Bildung

Von der Dozentin bis zur Geschäftsführerin

Annika Spathmann und Ariane Staab sind die Geschäftsführerinnen der Junior Uni in Wuppertal. Ihr Weg bis zur Spitze der Bildungseinrichtung ist ähnlich geprägt. Foto: Anna Schwartz
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Annika Spathmann und Ariane Staab sind die Geschäftsführerinnen der Junior Uni in Wuppertal. Ihr Weg bis zur Spitze der Bildungseinrichtung ist ähnlich geprägt.

Wuppertal. Annika Spathmann und Ariane Staab berichten, wie sie mit der Junior Uni mitgewachsen sind.

Von Miriam Karout

Ariane Staab und Annika Spathmann sind die Geschäftsführerinnen der Junior Uni in Wuppertal. Seit vielen Jahren kennen sie die besondere Wuppertaler Bildungseinrichtung, haben „klein“ angefangen und sind mit ihr gewachsen. Gründer und Ideengeber Ernst-Andreas Ziegler hatte sich im Dezember aus der Geschäftsführung verabschiedet und die Junior Uni in die Hände der beiden Frauen übergeben.

Die gemeinsame Geschäftsführung ist nicht neu für Ariane Staab und Annika Spathmann. Geändert habe sich, dass Herr Ziegler gegangen sei und dass sie von dem im Dezember neu ernannten Prokuristen Stefan Hellhake unterstützt werden, erklärt Annika Spathmann. Die vergangenen Monate seien immer noch von der Corona-Pandemie geprägt gewesen, man habe sich weniger im Team sehen können. „Wir freuen uns auf den Frühling und den Sommer“, meint Spathmann. Ariane Staab vermisst die Möglichkeiten, miteinander ins Gespräch zu kommen, was auch eine der Aufgaben als Geschäftsführung sei. Das soll sich aber bald ändern: „Wir planen und hoffen sehr, dass wir einen Unterstützerabend in der Junior Uni machen dürfen“, so Staab.

Beide haben einen Hintergrund in Naturwissenschaften

Spathmann und Staab kennen die Junior Uni schon lange, haben in den vergangenen Jahren immer mehr Verantwortung übernommen. „Wir arbeiten sehr gut zusammen“, meint Spathmann. Dabei sei es auch spannend, mit Prokurist Stefan Hellhake noch einen Mann im Team zu haben. „Wir haben im Moment mehr Frauen im Gesamtteam als Männer“, sagt Ariane Staab. Die Mischung aber sei das Wichtigste, damit alle Perspektiven eingebracht werden können. „Wir sind uns recht ähnlich, kommen beide aus den Naturwissenschaften. Oft funktioniert die Arbeit ohne Worte“, beschreibt Staab, wie die beiden Geschäftsführerinnen gemeinsam agieren. Doch trotz und weil sie sich so ähnlich seien, sei es wichtig, weitere Perspektiven einzubinden und „mit offenen Augen durch die Welt zu gehen.“

Annika Spathmann ist Wuppertalerin durch und durch. „Ich bin dieser Stadt immer treu geblieben“, sagt sie lächelnd. Den Weg zur Junior Uni hat sie früh gefunden: Als sie an der Bergischen Universität Physik studierte, hat sie gleich zu Beginn des Studiums bereits als Dozentin Kurse für Kinder und Jugendliche an der Junior Uni gegeben.

Eigentlich sei das Ziel immer gewesen, in die Forschung zu gehen. Doch die Arbeit an der Junior Uni machte ihr so großen Spaß, dass sie nach ihrem Masterstudium in Physik fest an der Junior Uni blieb. Als Fachkoordinatorin hat sie parallel in Bildungswissenschaften promoviert. „Ich habe hier praktisch die Qualität der Junior-Uni-Kurse untersucht“, erklärt sie. Von der Dozentin bis zur Geschäftsführung habe sie mitwachsen und die Junior Uni mit entwickeln dürfen, meint Annika Spathmann.

