Sticher-Haus

Weitere Gastronomie ist in Elberfelds Zentrum nicht willkommen

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WMF hat das Sticher-Haus verlassen. Inzwischen ist neue Bautätigkeit zu verzeichnen.

WUPPERTAL Einigen Nachbarn und Passanten sagt es nicht zu, dass sich die Gastro-Meile mit dem Sticher-Haus ausweitet.

Von Friedemann Bräuer

Das Sticher-Haus an der Herzogstraße in Elberfeld gehört zweifellos zu den attraktivsten Gebäuden des Elberfelder Zentrums. Doch seit dem 17. Dezember 2018 steht das Schmuckstück mit der rotgelben Fassade, die weit in die Erholungsstraße hineinreicht, leer. Die WMF-Filiale, die dort viele Jahre residierte, ist an die Poststraße umgezogen. Was wird nun aus dem Blickfang, der ebenso auf neue Mieter wartet wie das wenige Meter entfernte ehemalige „Romano“-Schuhgeschäft und der einstige Billigladen „betcount“ nebenan.

„In das Sticher-Haus wird wohl System-Gastronomie einziehen“, vermutet Matthias Zenker, Vorstandsmitglied der Interessengemeinschaft der Elberfelder Geschäftswelt (IG1). Er betont aber, dass der Hauseigentümer den Zeitpunkt der Bekanntgabe des neuen Mieters, der nicht zu den bekannten Gastronomieketten gehören soll, selbst bestimmen will.

Herzogstraße

An der Herzogstraße 29 lag das Geburtshaus der Dichterin Else Lasker-Schüler, das jedoch 1943 im Krieg zerstört wurde. An Wuppertals größte Tochter erinnert jetzt ein Denkmal an der Herzogstraße. Am Ende der Herzogstraße liegt das ehemalige Glanzstoff-Gebäude, das zweithöchste Bauwerk in Wuppertal, und den Abschluss der als Fußgängerzone gestalteten Geschäftsstraße bildet die Bronzestatue „Ein neuer erfolgreicher Tag“ des belgischen Künstlers Guillaume Bijl am Kasinokreisel.

Noch sieht man hinter den Schaufensterscheiben vereinzelt Arbeiter mit Elektro-Bohrern hantieren, und der Staub auf den schwarzen Fliesen verrät ebenso Aktivitäten wie die Kabelknäuel, die aus den Wänden quellen. „Jeder Mensch ist ein Künstler“ heißt es auf einer gelben Wand ein Zitat des verstorbenen Genies Joseph Beuys, doch ansonsten werden die Vorübergehenden über die Zukunft des Sticher-Hauses im Unklaren gelassen. Lediglich der vor drei Monaten erfolgte WMF-Umzug an die Poststraße ist an Tür und Schaufenster zu lesen. „Ich gehe davon aus, dass die derzeitigen Lücken mit Gastronomie gefüllt werden und es eine geschlossene Gastronomie-Meile geben wird“, prognostiziert Zenker. 

Es fehle ein echter Höhepunkt an der Straße

Eine Vorhersage, die von den Beschäftigten in den umliegenden Geschäften und den Passanten eher verhalten aufgenommen wird. „Alles, nur keine Gastronomie“, sagt etwa Monika Janowitz, Kundenberaterin in der Filiale der gegenüber liegenden Volksbank im Bergischen Land. „Der Bedarf an Gastronomie ist doch wohl gedeckt. In das Sticher-Haus sollte ein Geschäft mit einem hochwertigen Angebot, wie beispielsweise Deko einziehen. Hier in der Herzogstraße fehlt trotz eines vielfältigen Angebots ein echtes Highlight.“

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