Sunbird Images

Wülfrather entwickelt Natur-Apps

Der Wülfrather Peter Mullen ist promovierter Ornithologe und hat mit seinem Team von Sunbird Images mehr als 100 Natur-Apps entwickelt. Foto: Tanja Bamme
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Der Wülfrather Peter Mullen ist promovierter Ornithologe und hat mit seinem Team von Sunbird Images mehr als 100 Natur-Apps entwickelt.

Peter Mullen hat mit seinem Team von Sunbird Images eine Marktlücke aufgetan, die sie gemeinsam erfolgreich schließen.

Von Tanja Bamme

Wuppertal. In dem kleinen Fachwerkhaus am Kirchplatz 6 aus dem Jahr 1678 verbirgt sich eine echte Überraschung. Nur wenige wissen, dass sich dort der Firmensitz des Unternehmens Sunbird Images befindet, das in seiner Branche Marktführer ist. Denn Inhaber Peter Mullen und sein zehnköpfiges Team entwickeln seit Jahren Natur-Apps, von Baum- oder Vogelerkennung bis hin zu Wildbienen-Apps und Säugetierübersichten.

Der promovierte Ornithologe ist allerdings über Umwege auf seine jetzige Berufung gestoßen, denn Sundbird Images wurde bereits 2000 gegründet, allerdings als Fotoagentur. „Ich habe die Firma mit meinem Studienkollegen Georg Pohland ins Leben gerufen, weil wir gemeinsam der Naturfotografie verbunden waren. Wir sind viel gereist und haben unsere eigenen Bilder vermarktet. Mit den immer günstiger werdenden Fotoangeboten von großen Agenturen war der Markt für uns aber schnell dahin“, berichtet Peter Mullen, der zur Hälfte irische Wurzeln besitzt. Und obwohl das Land NRW das Start-up-Unternehmen zunächst für zwei Jahre förderte, konnten die beiden Gründer von ihrer anfänglichen Firmenidee irgendwann nicht mehr leben. Während Peter Mullen in der Unternehmensberatung Fuß fasste, teilweise sogar für zwei Jahre in Paris tätig war, zog es seinen Kommilitonen in den PR-Bereich. Erst 2009 sollten die beruflichen Wege der Freunde wieder zusammengeführt werden.

„Wir waren eine von insgesamt gerade einmal 80 000 Apps, die es gab. Heute gibt es mehrere Millionen“

Unternehmer Peter Mullen über seine erste Natur-App von 2009

„Uns rief ein Engländer an, der dabei war eine Baum-Bestimmungs-App für englische Bäume zu entwickeln und bat uns um Unterstützung. Als die App auf dem Markt war, steckte die App-Entwicklung noch in ihren Kinderschuhen. Wir waren eine von insgesamt gerade einmal 80 000 Apps, die es gab. Heute gibt es mehrere Millionen“, erklärt Peter Mullen.

Mit dem ersten Erfolg kam das Interesse, noch mehr Entwicklungen voranzutreiben. Mittlerweile weist das Portfolio des Unternehmens gut 100 Apps auf.

Für die Vogelbestimmungs-App mit dem NABU kooperiert

Darunter auch eine Vogelbestimmungs-App, die als bisheriges Flaggschiff der Firma gilt. In Zusammenarbeit mit dem NABU hat Sunbird Images über zweieinhalb Jahre eine intuitiv nutzbare Erkennungs-App entwickelt. „Wenn ich im Wald beispielsweise einen Vogel sehe, den ich nicht kenne, dann kann ich seine optischen Merkmale in die App eingeben und mir wird angezeigt, um welchen Vogel es sich handelt“, erklärt Mullen, der für die Entwicklung zahlreiche Fachbücher durchforstete.

Mit seinem Team und rund 100 freien Mitarbeitern arbeitete er an der Akquise für die App, die seit ihrer Veröffentlichung mehr als 800 000 Downloads verzeichnet. Und das, obwohl sie nicht einmal kostenlos ist. „Wir finanzieren uns sowohl durch den Verkauf von Apps, als auch durch Förderungen und Kooperationen“, so Mullen, der bei der Vogelbestimmungs-App allerdings die Bezahlvariante ausgewählt hat. Für einzelne Regionen zahlt der Kunde 25 Euro, die gesamte App kostet 80 Euro. Seit kurzer Zeit können die Vögel auch in 3D und lebensgroß mit dem Handy optisch in den eigenen Wohnraum projiziert werden.

In Zukunft möchte das Unternehmen weiter wachsen und Kooperationen mit Naturorganisationen aus der ganzen Welt fokussieren. Aber auch die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen schließt Peter Mullen nicht aus.

Mit der österreichischen Firma Swarovski, die eigentlich für ihren Schmuck bekannt ist, hat Sunbird Images beispielsweise ein Fernglas entwickelt, das Säugetiere erkennen kann und sich für den Abgleich mit dem Handy verbindet. Wer das Unternehmen besucht, der stößt auf ganz andere Besonderheiten, denn Peter Mullen hat zahlreiche Exponate bei sich ausgestellt. Darunter eine Vitrine aus der viktorianischen Zeit, die verschiedene Vogelarten darstellt. „Mein Kleinod in Wülfrath“, so Mullen.

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