Tierisch

Der Waschbär wird in Wuppertal zur Plage

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Gefährlich könne das pelzige Raubtier für kleine Katzen oder Kaninchen werden, die im Freien gehalten werden.

WUPPERTAL Gerade auf den Wuppertaler Südhöhen taucht der einstige Exot immer wieder auf und dringt sogar in Häuser ein. Jäger erlegen die Tiere.

Von Daniel Neukirchen

Gegen 5 Uhr in der Früh bemerkte die Ronsdorferin Nina Bischof (40), dass da etwas um ihr Haus schleicht. Der ungebetene Besucher sah zwar so aus, als hätte er eine schwarze Maske im Gesicht, war jedoch kein Einbrecher, sondern ein Waschbär. Seitdem schaute der Exot regelmäßig in Bischofs Garten vorbei. „Und mein Mann hat mir nicht geglaubt, dass das ein Waschbär ist“, sagt sie. Die gebe es hier doch gar nicht, habe er ihr gesagt.

Da kann Frank Auer, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Wuppertal, nur lachen. Waschbären sind besonders auf den Südhöhen - aber mittlerweile auch bis tief ins Tal - in der Stadt keine Seltenheit mehr. „Wir schießen die Waschbären auch, weil sie Überhand nehmen“, berichtet Auer.

Waschbären heben sogar die Deckel von Mülltonnen an

Das nachtaktive Raubtier stammt eigentlich aus Nordamerika und ist nach Europa eingeschleppt worden. Nun ist er ein Ärgernis in den Städten. „Das Problem ist, dass die Waschbären sehr intelligent ist. Er macht zum Beispiel den Deckel von Mülleimern auf, was etwa ein Fuchs nicht kann“, sagt Auer. Der Müll ist für den Waschbären ein Festmahl. Wer Tonnen offen vor der Tür stehen hat, kann sich nur mit einem Stein auf dem Deckel oder einem Schloss behelfen.

Der Allesfresser schreckt zudem auch nicht davor zurück, in Häuser „einzubrechen“. Gerade zu den kalten Jahreszeiten locke ihn die Wärme in Keller oder Dachböden, so Auer. Der Jäger empfiehlt: „Ein guter Hund ist der beste Schutz. Den haben sie nicht gerne.“ Zudem sei es wichtig, dass der Dachboden dicht ist, damit der Waschbär gar nicht erst ins Haus kommt. Durchsucht ein Tier nämlich wirklich einmal eine Wohnung nach Nahrung, kann es enormen Schaden anrichten.

Frank Auer bedauert, dass er geplagte Bürger nicht mehr aus der Notlage befreien darf. „Seit einiger Zeit ist das Jagen außerhalb der Bebauung verboten“, sagt er. „In Ronsdorf gibt es ältere Frauen, die einen Fuchs unter der Terrasse haben und denen ich als Jäger nicht helfen darf“, kritisiert Auer das Bundesjagdgesetz. Auch das Töten von Waschbären in Wohngebieten ist tabu, erst recht das Auslegen von Giftködern.

Menschen werden die kleinen Bären selten gefährlich

Bei allem Ärger: Menschen werden die kleinen Bären selten gefährlich. „Wer sie aber versucht zu streicheln, wird wahrscheinlich in den Finger gebissen“, sagt Auer. Das kann unangenehme Folgen haben, weil der Waschbär auch unter Tollwut leider kann. Wobei Wuppertal, wie der Vorsitzende der Kreisjägerschaft weiß, derzeit Tollwut frei ist.

Der Waschbär

Population 1934 soll ein Waschbär-Paar am nordhessischen Edersee in die Freiheit entlassen worden sein. Heute gehen Experten davon aus, dass die geschätzten 500 000 Waschbären in Deutschland größtenteils mit diesem berühmten Paar verwandt sind.

Waschen Waschbären tasten ihre Nahrung vor dem Verzehr sorgfältig mit den Vorderpfoten ab. Gerne auch unter Wasser, was ihre Sensibilität erhöht. Dabei sehen sie so aus, als würden sie „waschen“.

Gefährlich könne das pelzige Raubtier jedoch für kleine Katzen oder Kaninchen werden, die im Freien gehalten werden. Zudem freut es sich auch über Nahrung, die eigentlich für andere Tiere gedacht ist. „Es gibt Menschen, die glauben im Winter Essen für den Igel herauszustellen, dabei fressen das in der Regel Waschbär oder Marder“, sagt Frank Auer. Das Problem: War der Waschbär bei der Nahrungssuche einmal erfolgreich, kommt er wieder. Nina Bischof hat jedenfalls die Botschaft verstanden. Ihre Mülltonnen sind nun abgesichert, damit der Waschbär gar nicht erst auf dumme Gedanken kommt.

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