Wuppertaler Zoo

Aralandia: Besucher des Grünen Zoos sind erstmals auf Augenhöhe mit den Aras

Die Freifluganlage kann betreten werden. Archivfoto: Andreas Fischer
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Die Freifluganlage kann betreten werden. Archivfoto: Andreas Fischer

Derzeit dürfen nur 35 Besucher gleichzeitig die Anlage betreten. Viele Gäste kommen auch von außerhalb nach Wuppertal, um die Freiflugvoliere Aralandia zu erleben.

Von Martin Lindner

Gabi Hoensch hat diesem Tag entgegengefiebert: Ab Freitag öffnete die Freiflugvoliere Aralandia im Grünen Zoo Wuppertal ihre Pforten für Besucher. Die 58-jährige Frau aus Menden im Sauerland, die in ihrer Heimatstadt selber 23 Vögel hält, ist ein leidenschaftlicher Papageien-Fan. „Für mich ist es gigantisch, hier zu sein und die großen Papageien so nah zu sehen“, schwärmt sie, am Wasserfall in der Anlage stehend und mit verträumtem Blick die blauen Hyazinth-Aras beobachtend.

Die Freundinnen Julia Loskill aus Düsseldorf und Yvonne Peters aus Bochum stehen derweil noch vor der Anlage und warten darauf, hineingelassen zu werden. Hygiene-Guide Sabrina Czarnetzki hält über das Walkie-Talkie Kontakt zu ihrer Kollegin am Ausgang: Wenn zum Beispiel drei Personen Aralandia verlassen, dürfen drei neue Gäste die Anlage über Türen, die automatisch öffnen und schließen, betreten. „Ich habe, als sich Aralandia noch im Bau befand, immer versucht, einen Blick zu erhaschen. Ich bin sehr gespannt“, so Loskill.

Speed-Dating“ für die Aras

Als „erstes Speed-Dating Europas“ bezeichnet Zoodirektor Arne Lawrenz die neueste Attraktion im Tierpark, die Corona-bedingt über ein Jahr später als ursprünglich geplant für den Publikumsverkehr geöffnet wurde. Denn der Sinn von Aralandia ist es, die Riesenpapageien zu züchten und die bedrohten Tiere nachher auch wieder in ihrem natürlichen Lebensraum auszuwildern – als Beitrag für den Natur- und Artenschutz. Bisher sind die Zuchterfolge in Europa eher mager. „Bei Aras muss Liebe im Spiel sein“, schlussfolgert Lawrenz. In einer größeren Gruppe wie in Aralandia könnten sich die Paare selbstständig finden und eine Beziehung eingehen.

Der Tierarzt geht davon aus, dass sich mittlerweile schon drei „harmonierende Pärchen“ gebildet haben. Aufgrund technischer Probleme sei der Nachweis darüber noch nicht zweifelsfrei möglich. Wie sich die Tiere verhalten, also ob sie sich wie Menschen auch trennen und nachher wieder zusammenkommen, oder ob es bei ihnen so etwas wie „Liebe auf den ersten Blick“ gibt, soll noch eingehend untersucht werden, so Lawrenz. Die Forschung arbeite diesbezüglich noch viel mit Hypothesen. Die neue Anlage soll ihren Tribut leisten, um Licht ins Dunkel zu bringen.

Geburtsstunde der Idee von Aralandia

Aktuell bevölkern 10 Hyazinth-Aras, 18 Chile-Flamingos, 15 Sonnensittiche und ein Pudu (die kleinsten Hirsche der Welt) Aralandia. Dass die Aras sich in der Anlage wohl fühlen, können die Tierpfleger bei den Fütterungen beobachten und daran sehen, wie die Vögel miteinander herumtollen und herumfliegen. „Wir hatten im Zoo eine schlechte Haltung für Aras und waren uns bewusst, dass wir etwas Neues machen mussten“, beschreibt Lawrenz die Geburtsstunde der Idee von Aralandia, an der, wie er sagt, viele Spezialisten mitgewirkt haben.

Unser Artikel vom 22. Juli: Zoo öffnet Freiflugvoliere. Ab Freitag können die Gäste des Zoos unter Einhaltung der Corona-Regeln die Anlage betreten.

Wuppertal. Nachdem die Öffnung von Aralandia erneut verschoben wurde, will der Wuppertaler Zoo den Besuchern nun dennoch die Möglichkeit geben, die Freifluganlage in Form einer Preview endlich begehen und erleben zu können. Ab Freitag können die Gäste des Zoos unter Einhaltung der Corona-Regeln in begrenzten Besuchermengen die Anlage betreten. Bei Aralandia handelt sich um das größte Bauprojekt des Zoo-Vereins Wuppertal, welches von der vereinseigenen Zoo-Service Wuppertal GmbH in einem Kostenumfang von 6,4 Millionen Euro finanziert wurde.

Die offizielle Eröffnung der Freiflugvoliere soll zeitnah nachgeholt werden.

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