Vegan ist mehr als nur Tierisches wegzulassen

Tina Kiskalt lebt vegan. Ihr absolutes Lieblingsgericht: Tabouleh-Salat mit Bulgur, Minze und Gemüse. Foto: Andreas Fischer
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Tina Kiskalt lebt vegan. Ihr absolutes Lieblingsgericht: Tabouleh-Salat mit Bulgur, Minze und Gemüse. Foto: Andreas Fischer

Ernährungsberaterin Tina Kiskalt gibt Tipps anlässlich der Kampagne „Veganuary“

Das Gespräch führte Hannah Florian

Wuppertal Der Januar ist der Monat der guten (Sport-)Vorsätze und gesunden Ernährung. Passend dazu ruft die weltweite Kampagne „Veganuary“ dazu auf, sich den Januar über vegan zu ernähren. Aber ist das überhaupt gesund, und was muss man dabei beachten? Wir haben darüber mit Ernährungsberaterin Tina Kiskalt aus Wuppertal gesprochen.

Frau Kiskalt, was bedeutet vegane Ernährung?

Tina Kiskalt: Wer sich vegan ernährt, verzichtet auf alles, was tierisches Produkt ist. Das kann aber auch seine Tücken haben, nämlich wenn man sich zwar vegan ernährt, aber nicht gesund. Wer Fleisch, Fisch und Milch weglässt und in den Supermarkt geht, um sich tierische Ersatzfertigprodukte zu kaufen, ernährt sich nicht unbedingt gesund. Wichtig ist es, sich vollwertig vegan zu ernähren.

„Man fühlt sich vitaler, nicht mehr müde.“

Tina Kiskalt über die Wirkung veganer Ernährung

Das klingt aber schon etwas kompliziert.

Kiskalt: Muss es aber nicht sein. Ich würde jedem, der sich vegan ernähren möchte, raten zu klären, warum er das möchte. Kommt es ihm auf die Gesundheit an? Geht es ihm ums Tierwohl? Ich persönlich habe nicht von heute auf morgen meine Ernährung komplett umgestellt, sondern Schritt für Schritt. Es darf keinen Stress machen.

Wie beurteilen Sie vor diesem Hintergrund Kampagnen wie den ‚Veganuary’?

Kiskalt: Ich finde das total super. Die Challenge lädt dazu ein, einfach mal auszuprobieren, sich reinzufühlen, und das ganz ohne Stress. Das Wichtigste ist immer: Es muss schmecken!

Es heißt, wer sich vegan ernährt, muss Vitamin B12 in Tablettenform zusätzlich zuführen. Wenn ich mich also vegan ernähre, habe ich grundsätzlich einen Mangel an dem Vitamin?

Kiskalt: Ja, das kann passieren. Aber das kann auch Menschen passieren, die sich nicht vegan ernähren. Viele ältere Menschen leiden ebenfalls an Vitamin B12-Mangel, weil das Vitamin mit dem Alter nicht mehr so gut aufgenommen und verarbeitet werden kann. Vitamin B12 beziehen wir aus tierischen Produkten, deshalb müssen Veganer in Form von Tabletten nachhelfen. Jetzt stellt sich aber die Frage: Woher bekommt die Kuh, deren Fleisch wir essen, das Vitamin B12? Es wird dem Futter beigemischt.

Lassen sich denn bereits nach einem Monat veganer Ernährung Veränderungen spüren?

Kiskalt: Das kann man nicht per se sagen. Es kommt darauf an, wie man sich vorher ernährt hat. Wer vorher schon gesund gelebt hat, merkt bereits nach einem Monat eine positive Veränderung.

Was merke ich dann?

Kiskalt: Man fühlt sich vitaler, nicht mehr müde. Das unangenehme Völlegefühl nach dem Essen verschwindet. Stuhlgang und Verdauung regulieren sich, der Stoffwechsel wird angekurbelt und die Blutfettwerte verändern sich zum Positiven.

Sie sprechen davon, kein Völlegefühl mehr zu haben. Werden Veganer denn richtig satt?

Kiskalt: Ja! Wenn man allerdings kocht wie bisher und einfach die tierischen Produkte weglässt, wird es schwierig. Aber wer neue Rezepte ausprobiert, mehr Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte mit einbezieht, der wird satt.

Kann es vorkommen, dass ich nach mehreren Monaten veganer Ernährung tierische Produkte plötzlich nicht mehr vertrage?

Kiskalt: Es gibt keine Studien dazu, aber viele Veganer berichten davon, dass sie Probleme bekommen, wenn sie zu tierischen Produkten greifen. Wenn ich meinen Kaffee ausnahmsweise mit einem Schluck normaler Milch trinke, wird mir direkt schlecht.

Welche Fehler passieren Einsteigern häufig?

Kiskalt: Wenn mir jemand erzählt, er werde sich von heute auf morgen vegan ernähren, bekomme ich Bauchschmerzen, denn dann ist die Gefahr sehr hoch, in einen Mangel zu rauschen. Besser ist es, sich vorab zu informieren, mal ein Buch dazu zu lesen und Schritt für Schritt einzusteigen.

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