Wenn die Kita plötzlich geschlossen bleibt

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Personal für die Kitas zu finden, ist teilweise schwer. Das führt zu Engpässen in der Betreuung. Symbolfoto: Jens Büttner/dpa

Nur wer früh da ist, ergattert einen Platz: Weil Personal fehlt, mussten Kinder in Wuppertal daheim bleiben. Diakonie sind Hände gebunden.

Von Katharina Rüth

Wuppertal. „Es ist jetzt das erste Mal seit den Herbstferien, dass wieder alle Kinder betreut werden“, seufzt eine Mutter, die ihren Namen nicht nennen will. In den letzten Wochen hätten sie und andere Eltern täglich neu um die Betreuung kämpfen müssen. Ihrer Kita in Vohwinkel fehlte Personal – es konnten nicht mehr alle Kinder betreut werden. Die Folge: Eltern mussten entweder möglichst früh an der Kita sein, um einen Platz zu ergattern – oder eine andere Betreuung für ihre Kinder organisieren.

Eigentlich bringe sie ihr Kind erst gegen 9 Uhr in die Kita, in der schwierigen Zeit habe sie versucht, um 7.30 Uhr da zu sein. „Sonst bekommt man gesagt ,Es ist schon alles voll’“, berichtet die berufstätige Mutter. Jetzt hätten sich die Eltern untereinander organisiert, zum Teil würden Kinder nur stundenweise in die Kita geschickt, damit andere Kinder später den Platz übernehmen können.

Marion Grünhage, Geschäftsführerin der Diakonie Wuppertal Evangelische Kindertagesstätten gGmbH, bestätigt, dass es in der fraglichen Kita eng war mit dem Personal. „Seit dem 29. Oktober hatten wir 13 Tage, an denen nur eine reduzierte Anzahl von Kindern betreut wurde.“ Sie verweist auf die gesetzlich vorgeschriebenen Personalschlüssel – der berücksichtige Ausfälle durch Krankheit leider nicht.

Die betroffene Kita hat zwei Gruppen, dort arbeiten fünf Erzieherinnen, eine Auszubildende im Anerkennungsjahr und eine Leiterin – die gleichzeitig auch eine weitere Kita leitet und aktuell auch krank ist. „Wenn dort zwei Leute fehlen, muss die Kinderzahl ebenfalls auf zwei Drittel reduziert werden“, erklärt Marion Grünhage. Nach Angaben der Mutter sind schließlich nur noch zwei Erzieherinnen anwesend gewesen, dann sei endlich ein Springer dazu gekommen. Marion Grünhage berichtet, den hätten sie auf einer Fachtagung für den spontanen Einsatz gewinnen können.

Krankheiten treffen oft gleich mehrere Mitarbeiter gleichzeitig

Personal zu finden sei aktuell schwer: „Das beschäftigt uns jeden Tag.“ Sie sprächen Erzieherinnen in Elternzeit an, arbeiteten mit Zeitarbeitsunternehmen zusammen. Leider träfen Krankheiten oft mehrere Kollegen gleichzeitig. Dann könnten sie die Lücken nicht mehr füllen. „Das ist so. In Krankenhäusern müssen auch Stationen geschlossen werden.“ Dabei habe sie Verständnis für den Ärger der Eltern.

Leider berücksichtige auch das neue Kibiz (Kinderbildungsgesetz), das gerade verabschiedet wurde, das Personalproblem nicht ausreichend. Sie sagt, man brauche etwas 25 Prozent mehr Mitarbeiter, um alle Ausfälle auszugleichen. Aber die Politik habe die Entscheidung getroffen, auch das zweite Kita-Jahr beitragsfrei zu stellen – diese Regelung tritt für alle Eltern, deren Kinder das vierte Lebensjahr vollendet haben, ab dem kommenden August 2020 in Kraft.

Michael Neumann, Leiter des Wuppertaler Stadtbetriebs Tageseinrichtungen für Kinder, sagt, dass eine Gruppenreduzierung bei städtischen Kitas in Wuppertal sehr selten sei. Er hat Zahlen für das Jahr 2017, da habe es an 75 Tagen Einschränkungen in der Betreuung gegeben – das entspreche einem Prozentsatz von 0,5 Prozent aller Betreuungstage in allen Einrichtungen. „Das ist auch nicht nennenswert gestiegen“, versichert er.

Um Ausfälle zu vermeiden, gebe es Vertretungen in der Kita, eigene Vertretungskräfte in großen Einrichtungen, zudem insgesamt 16 Vertretungskräfte in der ganzen Stadt. Die Stadt Wuppertal hat jedoch mit rund 850 Mitarbeitern in allen Einrichtungen einen größeren Personalpool als die Diakonie, die insgesamt 247 Menschen in Kindertagesstätten beschäftigt.

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