Jubiläum

Unternehmen zeigt seit 75 Jahren Flagge

Geschäftsführer Kai Frauenhoff beobachtet „Nachholeffekte“ bei den Bestellungen.
+
Geschäftsführer Kai Frauenhoff beobachtet „Nachholeffekte“ bei den Bestellungen.

Auftragslage für Fahnen Herold ist nach einer Corona-Flaute wieder ordentlich.

Von Michael Bosse

Wuppertal. Das Jubiläum zu ihrem 75-jährigen Bestehen können Geschäftsführung und Beschäftigte der Fahnen Herold Wilhelm Frauenhoff GmbH & Co. KG mittlerweile deutlich entspannter angehen als noch in der Hochphase der Corona-Pandemie. Aktuell ist die Auftragslage für das Langerfelder Unternehmen, das seinen Sitz In der Fleute 81-89 hat, wieder sehr ordentlich. „Derzeit haben wir eine sehr gute Auslastung“, sagt Geschäftsführer Kai Frauenhoff. Auch „Nachholeffekte“ bei den Bestellungen seien jetzt zu beobachten.

Vor zwei Jahren sah das noch anders aus. Als Folge der Corona-Einschränkungen musste der Hersteller von Fahnen, Bannern, Spannbändern, Hussen und Wimpeln „massive Einbrüche“ hinnehmen, berichtet Kai Frauenhoff, der der Enkel des Firmengründers Wilhelm Frauenhoff ist. Lediglich die Herstellung von Werbefahnen für Kunden wie Autohäuser, Baumärkte und Brauereien sei weitergelaufen. Zwischenzeitlich musste das Unternehmen mit seinen aktuell rund 120 Mitarbeitern auch Kurzarbeit anmelden.

Von dieser wirtschaftlichen Notlage ist Fahnen Herold derzeit zum Glück weit entfernt – allein die deutlich gestiegenen Energiekosten setzen dem Unternehmen zu, auch die Diskussion um einen möglichen Stopp der Gaslieferungen macht Sorgen. Die Produktion selbst brummt aber wieder wie in Vor-Corona-Zeiten, sie läuft im Zwei- und teilweise auch Dreischichtbetrieb. Wobei das hauptsächliche Geschäftsfeld in der Produktion von Fahnen und Bannern für Unternehmen, Werbeaktionen oder Veranstaltungen liegt. So werden derzeit 20 000 kleine Fahnen für den FC Zürich gedruckt, die der Schweizer Fußballverein anlässlich der Meisterfeier an seine Fans geben will.

Wir haben die Lagerbestände sehr hochgefahren.

Geschäftsführer Kai Frauenhoff

Nationalflaggen machen dagegen weniger als 10 Prozent der Aufträge von Fahnen Herold aus, wie Marketingleiter Fabian Kehrenberg berichtet. Und auch die zwischenzeitlich gestiegene Nachfrage nach ukrainischen Flaggen konnte schnell gestillt werden. Zudem würden solche Landesflaggen oft von Privatleuten genutzt und hätten deshalb eine deutlich längere Lebensdauer als Fahnen, die bei Werbeaktionen und anderen Veranstaltungen im Freien verwendet werden.

Fahnen Herold ist eines von europaweit etwa vier Unternehmen, das sich auf die Produktion hochwertiger Fahnen und Banner spezialisiert hat. Auch Fahnenmasten und Zubehör gehören zum Portfolio. Vor allem die „Lichtechtheit der Farben“ sorge für eine bessere und nachhaltige Qualität des Drucks, sagt der Geschäftsführer. Die Kunden stammen vor allem aus den Bereichen Autobau, Einzelhandel, Gastronomie oder Event-Management, auch Sportvereine fragten mittlerweile wieder verstärkt an.

Die ersten bedruckten Fahnen entstanden vor mehr als 50 Jahren bei Fahnen Herold, das Unternehmen ist seiner Herkunft treu und immer im Wuppertaler Stadtteil Langerfeld geblieben. Gegründet wurde Fahnen Herold 1947 von Edith und Wilhelm Frauenhoff. Erste Produkte waren Stopfpilze, Baukästen, Spielzeug und Fahrradwimpel. Sein Großvater habe damals die Nachfrage nach Fahrradwimpeln erkannt und die ersten Wimpel aus ehemaligen Provianttaschen von Soldaten hergestellt, berichtet der Geschäftsführer.

Im Jahr 1950 folgte der Umzug in die Spitzenstraße, wo das Unternehmen in neue Bandwebstühle investierte und eine Siebdruckerei aufgebaut wurde. Fünf Jahre später wurden Gebäude an der Schwelmer Straße erworben und bezogen.

Ein Unglück brachte dann die betriebliche Neuausrichtung: 1971 kam es zu einem Großbrand im Gebäude an der Schwelmer Straße. Als Konsequenz habe sich sein Großvater dann beim Wiederaufbau der Firma auf die Herstellung von Fahnen konzentriert, sagt Kai Frauenhoff. 1984 kaufte Fahnen Herold den Firmenkomplex In der Fleute und baute ihn großräumig aus. Dort hat das Unternehmen alle Bereiche angesiedelt. Das Areal umfasst rund 20 000 Quadratmeter. Mehr als 5,5 Millionen Quadratmeter an bedrucktem Tuch werden pro Jahr produziert.

Gleichwohl muss auch ein etabliertes Unternehmen wie Fahnen Herold angesichts der aktuellen Weltlage mit Unwägbarkeiten leben. Im Zuge der Diskussion um stockende globale Lieferketten hat es sich mit Chemikalien und Farben eingedeckt. „Wir haben die Lagerbestände sehr hochgefahren“, unterstreicht der Geschäftsführer. Die Druckstoffe aus Polyestergewebe erhält das Unternehmen von Zulieferern aus Radevormwald und Hessen – da ist die Lage entspannt.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

MTV Europe Music Awards werden in Düsseldorf verliehen
MTV Europe Music Awards werden in Düsseldorf verliehen
MTV Europe Music Awards werden in Düsseldorf verliehen
Ab Mittwoch Engpass auf der A 46
Ab Mittwoch Engpass auf der A 46

Kommentare