So will Düsseldorf die Klimaziele erreichen

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Teilnehmer einer Demonstration beim globalen Klimastreik in Düsseldorf: Ein Demonstrant hält sein Plakat „Stop CO2“ hoch. Foto: Martin Gerten/dpa

Die Verwaltung hat bereits ein Konzept. Jetzt ziehen auch große Firmen mit.

Von Joachim Hennig

Düsseldorf. In Deutschland konnten die CO2-Emissionen 2019 um 50 Millionen Tonnen gesenkt werden – in erster Linie durch stillgelegte Kohlekraftwerke. Die gesteckten Klimaziele könnten also noch in Reichweite kommen. Aber wie sieht es in Düsseldorf aus?

Der Rat der Stadt hatte im Juli den Klimanotstand ausgerufen. Damit verpflichtete sich die Stadt symbolisch dazu, nicht erst im Jahr 2050, sondern bereits 2035 klimaneutral zu sein. Dafür müssen die Kohlendioxid-Emissionen von derzeit etwa 6,6 Tonnen pro Einwohner in den verbleibenden 15 Jahren um 4,6 auf 2,0 Tonnen CO2 reduziert werden. Ehrgeizige Ziele, die sich auch wichtige Unternehmen in der Stadt gesetzt haben, die mitziehen wollen.

Von mehr Fernwärme der Stadtwerke profitiert der Flughafen

Ende des vergangenen Jahres hat die Verwaltung ein Konzept vorgelegt, in dem Maßnahmen zu CO2-Reduzierung vorgestellt wurden. Es unterscheidet vier Sektoren: private Haushalte, Gewerbe/Handel/Dienstleistung/Industrie, Verkehr und Städtische Einrichtungen. Über die Finanzierung wird Ende 2020 im Haushalt entschieden. Trotzdem wird schon an Maßnahmen zur CO2-Reduzierung gearbeitet. Als Beispiel sind die Umweltspuren zu nennen.

Doch besonders ausschlaggebend für die Klimabilanz der Stadt sind die großen Unternehmen. 41 Prozent der Gesamtemissionen entstehen im Sektor Gewerbe/Handel/Dienstleistung/Industrie. Der größte Faktor bei der Verringerung der Schadstoffe ist die Erhöhung des Ökostromanteils am Strommix, heißt es in der Beschlussvorlage des Stadtrats.

Daher sind die Stadtwerke ein unumgänglicher Partner auf dem Weg zur Klimaneutralität. „Wir werden die Düsseldorfer Klimaziele für 2035 erreichen“, sagt Stadtwerke-Sprecher René Schleucher. Emissionen, die durch den Betrieb der eigenen Gebäude oder der Fahrzeugflotte entstünden, habe man im Blick. Die Stadtwerke wollen dafür sorgen, dass insbesondere im Wärmebereich die Emissionen weiter sinken. Das soll vor allem durch den Ausbau der Fernwärme erreicht werden.

Davon profitiert nicht zuletzt der Flughafen in Lohausen, der nach zwei Jahren Bauzeit ans Fernwärmenetz angeschlossen wird. „Ebenso wie die Stadt Düsseldorf möchte auch der Flughafen bis 2035 die Klimaneutralität umsetzen. Bis 2050 möchte er seinen CO2-Ausstoß auf null reduzieren“, sagt Flughafen-Sprecher Thomas Kötter. Alle hierfür notwendigen Maßnahmen würden derzeit in einen „Masterplan Klimaschutz“ eingearbeitet, der bis Ende des Jahres verabschiedet werden soll.

Geschehen soll das durch Photovoltaikanlagen, LED-Beleuchtungen, einen E-Fuhrpark oder eine verbesserte Anbindung an den ÖPNV. Heißt in Zahlen: Für das Jahr 2030 hat sich der Flughafen ein absolutes Reduktionsziel von 29 590 Tonnen CO2 gesetzt. Damit sollen sich die Emissionen gegenüber 2010 (59 180 Tonnen) um rund 50 Prozent verringern.

Henkel will auch Dritte mit CO2-neutraler Energie versorgen

Bei Henkel in Holthausen möchte man einen Schritt weiter gehen. „Unser Ziel ist es, bis 2040 ein klimapositives Unternehmen zu werden“, sagt eine Sprecherin auf Nachfrage. Bis 2030 möchte das Unternehmen seinen CO2-Fußabdruck um 75 Prozent senken – im Vergleich zum Jahr 2010. Außerdem soll bis 2030 der komplette Strom des Unternehmens aus erneuerbaren Energien bezogen werden.

„Daneben wollen wir ab 2030 sukzessive die verbleibenden Brennstoffe durch klimaneutrale Alternativen wie Biogas oder – soweit verfügbar – Gas aus der Umwandlung von CO2 ersetzen.“ Um klimapositiv zu werden, sollen ab 2030 auch Dritte mit CO2-neutraler Energie versorgt werden.

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