Wintersemester

Wohnraum für Studierende wird knapper

An der Uni Wuppertal soll es auch wieder eine Führung für die Erstsemester geben.
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An der Uni Wuppertal soll es auch wieder eine Führung für die Erstsemester geben.

Das neue Wintersemester beginnt mit Sorgen um hohe Kosten.

Von Johanna Christoph und Alexandra Dulinski

Wuppertal. Der Semesterstart bedeutet für Erstsemester stets große Freude, Aufregung – und Veränderung. In diesem Jahr kommen aber noch weitere Sorgen und Unsicherheiten hinzu. Zwar wird größtenteils trotz anhaltender Corona-Pandemie in Präsenz unterrichtet. Steigende Energiepreise und die Suche nach bezahlbarem Wohnraum machen den Studenten aber zu schaffen.

Laut Sozialdezernent Stefan Kühn ist die allgemeine Situation auf dem Wohnungsmarkt schwieriger geworden. „Durch den Ukraine-Krieg gibt es mehr Zuzug. Das rare Gut Wohnen wird knapper“. Diese Entwicklung treffe auch Wuppertaler Studenten. „Wir brauchen dringend mehr Wohnraum in Wuppertal. Zum Glück müssen wir uns aber nicht mit anderen Städten vergleichen, wie Düsseldorf, Köln oder Münster. Da sind wir besser aufgestellt“, sagt er weiter.

Aktuell sei die Wohnungssituation in Wuppertal noch verhältnismäßig entspannt, findet Dilek Engin (SPD), stellvertretende Vorsitzende des städtischen Ausschusses für Schule und Bildung. Allerdings würden immer mehr Studenten aus Köln oder Düsseldorf in Wuppertal bezahlbaren Wohnraum suchen und pendeln, was auf lange Sicht den Wohnraum verknappe. Darüber hinaus gebe es zu wenige Plätze in den öffentlich geförderten Studentenwohnheimen. „Was wir brauchen, ist daher eine Offensive für studentisches Wohnen“, sagt sie.

Barbara Becker (CDU), Mitglied im städtischen Bildungsausschuss, sieht aktuell keine vorherrschende Wohnungsnot in Wuppertal für Studierende. „Es sind vielmehr die Nebenkosten, die es diesem Personenkreis immer schwerer machen, sich während des Studiums auf eigene Füße zu stellen“, sagt sie.

Die stark gestiegenen Kosten in sämtlichen Lebensbereichen treffen Studenten besonders. „Ich würde vorne und hinten nicht klar kommen, wenn ich keine Unterstützung meiner Familie bekommen würde“, erzählt Marah Hausmann, Lehramtsstudentin an der Bergischen Universität Wuppertal. Als Wissenschaftliche Hilfskraft sei ihr Gehalt verhältnismäßig gering, die gestiegene Miete und die Preise für Lebensmittel stellen auch sie vor große Herausforderungen.

Fabian Butz ist ebenfalls Lehramtsstudent an der Bergischen Uni Wuppertal. Zurzeit kommt er mit seinem Gehalt noch zurecht. In seinen Augen sei eine Deckelung der Energiepreise eine sinnvolle Maßnahme, „da es ansonsten kein Limit gibt nach oben hin mit den Preiserhöhungen, und man zwangsläufig nicht mehr mithalten kann“, sagt er. Darüber hinaus wünscht er sich mehr Unterstützung vom Staat. Die bisherigen Beschlüsse reichten noch nicht.

Neben den finanziellen Herausforderungen ist auch die Pandemie noch immer Thema. Insgesamt zeigen sich die Studenten glücklich darüber, dass an der Bergischen Universität wieder in Präsenz unterrichtet wird. Wie bereits im Sommersemester sind die Präsenzveranstaltungen der Regelfall, heißt es vom Presseamt der Universität. „Reine Online-Veranstaltungen finden allenfalls in gesondert zu begründenden Ausnahmefällen statt.“ Sollte es die Entwicklung erfordern, würden die Vorgaben entsprechend der bestehenden Konzepte wieder angepasst.

„Ich bin froh, dass Kurse wieder in Präsenz sind, weil einfach die Interaktion mit Kommilitonen gefehlt hatte und man sonst nur so für sich war“, sagt Fabian Butz.

Das sieht auch Marah Hausmann so. Gleichzeitig bedeute dies ein höheres Risiko, sich zu infizieren, da es ansonsten aktuell kaum Einschränkungen gebe. „Maskenpflicht würde ich jedoch in Hörsälen bevorzugen“, sagt sie.

Erstsemester

Bei den Feierlichkeiten in der Uni-Halle wurden 2225 Erstsemester begrüßt. Im Vorjahr waren es noch 2555. Die Rückgänge verzeichnen auch andere Unis landesweit. Die endgültigen Zahlen stehen aber erst am 1. Dezember zum Stichtag der Amtlichen Statistik fest – also nach dem Ende aller Nachrückverfahren und wenn Fach- und Uni-Wechsler ebenfalls umgeschrieben sind.

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