Übergewicht

Wenn der Körper nicht mehr in die Hülle passt

Daniela Vollert kann nach ihren Operationen wieder vielen Aktivitäten nachgehen. Foto: Anna Schwartz
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Daniela Vollert kann nach ihren Operationen wieder vielen Aktivitäten nachgehen.

Wuppertal. Nach dem Verlust von 60 Kilogramm Übergewicht ließ sich Daniela Vollert (55) überschüssige Haut entfernen.

Von Katharina Rüth

Für Daniela Vollert (55) hat ein neues Leben begonnen. Durch eine Magen-OP hat sie viele Pfunde verloren. Und inzwischen hat ihr Körper auch wieder eine Form, mit der sie sich wohlfühlt. Dazu hat ihr Prof. Dr. med. Ahmet Bozkurt, Chefarzt der Klinik für Plastische und Ästhetische Chirurgie am Wuppertaler Helios-Universitätsklinikum, verholfen. Er hat in mehreren Schritten die Haut entfernt, die nach ihrer Gewichtsabnahme überflüssig war, und ihren Körper geformt. Fast 60 Kilo hat Daniela Vollert verloren.

Zuvor hat sie viele Jahre unter Übergewicht gelitten, immer wieder ab- und dann noch mehr zugenommen. „Die ganzen Diäten haben mir nicht gut getan“, sagt sie. Dauerhaft geholfen hätten sie nicht. Ihre letzte Chance sah sie in einer Magenoperation, die bei ihr funktioniert hat. Aber ihre Haut, die über viele Jahre stark gedehnt war, entwickelte sich nicht zurück. An Armen und Beinen, an Po, Brust und Bauch hing sie herunter, am Bauch wird das oft „Fettschürze“ genannt.

„Das war schrecklich“, stöhnt die Versicherungsangestellte. „Das gehörte nicht zu mir, hing einfach an mir dran wie ein Geschwür.“ Die hängenden Hautlappen waren beim Sport „obernervig“, zudem waren sie optisch ein Problem. Ihre Beine konnte sie in Hosen verstecken, aber den Bauch bekam sie nicht in die Hose. Zudem schwitzte sie zwischen den Hautfalten, nutzte Gaze, um wunde Stellen zu vermeiden.

Professor Bozkurt bestätigt, dass diese überschüssige Haut auch ein medizinisches Problem ist: Durch das Aneinanderreiben könne sie wund werden, es können sich unangenehme Gerüche entwickeln. Einige Patienten hätten durch das Eigengewicht der hängenden Haut und Einklemmungen sogar Schmerzen. Eine bis auf die Beine hängende Fettschürze könne die Beweglichkeit einschränken, er kennt ältere Patienten, die dadurch zum Beispiel nicht mit einem Rollator zurechtkommen. Der Mediziner ärgert sich, wenn die Krankenkassen diese Probleme nicht ernst nehmen und eine helfende Operation nicht bezahlen wollen, stattdessen dazu raten, figurformende Mieder zu tragen oder die Hautfalten mit Salben und trockenen Tüchern zu pflegen. Er betont: „Es geht nicht um Schönheit, sondern um Lebensqualität.“ Man müsse sehen, wie sehr die Menschen leiden, sich auch für ihren Körper schämen. Übergewichtige Menschen hätten keine Lobby, beklagt er und betont: „Adipositas ist eine Krankheit.“

„Es ist ein ganz anderes Leben. Ein viel besseres.“

Daniela Vollert

Daniela Vollert erzählten Menschen in einer Selbsthilfegruppe von der Möglichkeit einer Magen-Operation und so stellte sie sich bei Prof. Bozkurt vor. Als der ihr erklärte, was er für sie tun könne, hat sie es erst nicht glauben wollen. Und stellte dann doch mit der Unterstützung des Arztes den Antrag bei der Kasse und bekam die Operationen genehmigt.

In mehreren Operationen im Abstand mehrerer Monate hat der Plastische Chirurg bei ihr überschüssige Haut entfernt und die verbliebene Haut sorgfältig geformt. Daniela Vollert hat die Operationen jeweils gut überstanden. Auf dem Bauch hat sie „eine filigrane Narbe“, wie sie sagt, ein umgekehrtes T, von dem die Quernarbe in der Bikinihose verschwindet. An Armen und Beinen liegen die Narben jeweils innen und im Bereich der Brust unter dem BH verdeckt.

Prof. Bozkurt legt Wert auf gute Vorbereitung, um die Risiken der Operation zu minimieren: „Planung ist das A und O“. Dazu zählt nicht nur eine sorgfältige Anzeichnung der Operationsschnitte, sondern auch die Vorbereitung des Patienten durch Reinigung mit einer speziellen Waschlotion und das Reduzieren von Risikofaktoren. Bei der Operation achtet er darauf, das verbleibende Hautgewebe möglichst wenig zu verletzen und möglichst viele Gefäße zu erhalten. Damit die Narben gut verheilen und Hautpartien gut anwachsen, müssen Patienten viele Wochen medizinische Mieder tragen. Bei Daniela Vollert herrschten gerade 40 Grad: „Da habe ich gelitten.“ Aber das Ergebnis war es ihr wert. Sie sagt dankbar: „Professor Bozkurt hat gezaubert.“

Magen- und Haut-Operationen ermöglichen ihr wieder viele Aktivitäten, die lange undenkbar waren. „Früher konnte ich keine 600 Meter ohne Hinsetzen laufen.“ Kürzlich ist sie in Bayern mit ihrem Mann „die Berge rauf und runter gelaufen“. Und sie geht auch im Alltag ganz viel zu Fuß. Sie kann wieder luftige Kleidung tragen, im Sommerurlaub spürte sie zum ersten Mal seit langer Zeit positive Blicke auf ihrem Körper. „Es ist ein ganz anderes Leben“, sagt sie. „Ein viel besseres.“

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