Building Information Modeling

A1: Zu Besuch auf der Baustelle Schwelmetalbrücke

Der Verkehr kann trotz der Bauarbeiten auf der A 1 weiter fließen. Foto: Anna Schwartz
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Der Verkehr kann trotz der Bauarbeiten auf der A 1 weiter fließen.

Wuppertal. Beim Teilneubau spielt das digitale Simulationsverfahren „Building Information Modeling“ eine wichtige Rolle.

Von Martin Hagemeyer

Kräne, die Material von insgesamt 500 Tonnen zu verladen haben, der Austausch gewaltiger Stahlträger erfolgt ohne Komplettsperrung: Der Teilneubau der Schwelmetalbrücke hat physisch massive Dimensionen. Eine zentrale Rolle spielt mit dem sogenannten „Building Information Modeling“ (BIM) aber auch ein digitales Simulationsverfahren. Die Fäden fürs Großprojekt laufen am Rechner zusammen – und sie tun es bereits seit der Vorplanung.

207 Meter lang überspannt die Brücke den Verkehr in Langerfeld im Bereich Dieselstraße. Rund 100 000 Kraftfahrzeuge passieren auf sechs Spuren jeden Tag das Bauwerk, das einmal Richtung Köln führt und entgegengesetzt nach Dortmund: eine enorme Belastung. Inzwischen gelten die zwei inneren Teile, die in den Jahren 1959 und 1960 errichtet wurden, als nicht mehr ausreichend tragfähig.

Seit Anfang 2020 wird an der Brücke gebaut

Unter Leitung der Projektmanagementgesellschaft Deges begann Anfang 2020 die Arbeit für den Ersatzneubau dieser Teile mit der Montage der Stahlkonstruktion. Heute ist der Rohbau praktisch fertig. Angegangen wird nun die Bodenplatte, wie Klaus Armbruster von der Bauüberwachung erklärt: Zwei Schichten sind auf den neuen Bahnen aufzutragen – Gussasphalt und eine Deckschicht. Leitplanken sind schon vorab zu montieren, was das Wichtigste voraussetzt: Die Basis steht.

Über BIM läuft, so die Macher, „der komplette Abstimmungsprozess“: Eine entscheidende Aufgabe der Methode ist demnach, die zahlreichen Arbeitsschritte und Partner zu koordinieren. Über jede Änderung an Details, zum Beispiel am Geländer, sind durchs digitale Markieren im Modell alle Beteiligten sofort auf dem aktuellen Stand. Auch etwa Kostenkontrolle oder Planung des Bauablaufs laufen über diese Technologie. Ganz neu ist sie zwar nicht, aber für den vollständigen Bau einer Autobahnbrücke gilt ihr Einsatz hier als bundesweit erstmalig.

Alexander Rensch vom ausführenden Bauunternehmen Hochtief ist bei diesem Projekt für BIM verantwortlich. Anschaulich zeigt er auf der Leinwand, wie die Animation funktioniert. Alte Bauteile sind in der grafischen Darstellung zu erkennen, dann der Eingriff in Bewegung und schließlich die neuen Teile: „Wie Sie sehen, ändert sich in dem Modell nur die Farbe.“ Sauber also, und am Ende ganz unmerklich.

Verkehr möglichst wenig beeinträchtigen

Besondere Herausforderung von Anfang an: Der Verkehr sollte durch die Maßnahmen möglichst wenig beeinträchtigt werden. Das betrifft den freien Fluss auf der A 1 selbst, aber auch den ICE-Betrieb auf den überbrückten Schienen. Hier brechen die Akteure auch eine Lanze für die zuweilen kritisierte Deutsche Bahn, die enorm vielgleisig planen müsse und daher zeitlich wenig Spielraum habe.

Beim Bau sollten die neuen Träger während der Bauphase beim Abbruch der alten einbezogen werden: als „Kranbahnträger“. Auf Hilfsstützen sollten sie für das Herablassen der neu erstellten Teile Verwendung finden. Schwindelerregend, nicht nur, wenn man selbst auf der Brücke steht.

Zu erwarten, dass diese Simulationstechnik schwere Belastungen beim Bau ersparen würde, wäre wohl übertrieben. Gefragt, ob ohne BIM etwa der Verkehr zum Erliegen gekommen wäre, bestätigen die Verantwortlichen das nicht: „Man sollte das nicht schwarz-weiß sehen“, so Simone Döll, Pressesprecherin von Deges. Ein wertvoller Vorzug des „Modeling“ ist demnach vielmehr die Dokumentation. Zumindest für die Managementgesellschaft ist dieser Bau mit BIM ein „Pilotprojekt“, und die hier gemachten und gespeicherten Erfahrungen sollen auch künftig von Nutzen sein.

Teilerneuern

Von den Teilelementen der Schwelmetalbrücke bleiben die äußeren Elemente erhalten, die 2006 ergänzt wurden. Somit läuft darüber während der Bauzeit unter anderem der Schwerlastverkehr der A 1 weiter.

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