Pandemie

Veranstalter planen vorsichtig für den Sommer

Den Kitchen-Beach vor dem ehemaligen Schauspielhaus soll es im Sommer wieder geben – so wie im vergangenen Jahr schon. Archivfoto:
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Den Kitchen-Beach vor dem ehemaligen Schauspielhaus soll es im Sommer wieder geben – so wie im vergangenen Jahr schon.

Einige Public Viewings zur Fußball-EM könnte es geben, auch der Kitchen Beach in Wuppertal ist geplant – Ernüchterung bei Autokinos

Von Anke Strotmann

Wuppertal Mitten in der dritten Welle scheint es vermessen zu fragen, welche Veranstaltungen in diesem Jahr noch stattfinden werden. Die Aussicht auf ein höheres Impftempo und besseres Wetter nähren aber die Hoffnung, dass sich die Situation wie im vergangenen Sommer entspannt. Vor allem, weil in diesem die Fußball-EM nachgeholt werden soll. Das Event war 2020 um ein Jahr wegen der Corona-Pandemie nach hinten geschoben worden.

Vom 11. Juni bis 11. Juli 2021 finden die Spiele an 12 verschiedenen Spielorten statt. Unter normalen Umständen eigentlich ein perfekter Anlass für ein Public Viewing. Doch noch sieht es nicht so aus, als würden bald Horden von Menschen dicht an dicht gedrängt Fähnchen schwingen. Public Viewings im Wuppertaler Stadion am Zoo und am Rathausplatz in Remscheid wie bei der EM 2018 wird es nach aktuellem Stand nicht geben – auch nicht als Autokino. „Der Aufwand und die Kosten sind immens“, sagt Patrick Clalüna von Clalüna Connections. Man könne nicht davon ausgehen, dass die Impfungen bis dahin so weit seien, dass große Veranstaltungen stattfinden. Das finanzielle Risiko sei zu hoch, vor allem weil unklar sei, was ist, wenn es nicht stattfindet. „Vielleicht treffen sich zur EM auch lieber zehn bis 15 Personen zu Hause im Garten, als zu zweit oder dritt im Auto zu sitzen“, sagt Clalüna.

Paolo Frisella vom Wuppertaler Kitchen Club plant wie im vergangenen den „Kitchen Beach “ vor dem früheren Schauspielhaus an der Kluse. „Wir haben das positive OK unter dem Vorbehalt, dass sich nichts ändert“, sagt Frisella, der ein Hygienekonzept mit umzäuntem Gelände und Personenregistrierung vorhalten muss, auch „Schnelltests wären möglich“. Der Beach-Club mit Barbereich, Strandliegen und Sandfläche hält auf einer Fläche von 2000 Quadratmetern auch eine Leinwand bereit. „Wenn die Fußball-EM ausgestrahlt wird, dann wird es auch ein Public Viewing geben“, sagt Frisella.

„Autokinos sind nicht rentabel.“

Veranstalter Patrick Clalüna

Im Gaskessel in Heckinghausen könnten Freunde des Rudelguckens ebenfalls auf ihre Kosten kommen. Das Visiodrom ist im oberen Bereich als Außenraum zugelassen. „Es würde sich hervorragend für ein Public Viewing eignen“, sagt Christian Höher vom Gaskessel. Der Ort habe eine „perfekte Stadionatmosphäre“ und könne auch bei Regen genutzt werden. „Wir haben keine Ahnung, wie es im Sommer aussieht“, sagt er. Wenn das Impftempo sich erhöhe und das Wetter besser werde, „könnte es mit Juni hinkommen“.

Bessere Chancen haben Autokinos, die 2020 ein Revival erlebten. Diese Form des gemeinsamen Filmguckens gilt in der Pandemie als sicher. Der Ticketverkauf findet kontaktlos statt, jeder sitzt in seinem Auto und schaut den neuesten Blockbuster – und die Coronaviren haben keine Chance, sich ungehindert zu verbreiten. Aber auch hier winkt Clalüna ab: „Alles, was mit Großveranstaltungen zu tun hat, planen wir derzeit nicht.“ Die Eventagentur hatte im vergangenen Jahr ein Autokino auf dem Schützenplatz in Remscheid betrieben. „Autokinos sind nicht rentabel“, sagt er.

Im vergangenen Juni hatten die Filmverleiher angekündigt, temporären Autokino-Betreibern keine Filme mehr zur Verfügung stellen. „Das Argument, dass sie damit Kinos schützen wollten, war aber nur vorgeschoben“, sagt Patrick Clalüna. Im Endeffekt sei es um den Ausbau der Streamingdienste gegangen. Bestes Beispiel sei Disney Plus. Zusätzlich wurden Blockbuster wie der neue James Bond und „Top Gun 2“ mehrfach verschoben und das Interesse an Autokinos sei gesunken, sobald es Lockerungen gab. „Das Geld wurde an anderer Stelle ausgegeben“, sagt Patrick Clalüna ernüchtert.

Rex-Betreiber: Autokino vielleicht im Mai oder an Wochenenden

Davon lässt sich Mustafa El Mesaoudi, Inhaber der Kinos Cinema und Rex, nicht entmutigen. Er hat im vergangenen Jahr ein Autokino auf dem Carnaper Platz veranstaltet. „Wir haben sehr stark begonnen. Von acht Wochen waren fünf sehr gut“, sagt er. Aber als die Lockerungen kamen und alle wieder arbeiten mussten, seien die Besucherzahlen zurückgegangenen. „Das lag auch daran, dass die Filme erst starteten, wenn es dunkel wurde. Das ist im Juni häufig erst um 22 Uhr“, sagt El Mesaoudi. Für die Planungen in 2021 will er das miteinbeziehen: „Wenn es wieder ein Autokino gibt, dann vielleicht nur im Mai oder am Wochenende.“

Vorschau

Angekündigt auf Wuppertal Live wird das Feuertal Festival für das Wochenende 26. bis 29. August. Unter anderem sollen nach aktuellem Stand dann Schandmaul, Versengold und Knasterbart auf der Waldbühne Hardt in Wuppertal auftreten. Auch das Kinder- und Familienfest auf der Hardt wird für den 20. Juni angekündigt.

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