Wasserkraft aus dem Eschbach

Die Eschbachtalsperre ist nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel. In dem Stausee können bis 1,1 Millionen Kubikmeter Wasser gestaut werden. Mit dessen Hilfe könnte auch Strom gewonnen werden. Foto: Roland Keusch

REMSCHEID Stadtwerke-Tochter EWR prüft, wie rentabel ein Kraftwerk an der Talsperre sein könnte.

Von Andreas Tews

Der Strom in Remscheid soll „grüner“ werden. Bei diesem Vorhaben setzt die Stadtwerke-Tochter Energie und Wasser für Remscheid (EWR) in erster Linie auf Wasserkraft. Darum prüft das Unternehmen laut Geschäftsführer Dr. Thomas Hoffmann derzeit, ob sich die Eschbachtalsperre als Standort für eine Wasserkraftanlage eignet.

Um die steigende Nachfrage nach Ökostrom kurzfristig zu decken, kaufen die EWR zusätzlichen Strom von Wasserkraftwerken im Engadin (Schweiz) ein. Ziel der EWR ist es laut Hoffmann, bis zum Jahr 2020 40 Prozent des Strombedarfs ihrer Kunden durch eigene Anlagen zu decken. Die müssen nicht zwangsläufig in Remscheid sein. Investitionen erfolgen auch über Konsortien, wie Thüga und Green Gecco, an denen die EWR beteiligt ist, erklärt Vertriebsleiter Klaus Günther-Blombach.

Ein Kraftwerk im Eschbachtal, das laut EWR-Sprecher Klaus Zehrtner äußerlich kaum zu erkennen wäre, ist dabei nur eine von vielen Optionen. Es sei zudem nicht leicht, die Genehmigung für die Umnutzung einer Talsperre zu erhalten.

Die neue Anlage wäre ein Pendant zum Wasserwerk in Glüder. Hier produzieren die Solinger Stadtwerke (SWS) jährlich rund zwei Millionen Kilowattstunden Strom - das entspricht dem ungefähren Jahresverbrauch von 500 3-Personen-Haushalten. Zwei der Wasserkraftanlagen werden von der Wupper angetrieben, die dritte kommt nur zum Einsatz, wenn an der Sengbachtalsperre überschüssige Wassermengen anfallen.

Die EWR wollen aber schon kurzfristig auf die gestiegene Nachfrage nach Ökostrom reagieren. Statt bisher 8 Millionen kauft das Unternehmen jetzt 13 Millionen Kilowattstunden Strom aus Wasserkraftwerken ein. Das entspricht 2,3 Prozent des insgesamt von der EWR abgesetzten Stroms.

Die zusätzliche Energie wird direkt aus der Schweiz nach Remscheid geliefert, betont Hoffmann. Im Tüv-Zertifikat seien sogar die beiden Wasserkraftwerke im Engadin angegeben, aus denen der Strom stammt. Für die Kunden bedeute dies gegenüber dem bisherigen Wasserkraft-Strom aus Norwegen mehr Transparenz.

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