remscheids OB Burkhard Mast-Weisz (SPD) vermisst eine „stringente Linie“ beim Thema Klageverzicht. „Der Handelsverband und die Bergische IHK haben sich klar für das DOC positioniert. Und es ist doch sehr zweifelhaft, ob ein Fragebogen die komplexen Sachverhalte darstellen kann.“

Mast-Weisz: Unsere Geduld ist am Ende

Zudem habe es zuletzt Verhandlungen zwischen der Interessengemeinschaft 1, die den Elberfelder Einzelhandel repräsentiert, und McArthurGlen gegeben. „Dem Vernehmen nach wurde eine Einigung erzielt“, so Mast-Weisz. Er ist entschlossen, juristische Wege zu gehen, wenn es sein muss. „Wenn die Wuppertaler nicht auf die Klage verzichten, dann sehen wir uns eben im Oberverwaltungsgericht.“ Allerdings müsste klar sein, dass es dann nicht um das Kompromissergebnis bei den Verkaufsflächen gehe, sondern um die ursprünglichen Pläne. „Es wird keine Nachverhandlungen mehr geben. Unsere Geduld ist am Ende.“

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