Ausstellung

Ai Weiwei kommt nach Düsseldorf

DÜSSELDORF Ausstellungscoups der Kunstsammlung NRW.

Von Thomas Frank

Die Chefin der Kunstsammlung NRW Susanne Gaensheimer hat das Jahresprogramm für 2019 vorgestellt. Die NRW-Landesgalerie wartet gleich mit drei Highlights auf. Ab Mai wird der chinesische Kunst-Weltstar Ai Weiwei in beiden Häusern der Kunstsammlung, im K 20 und auch im K 21, ausstellen.

Die Schau ist seine bislang größte in Deutschland. Gaensheimer hält Ai Weiwei für einen der radikalsten politischen Künstler unserer Zeit. Im Mittelpunkt stehen zwei große Rauminstallationen im K 21. „Straight“ besteht aus 164 Tonnen Stahlträgern, die Ai Weiwei nach dem Erdbeben von Sichuan 2008 aus eingestürzten Schulgebäuden gesammelt und wieder gerade gebogen hat.

„Sunflower-Seeds“ besteht aus 100 Millionen handgefertigten und individuell bemalten Sonnenblumenkernen aus Porzellan. Gaensheimer will mit dem umstrittenen Ai Weiwei bewusst Diskussionen auslösen, zugleich aber auch die Zusammengehörigkeit der beiden Ausstellungshäuser demonstrieren.

Der nächste Coup: Der norwegische Literatur-Weltstar Karl Ove Knausgard wird im Oktober eine Ausstellung von Edward Munch kuratieren. Der Autor, der mit seinem sechsbändigen, autobiografischen Roman-Projekt „Min kamp“ („Mein Kampf“) weltberühmt wurde, hat aus dem Archiv und dem Kunstdepot des Osloer Munch-Museums etwa 130 Gemälde, Papierarbeiten und Skulpturen ausgewählt und mit Leihgaben aus internationalen Museen.

Den dritten Höhepunkt bildet die sogenannte Mid-Career-Ausstellung des Künstlers und Musikers Carsten Nicolai im K 21 im September. Der 53-jährige Biennale- und Documenta-Teilnehmer macht in großen Installationen naturwissenschaftliche Phänomene erfahrbar, etwa Klang- und Lichtfrequenzen oder elektromagnetische Felder.

Absolventen der Kunstakademie zeigen aktuelle Werke

Außerdem präsentiert das K 21 im Februar den britischen Pionier der digitalen Medienkunst Ed Atkins, von dem die Kunstsammlung jüngst auch ein Werk erworben hat. In seinen Videos kreiert er Avatare und künstliche Lebenswelten und hinterfragt damit die Auswirkung von Technologien auf den menschlichen Alltag.

Noch unbekannter, obwohl bei der Documenta in Athen vertreten, ist die türkische Künstlerin Banu Cennetoglu. Sie erstellt Arbeiten, in denen sie mit Fotos, Drucksachen und Texten experimentiert. Sie wird ab Juli im K 21 zu sehen sein.

Susanne Gaensheimer möchte aber auch den Kontakt zur Düsseldorfer Kunstszene stärken. Dementsprechend zeigen die Absolventen der Kunstakademie unter dem Titel „Planet 58“ ab Februar aktuelle Werke im K 21. Das Kooperationsprojekt ist auf drei Jahre angelegt.

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