Überblick

Wo in Wuppertal Drohnen (nicht) fliegen dürfen

Patrick Lambertus hat eine Luftaufnahme von einem Wuppertaler Feld gemacht.
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Patrick Lambertus hat eine Luftaufnahme von einem Wuppertaler Feld gemacht.

Wuppertal. Tabu sind zum Beispiel die Schwebebahn und der Scharpenacken.

Von Alexandra Dulinski

Drohnen sieht man in Wuppertal immer mal wieder. Doch bei der Benutzung der Geräte ist Vorsicht geboten – nicht überall dürfen die kleinen Flugobjekte fliegen. Wo in Wuppertal welche Drohnen aufsteigen dürfen, ergibt sich aus EU- beziehungsweise Bundesrecht, erklärt die Stadt Wuppertal auf Nachfrage. Kommunale Drohnenverbotszonen gebe es daher nicht. „Ein Einsatz zum Beispiel über Bahnanlagen oder unbeteiligten Personen ist generell unzulässig oder muss vom Betreiber ausdrücklich genehmigt werden“, so die Stadt.

Patrick Lambertus ist mit seiner Drohne im gesamten Ruhrgebiet und Rheinland unterwegs – zweimal in der Woche, wie er erzählt. Als „Fliegender Kameramann“ macht er gewerblich Fotos für seine Kunden und kennt die rechtlichen Rahmenbedingungen. „Zu Verkehrsmitteln, Flüssen. Straßen –und Schienenverkehr sowie zu Bundesstraßen müssen mindestens 100 Meter Abstand eingehalten werden“, erklärt Lambertus.

Justizvollzugsanstalten dürfen nicht überflogen werden

Die Schwebebahn ist also tabu. „Unter der Schwebebahn liegt die Straße mit dichter Wohnbebauung. Da darf man sowieso nicht fliegen“, erklärt der Drohnenpilot. Möchte ein Eigentümer sein Wohnhaus verkaufen und Luftaufnahmen von seinem und den angrenzenden Grundstücken haben, müssen die Nachbarn zuvor um Erlaubnis gefragt werden. Dagegen, so mutmaßt er, zählt die Wupper aber nicht. „Sie ist kein Verkehrsweg wie der Rhein.“

Ebenfalls untersagt seien das Überfliegen von Justizvollzugsanstalten wie der in Vohwinkel und in Ronsdorf, von Krankenhäusern, Friedhöfen und der Polizei. Hobbydrohnenpiloten sollten sich dem Polizeipräsidium an der Friedrich-Engels-Allee also besser nicht nähern. „Dort müssen die Abstände eingehalten werden. Gegebenenfalls kann man bei den Betreibern Sondergenehmigungen erhalten“, so Lambertus.

Raiko Goldenbaum, der ebenfalls beruflich bundesweit und auch in Wuppertal mit „Fotografie von oben“ unterwegs ist, nennt einige Zahlen: So muss ein Abstand von 100 Metern zu Industrieflächen eingehalten werden, mindestens 1,5 Kilometer zu Flughäfen.

Naturschutzgebiete sind generell tabu. Er kritisiert, dass viele Menschen, die eine Drohne fliegen, die gesetzlichen Vorschriften nicht kennen würden.

Wer sich unsicher ist, kann sich über das sogenannte Map-Tool des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr eine Landkarte von Wuppertal anzeigen lassen. Dort sind alle Gebiete farblich markiert, in denen Drohnen nicht oder nur eingeschränkt geflogen werden dürfen: www.dipul.de/homepage/de/

100 Meter Abstand müssen beispielsweise bei Industrieanlagen, wie der WSW Energie & Wasser AG oder der Bayer AG in Elberfeld oder Axalta in Wichlinghausen eingehalten werden. Weitere Beispiele finden sich auch hier online. Zum Helios-Klinikum Wuppertal ist ein deutlich größerer Abstand (1,5 Kilometer) erforderlich. Grund ist der Helikopterlandeplatz auf dem Dach des Gebäudes. Gleiches gilt für Flugplätze wie in Radevormwald in direkter Nähe zu Wuppertal.

Als Naturschutzgebiet zählen laut Bundesministerium das Murmelbachtal, ebenso die Gebiete Hasenkamp und Junkersbeck in Oberbarmen. Der Scharpenacken ist ein Landschaftsschutzgebiet. „Zum Schutz der Flora und Fauna gilt am Scharpenacken ein entsprechendes Flugverbot“, teilt der zuständige Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW mit.

Christoph Bremer, Sprecher des Deutschen Modellflieger Verbandes e.V. erklärt, dass für Verbände im Sport und Freizeitbereich eigene, einfachere Regelungen gelten. Auf einen wichtigen Punkt weist er zudem hin: Drohnenunfälle sind oft nicht in der privaten Haftpflicht enthalten. Über eine Verbandsmitgliedschaft sei das abgedeckt. „Wer den Drohnenflug professionell betreibt, für den gibt es Drohnenversicherungen oder Module, die zubuchbar sind“, so Bremer.

Vorschriften

Die Bezirksregierung benennt klare Regeln für den Umgang mit Drohnen. Ohne Erlaubnis dürfen sie eine maximale Flughöhe von 120 Metern erreichen und müssen innerhalb der Sichtweite bleiben. Außerdem dürfen sie nicht über Menschenansammlungen fliegen, Gegenstände abwerfen oder gefährliche Gegenstände transportieren. Das Gewicht muss unter 25 Kilogramm liegen. Das benennt die Bezirksregierung als „offene Kategorie“. Darüber hinaus gibt es die „spezielle“ und die „zulassungspflichtige Kategorie“:
bit.ly/3Cn3fe4

Wenn die Drohne ein Gewicht ab 250 Gramm hat oder über eine Kamera verfügt, muss sie registriert werden. Das geht über das Luftfahrt-Bundesamt digital. Dort werden weitere Fragen beantwortet: bit.ly/3VVGHYQ

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