Gericht

Verrechnet: Türke drohen drei Jahre Haft

DÜSSELDORF Straftäter durfte 20 Jahre lang nicht einreisen.

Es war ein Fehler mit weitreichenden Auswirkungen: Die Bundespolizei hat am Dienstag am Flughafen Düsseldorf einen Mann festgenommen, der gegen eine Einreisesperre in die Bundesrepublik verstoßen hat. Nach Angaben der Bundespolizei muss der 59-Jährige nun für drei Jahre ins Gefängnis.

Das Kuriose: Wäre der Mann nur einen Monat später nach Deutschland gereist, wäre nichts passiert. Denn am 18. Oktober dieses Jahres wäre die Einreisesperre offiziell abgelaufen.

Den Fehler bemerkte der Mann erst bei der Bundespolizei

Die Geschichte hat ihren Ursprung im Jahr 1998: Damals wurde der Türke in sein Heimatland abgeschoben, nachdem er zuvor einen Teil einer Haftstrafe wegen unerlaubter Einfuhr von Betäubungsmitteln in Tateinheit mit unerlaubtem Handeln von Betäubungsmitteln abgesessen hatte.

Die Reststrafe betrug damals 1095 Tage, also drei Jahre. Im Zuge der Abschiebung wurde der Mann mit der Einreisesperre bis 18. Oktober 2018 belegt — gegen die er am Dienstag nun eben verstoßen hat. Jetzt muss er die Reststrafe absitzen.

Wie sich herausstellte, hatte sich der Mann wohl um einen Monat verrechnet. Der 59-Jährige sei von diesem Umstand überrascht gewesen, so die Bundespolizei. Demnach habe er seinen Fehler erst bemerkt, als ihm die Beamten am Flughafen Düsseldorf den Zeitraum vorrechneten.

Anschließend habe er sich widerstandslos festnehmen lassen. Der in Frankreich lebende Mann sei in eine Justizvollzugsanstalt gebracht worden.

Ob er die drei Jahre tatsächlich in einem deutschen Gefängnis absitzen muss, steht aber noch nicht fest. „Ich würde dem Mann raten, dagegen vorzugehen und sich rechtlichen Beistand zu suchen“, sagt Rechtsanwalt Marcus Hertel im Gespräch mit unserer Zeitung. Schließlich habe der 59-Jährige keinesfalls absichtlich gegen geltendes Recht verstoßen, sondern nur aus Versehen. Das müsse bei diesen drastischen Folgen berücksichtigt werden. jaw/si

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