Bauarbeiten

Ausbau der L 419: Vorbereitende Arbeiten sollen dieses Jahr beginnen

Die Gegner der Pläne kündigen Klagen an.
+
Die Gegner der Pläne kündigen Klagen an.

Bürgerinitiative kritisiert den Ausbau. Im Oktober wurden 300 Einwände erörtert.

Von Andreas Boller

Wuppertal. Die Aktion „Ronsdorfer für die L 419“ erwartet bis Mitte des Jahres den Feststellungsbeschluss für den Ausbau der L 419 im Bereich zwischen dem Lichtscheider Kreisel und der Blombachtalbrücke. „Nach einem Gespräch mit Mitarbeitern des Verkehrsministeriums und des Landesbetriebs Straßen NRW gehen wir davon aus, dass mit vorbereitenden Arbeiten noch in diesem Jahr begonnen werden kann“, sagt Wolfgang Luchtenberg, Sprecher der Initiative.

Die Kritiker des geplanten Ausbaus hatten zuletzt Ende November in einem Schreiben an Ministerpräsident Hendrik Wüst ihren Protest gegen die Ausbaupläne bekundet und mit Klagen gedroht. Im Oktober waren in einem zweitägigen, nicht öffentlichen Termin rund 300 Einwände, die von Bürgern, Vereinen und Institutionen gegen die Pläne vorgebracht wurden, erörtert worden. Die Ergebnisse des Erörterungstermins werden aktuell von der Bezirksregierung und dem Landesbetrieb bearbeitet und bei positivem Bescheid in die Planung eingepflegt.

Im gesamten Streckenverlauf vom Lichtscheider Kreisel bis zur A 1 sei ein Tempolimit von 100 km/h vorgesehen, so Luchtenberg. Zur Vorbereitung der späteren Bauphase werde zunächst ein Nadelöhr entschärft, das in der ersten Bauphase (Lichtscheider Kreisel bis Erbschlöer Straße) entstehen würde.

Vorgesehen sei, dass die Zufahrt von der Blombachtalbrücke auf Werbsiepen/Linde verbreitert werden soll, damit der Verkehr besser von der Brücke abfließt und somit größere Rückstaus vermieden werden. Im weiteren Verlauf Richtung A 1 werde die Straße Linde dort, wo sie wieder einspurig wird, auf zwei Spuren verbreitert, so dass auch dort ein Nadelöhr vermieden werden könne. „Diese Spuren sollen nach Abschluss des Ausbaus wieder zurückgebaut werden“, so Wolfgang Luchtenberg.

Kritiker des Ausbaus sprechen von Planungsirrsinn

Die Bürgerinitiative „Keine Autobahn durch Ronsdorf“ hat mit einer Stellungnahme auf die Pressemitteilung reagiert. Dies sei das Eingeständnis, dass sich nach dem Ausbau des ersten Bauabschnitts vom Lichtscheider Kreisel bis zur Erbschlöer Straße vor der Blombachtalbrücke unvermeidlich Staus bildeten, die so lange anhielten, bis der 2. Bauabschnitt – der Anschluss an die A 1 – fertiggestellt sei.

„Es gibt also Staus während der Bauzeit des ersten und des zweiten Bauabschnitts – das sind Jahre, in denen Verkehrsteilnehmer und Anwohner wegen einer völlig verfehlten Planung den Auswirkungen dieses Planungsirrsinns ausgesetzt sind. Statt – wie jeder vernünftige Mensch einsehen wird – mit dem 2. Bauabschnitt zu beginnen und möglichst zeitnah den 1. Bauabschnitt daran anzuschließen, hat man es umgekehrt gemacht, allein nur deswegen, um nach Fertigstellung des 1. Abschnitts die L 419 zur Bundesstraße aufzustufen, damit der Bund dann den 2. Abschnitt finanziert“, heißt es auf der Internetseite.

Die Kritiker des Projekts lehnen den Ausbau der L 419 grundsätzlich ab. Die neue Bundesregierung lasse mit vielen Millionen Euro eine absehbar überflüssige Autobahn bauen. Die Initiative hatte Klagen gegen einen Planfeststellungsbeschluss angekündigt.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Coronavirus: Den Kobold von Vorwerk gibt´s jetzt per Telefon und Internet
Coronavirus: Den Kobold von Vorwerk gibt´s jetzt per Telefon und Internet
Coronavirus: Den Kobold von Vorwerk gibt´s jetzt per Telefon und Internet
Kleinkind aus Wuppertal nach Grillunfall mit Rettungshubschrauber in Spezialklinik geflogen
Kleinkind aus Wuppertal nach Grillunfall mit Rettungshubschrauber in Spezialklinik geflogen
Kleinkind aus Wuppertal nach Grillunfall mit Rettungshubschrauber in Spezialklinik geflogen
Nach Betrugsdelikt: Polizei sucht Tatverdächtigen
Nach Betrugsdelikt: Polizei sucht Tatverdächtigen
Nach Betrugsdelikt: Polizei sucht Tatverdächtigen

Kommentare