Roboter

Uni-Studie: „Pepper“ geht jetzt zur Schule

Roboter „Pepper“ war zu Gast in der GGS Haarhausen. Durch ihn sollen die Schüler lernen, mit ihren Gefühlen umzugehen. Foto: Anna Schwartz
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Roboter „Pepper“ war zu Gast in der GGS Haarhausen. Durch ihn sollen die Schüler lernen, mit ihren Gefühlen umzugehen.

Wuppertal. Sozialer Roboter soll Kinder zu mehr Interaktion animieren.

Von Nina Mützelburg

Die Grundschüler scharen sich um den Roboter, der nur unwesentlich kleiner ist als sie. Aus seinen Kulleraugen, mit denen er auch blinzeln kann, schaut er die Kinder an und wartet auf ihre Anweisungen. Seine Hände sind dabei in stetiger Bewegung. Alle Kinder wollen mit Pepper interagieren, indem sie ihn Ansprechen oder das Touchpad auf seiner Brust bedienen. Die achtjährige Lara ist dabei schon sehr routiniert. Der Roboter fragt das Mädchen, wie sie sich gerade fühlt. „Anhand der Smileys kann ich nun ein Gefühl wählen“, erklärt sie und drückt als Beispiel auf den grimmig dreinblickenden, orangefarbenen Smiley. „Das bedeutet, dass ich wütend bin“, sagt sie. Prompt bietet Pepper dem Mädchen Möglichkeiten an, wie sie mit ihrer Wut umgehen könnte. Unter anderem würde das Gerät gemeinsam mit Lara Entspannungs- oder Atemübungen machen. Der Roboter hat aber noch einiges mehr drauf. So kann er ein Emotionsquiz spielen oder die Kinder zu sozialer Interaktion ermutigen.

Denn Pepper ist ein sozialer Roboter, der mit Menschen interagieren und kommunizieren kann. Seit Anfang des Monats ist er in einer Klasse der Grundschule Haarhausen. Es handelt sich um eine Inklusionsklasse, in die auch Kinder mit speziellem Förderbedarf gehen. „Wir erhoffen uns durch Peppers Einsatz eine Verbesserung der sozial-emotionalen Kompetenzen der Schüler sowie eine Verbesserung des Klassenklimas und der Klassengemeinschaft“, erklärt Gino Casale, Professor für Methodik und Didaktik in den Förderschwerpunkten Lernen sowie emotionale und soziale Entwicklung.

Noch bis Ende des Monats geht Pepper zur Schule

Er und seine studentische Mitarbeiterin Mia Schrage, die in dem Projekt ihre Masterarbeit schreibt, führen die Studie durch. Noch bis Ende des Monats wird Pepper zur Schule gehen. „Ziel der Studie ist es, zu überprüfen, ob durch den Einsatz des Roboters die sozial-emotionale Kompetenz der Schüler zunimmt, die soziale Partizipation der Schüler oder das Klassenklima gesteigert werden und sich die Stimmung im Unterricht verbessert. Außerdem untersuchen wir die Kind-Roboter-Interaktionen, vor allem über Unterrichtsvideos“, erklärt Casale. So wuselig wie Dienstagmorgen ist es um Pepper natürlich nicht immer.

Auch Lehrerin Carolin Erdmann ist sehr angetan von ihm: „Schon nach zwei Tagen haben die Kinder ihn als Klassenkameraden akzeptiert.“ Der Roboter ist auch für sie eine Unterstützung. „Wenn zum Beispiel Kinder sehr aufgewühlt aus der Pause kommen und Redebedarf haben, fehlt im Alltag manchmal einfach die Zeit, auf jeden Einzelnen ganz intensiv einzugehen. Pepper bietet den Kindern dann Lösungen an, wie sie mit ihren Gefühlen umgehen können“, sagt die Lehrerin. Im Idealfall erinnern die Kinder sich an diese Strategien dann auch im Alltag und wenden sie an.

Erdmann hatte sich mit ihrer Klasse darum beworben, an der Studie teilnehmen zu können. Dass sie eine jahrgangsübergreifende Inklusionsklasse hat, war dabei von Vorteil: „So kann in einer Klasse geschaut werden, wie Pepper bei Kindern unterschiedlichen Alters ankommt“, sagt sie. Ein Schwerpunkt des Roboters liegt auf Kindern mit sozial-emotionalen Beeinträchtigungen. Die Erfahrungen der ersten Tage zeigen: „Die Schüler sprechen sehr positiv auf den Roboter an und zeigen große Freude an der Interaktion mit ihm. Vor allem übernehmen sie auch Verantwortung für ihn und interagieren sehr sensibel“, so Casale. Bei der Studie in Haarhausen handelt es sich um ein Pilotprojekt. Aktuell ist geplant, den Roboter im nächsten Schuljahr in mehreren Klassen zu erproben.

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