„Uns gibt es nur einmal in Deutschland“

Dr. Andreas Wallbrecht ist der Leiter des Werkzeugmuseums in Remscheid-Hasten. Foto: Michael Schütz
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Dr. Andreas Wallbrecht ist der Leiter des Werkzeugmuseums in Remscheid-Hasten. Foto: Michael Schütz

50 Jahre Deutsches Werkzeugmuseum in Remscheid-Hasten

Von Sabine Naber

REmscheid Schon als das Remscheider Werkzeugmuseum an der Hastener Cleffstraße im Februar 1967 eröffnet wurde, sagte Professor Dr. Stampfuß vom Landschaftsverband Köln in seiner Begrüßung, dass man das Museum aufgrund seiner hervorragenden Bestände mit Recht als „Deutsches Werkzeugmuseum“ bezeichnen könnte. Das aber passierte erst drei Jahre später 1970, so dass in diesem Jahr eigentlich das 50-jährige Jubiläum des Remscheider Museums gefeiert werden könnte.

„Uns gibt es nur einmal in Deutschland“, betont Museumsleiter Dr. Andreas Wallbrecht. Zwar gebe es Spezialmuseen, beispielsweise mit Hobelwerkzeugen, aber das seien fast immer Privatsammlungen. Zu einem Überblickmuseum gehöre aber mehr, als nur zu sammeln. „Unser Museum spiegelt die Geschichte des Werkzeugs wieder. Alles im Umfeld von Werkzeug ist hier der Schwerpunkt“, sagt Wallbrecht. Auch Handel, Exportpapiere oder Abbildungen von Werbung gehören dazu.

Viele wichtige Firmen, die auf dem Weltmarkt ganz vorne sind, spielen im Deutschen Werkzeugmuseum eine große Rolle. Wallbrecht nennt das Stahlwerk Lindenberg und die Firma Mannesmann als Beispiel: „Von Lindenberg stehen hier zwei Öfen. Und ohne die nahtlosen Rohre von Mannesmann wäre die Dampfmaschine nicht gekommen.“ Richard Lindenberg, der 1925 bei einem Flugzeugabsturz starb, gehörte damals das Haus Cleff. Er wohnte dort nicht, wohl aber seine Werkchefs. Zwei Jahre später kaufte die Stadt das Haus, 1928 wurde das Heimatmuseum eröffnet. „So wurde das Leben dokumentiert. Es wurde aus bürgerschaftlichem Engagement heraus gesammelt, was es vor Ort gab, was typisch für die Region ist. Und es war auch der Ort, wo Werkzeuge gesammelt wurden“, erklärt der Museumsleiter. Mit dem Bau des Werkzeugmuseums seien die Werkzeuge konsequent in den Vordergrund gestellt worden.

Der Bergische Geschichtsverein mit seinem damaligen Vorsitzenden Erich Thienes habe es auf den Weg gebracht. Und es dann der Stadt geschenkt. Bei der Eröffnung wünschte Thienes sich, dass vor allem die Jugend hier ersehen möge, welche Arbeit die Altvorderen geleistet haben: „Als sie in hartem Tagewerk die Werkzeuge schufen, die in aller Welt vom Fleiß und von der Schaffenskraft unserer Heimat Zeugnis ablegten.“

„Wir bekommen fast alles als Schenkung.“

Dr. Andreas Wallbrecht, Museumsleiter

„Man konnte in diesem Museum auf der überdachten Hoffläche dann ganz andere Dinge zeigen. Das war wegweisend für das, was in den 90er Jahren hier entstand“, sagte Wallbrecht. 1998 wurde das fertige Museum eröffnet. Der Förderkreis hatte mit den Firmen bezüglich der Inneneinrichtung verhandelt, das sei die Basis fürs jetzige Aussehen gewesen. Heute sei das Museum auf der einen Seite eine Begegnungsstätte, auf der anderen ein Ort, an dem museale Kulturgüter gezeigt werden.

„Wir bekommen fast alles als Schenkung“, sagt der Museumsleiter. Und nennt als Beispiel die Firma Metabo: „Sie war hier vor Ort, ist im Museum aufgegangen.“ Erst stünden die Sachen im Magazin, würden dokumentiert und aufbewahrt. Bei Bedarf würden Ausstellungen damit erweitert. „Wir inventarisieren die Objekte, Erläuterungen kommen dazu, neue Erkenntnisse werden herausgearbeitet. Für 2021 sei eine Ausstellung zu Stechbeiteln geplant. Dazu soll es eine Publikation geben. „Sammeln, bewahren, erforschen, präsentieren, das ist die Aufgabe von Museen“, fasst es Wallbrecht zusammen. Über Dokumente der Weiterentwicklung würde man sich im Deutschen Werkzeugmuseum übrigens auch freuen.

Museum

Pläne: Für das Deutsche Werkzeugmuseum an der Hastener Cleffstraße in Remscheid sind 15 Infoterminals geplant. Der erste ist bereits in Arbeit. Schon in zwei Wochen soll eine Mannesmann-Filmprojektion fertig sein.

Öffnungszeiten: Dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr. Mehr Infos gibt es telefonisch unter Tel. (0 21 91) 16 25 19 oder auch per E-Mail:

werkzeugmuseum-hiz@remscheid.de

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