„Bei mir ist es ähnlich und doch anders“, sagt Arianne Staab, die nicht aus Wuppertal kommt, sondern in Osnabrück Biologie studiert hat und später in Molekularbiologie promovierte. „Während des Studiums habe ich gemerkt, dass ich Forschung unglaublich spannend finde, aber mein Wissen gerne weitergeben möchte“, sagt Staab. Nach Abschluss ihrer Doktorarbeit arbeitete sie noch zwei Jahre in Münster, bevor sie über eine Stellenanzeige der Junior Uni stolperte.

Als festangestellte Dozentin gab sie dort dann Kurse für Kinder und Jugendliche. „Ich bin nach Wuppertal gezogen und habe es keine Sekunde bereut“, sagt die heutige Geschäftsführerin der Junior Uni. „Das sind alles Persönlichkeiten, die wollen was bewegen. Die haben Ideen“, beschreibt sie die Menschen, die hinter der Junior Uni stecken.

Es sei anders als in der bürokratischen Uni-Welt, meint Staab. So konnte sie ihr eigenes Wissen weitergeben und „junge Menschen ein Stück weit auf ihrem Weg der Entwicklung begleiten“, sagt sie. Sie habe eigene Kurse gegeben und das neue Gebäude an der Loher Brücke, in dem die Junior Uni seit 2013 zu Hause ist, mitentwickeln dürfen.

Es seien ähnliche Wege, die doch aber sehr unterschiedlich waren, erklärt Ariane Staab. Beide Geschäftsführerinnen durften das Basiswissen der Junior Uni aus den ersten Jahren mitnehmen. Derzeit geben sie keine Kurse mehr. Dazu fehlt die Zeit. Manchmal fehle es ihnen. „Man ist direkter dran an den Studierenden“, sagt Annika Spathmann. Das direkte Feedback hat auch Ariane Staab geschätzt, die bis vor drei Jahren noch Kurse gegeben hat. Man müsse aber auch an den Bedürfnissen dranbleiben, fachlich auf dem aktuellen Stand sein. Dem könnten sie zeitlich nicht mehr gerecht werden. Einblicke in die aktuell laufenden Kurse haben sie aber trotzdem.

Wenn sie selbst noch einmal ein Kind oder Jugendliche sein und sich einen Kurs an der Junior Uni aussuchen dürfte, hätte Annika Spathmann wahrscheinlich einen Programmierkurs gewählt. Die habe es in ihrer Kindheit und Jugend noch nicht verbreitet gegeben. Sie hätte sich da „noch ein bisschen ausgetobt“.

Ariane Staab fällt die Entscheidung schwer, doch aus heutiger Sicht würde sie einen Kurs aus einem Bereich wählen, in dem sie schlechter ist. Die Junior Uni biete die Möglichkeit, sich auszuprobieren. „Deshalb wäre es wahrscheinlich irgendwas mit Handarbeit und vielen Farben“, sagt sie. Etwas Künstlerisches. Denn es gehe nicht um Noten, sondern darum, sich auszutesten.

Privat sind beide gerne an der frischen Luft. Auch das haben sie gemeinsam. „Ich bin ganz viel in der Natur unterwegs“, sagt Staab. Das hänge mit ihrem Biologiestudium zusammen, die Natur fasziniere sie. Annika Spathmann macht gerne Sport – seit der Pandemie vorwiegend draußen. In Wuppertal ist sie oft auf der Hardt unterwegs. Neben der Junior Uni findet sie vor allem das Gebäude der Stadthalle schön. Besonders ist für sie die Schwebebahn: „Ich freue mich jedes Mal, wenn ich die Schwebebahn sehe.“

Junior Uni

Der Ideengeber der Wuppertaler Junior Uni, Prof. Ernst-Andreas Ziegler, hat das Bildungsprojekt mit Fachleuten und Beratern im Jahr 2008 aus der Taufe gehoben. Er baute die Junior Uni gemeinsam mit seinen damaligen Gründungsgeschäftsführern und Wegbegleitern auf – darunter das Ehepaar Mönter, dem das pädagogische Konzept der Junior Uni zu verdanken ist, das Ehepaar Steinmetz, das sich um die Finanzen kümmerte, sowie Jochen Siegfried. Seither hat die ganzjährig geöffnete Kinder- und Jugend-Universität für das Bergische Land mehr als 70 000 Kursplätze an 4- bis 20-jährige Studenten vergeben.

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