Urbane Produktion

EU will Innovation im Städtedreieck fördern

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Die Müngstener Brücke verbindet die Städte Remscheid und Solingen. Mit Wuppertal soll das Städtedreieck jetzt von einem EU-Förderprogramm profitieren. 

Bergisches Städtedreieck.  „Urbane Produktion“ soll Start-up-Szene mit mehr als vier Millionen Euro unterstützen.

Von Michael Bosse

Mit neuen Kooperationen die innovativen Potenziale der Region stärken und die technologischen Möglichkeiten in wichtigen Themenfeldern der Zukunft vorantreiben: Diesen zunächst einmal recht allgemein gehaltenen Ansatz verfolgt das Projekt „Urbane Produktion im Bergischen Städtedreieck“, das von der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (BSW) entwickelt wurde.

Als Teil des Programms „Regio NRW – Innovation und Transfer“ wurde das Projekt als förderwürdig anerkannt: Gut 4,4 Millionen Euro stehen dafür an Fördermitteln zur Verfügung. Das Geld stammt von der Europäischen Union und dem Land NRW, gefördert wird das Projekt mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Efre).

Projekt soll auch Impulse für die Aus- und Weiterbildung setzen

„Es handelt sich bei dem Projekt um ein zweistufiges Verfahren“, sagt der Teamleiter Wirtschaftsentwicklung bei der BSW, Thomas Lämmer-Gamp. Nachdem ein Gutachtergremium das Projekt der BSW als eines von landesweit 36 Projekten zur Förderung auserkoren hat, sollen nun über die Bezirksregierung die Förderanträge gestellt werden. In diesem Zusammenhang könne es dann sein, dass die derzeit geplante Fördermenge sich noch verändert, erklärt Lämmer-Gamp. Die tatsächlich benötigten Mittel könnten gegebenenfalls auch geringer ausfallen.

Das Projekt besteht aus mehreren Einzelvorhaben und soll Akteure aus Forschung, Wirtschaft, Handwerk, Landwirtschaft und Zivilgesellschaft im Städtedreieck zusammenbringen. Sie sollen einzelne Projekte entwickeln, die in Themenfeldern wie Klimaschutz, Ressourceneffizienz, intelligente Mobilität oder Versorgung aus nachhaltiger Produktion innovative Wege durch Nutzung der Digitalisierung und der Künstlichen Intelligenz (KI) aufzeigen. Zudem sollen Techniken und Anwendungen aus den Bereichen 3D-Druck oder Logistik in die sogenannten Startprojekte integriert werden. Auch für die berufliche Aus- und Weiterbildung sowie die Gründung und Entwicklung der Unternehmen sollen die Projekte Impulse geben. Auch die Start-up-Szene soll so unterstützt werden.

DIE BSW

AUFGABEN Die in Solingen ansässige Bergische Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft versteht sich als Schnittstelle und Treiber regionaler Zusammenarbeit. Wichtige Aufgaben der Gesellschaft liegen in Wirtschaftsförderung, Tourismus, Regionalmarketing sowie Arbeitsmarkt- und Beschäftigungsförderung.

bergisches-dreieck.de

Derzeit sind neun Startprojekte vorgesehen, für die nun Fördergelder beantragt werden. So soll zum Beispiel ein regionales Ressourcenmanagement am Beispiel der metallverarbeitenden Industrie im Bergischen Städtedreieck umgesetzt werden. An dem Vorhaben sind unter anderem die Bergische Uni und das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie beteiligt. Geplant ist auch eine „Gläserne Manufaktur“ in Solingen oder ein „Gründerzentrum“ in Remscheid. In einem anderen Startprojekt sollen Stätten Neuer Urbaner Produktion benannt und auch ein transdisziplinäres Kompetenzzentrum aufgebaut werden – an dem Vorhaben wird sich auch Utopiastadt beteiligen. Gemeinsam mit der Initiative „Aufbruch am Arrenberg“ soll zudem ein Konzept für „Urban Farming“ entwickelt und umgesetzt werden. Überdies ist auch noch ein „Tool Lab“ geplant, ein außerschulischer Lernort für den Nachwuchs im Handwerk, der am Deutschen Werkzeugmuseum in Remscheid entstehen soll. Die Laufzeit des Gesamtprojekts beträgt drei Jahre.

Die Maßnahmen sollen ab August dieses Jahres umgesetzt werden und im Sommer 2022 enden. In allen Teilprojekten ist eine Kofinanzierung durch die Projektträger nötig. Zielrichtung der Vorhaben sind die Förderung kleiner und mittelständischer Unternehmen bei der Digitalisierung oder der Wissenstransfer von Hochschulen in die Unternehmen.

Die EU und das Land stellen im Rahmen von „Regio NRW“ für die 36 landesweit geförderten Projekte 45 Millionen Euro zur Verfügung. Durch das Programm fördere man „nicht mit der Gießkanne“, sondern knüpfe „an regionale Stärken und Kompetenzen an. Damit erreichen wir passgenaue Angebote für den Innovationsstandort Nordrhein-Westfalen“, teilt NRW-Wirtschafts- und Digitalminister Andreas Pinkwart (FDP) mit.

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