Geimpft, genesen oder getestet

Uni startet in Präsenz: 3G wird mit Armbändchen kontrolliert

Farbige Bändchen erhalten Studierende, die geimpft, genesen oder getestet sind. Foto: Andreas Fischer
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Farbige Bändchen erhalten Studierende, die geimpft, genesen oder getestet sind.

Wuppertal. Die Impfquote unter den Studierenden liegt bei gut 80 Prozent.

Von Anne Palka

„Die Uni war eine der ersten Sachen, die gestrichen wurde, und seitdem nicht mehr geöffnet. Wir waren quasi immer im Lockdown“, sagt Joshua Gottschalk, einer der drei Vorsitzenden des Allgemeinen Studierendenausschusses (Asta). Nach anderthalb Jahren digitalem Studium begann am Montag die erste Vorlesungszeit seit Beginn der Pandemie, in der Präsenzveranstaltungen wieder zur Regel werden, auch volle Hörsäle sind möglich.

„Stigmatisierungen werden vermieden.“

Joshua Gottschalk, Asta, über die Bändchen

„Wir sind dazu verpflichtet, 3G zu kontrollieren, möglichst flächendeckend“, sagt Andreas Frommer, Prorektor für Studium und Lehre. Die Universitäten haben sich dafür unterschiedliche Systeme überlegt. In Wuppertal hat man sich für eins mit Festival-Armbändchen entschieden. „Diese Variante halten wir für sehr geeignet“, sagt Joshua Gottschalk. „Alle bekommen die gleichen Bändchen. Stigmatisierungen werden vermieden, zum Beispiel von Studierenden, die sich nicht impfen lassen können.“

Impfquote wurde bei Prüfungen statistisch erfasst

Die Impfquote unter den Studierenden sei jedoch hoch, sie liege bei gut 80 Prozent, sagt Frommer. Es dürfe nicht personenbezogen erfasst werden, wer geimpft ist und wer nicht. Im September wurde jedoch anonymisiert festgehalten, mit welchen Nachweisen Studierende an Prüfungen teilgenommen haben. Deshalb seien das „belastbare, aussagekräftige Zahlen“.

An anderen Hochschulen bekommen Geimpfte beispielsweise einen Aufkleber auf ihren Studierendenausweis. Für Ungeimpfte wird dann eine andere Lösung benötigt, weil die negativen Tests immer wieder neu vorgewiesen werden müssen. An der Bergischen Universität Wuppertal müssen die Studierenden täglich zu einer Ausgabestation gehen, um sich ein Armbändchen abzuholen, dessen Farbe wechselt und das den 3G-Status bestätigt.

Ein negativer Aspekt dabei seien die Ressourcen, sagt Gottschalk, im Laufe des Semesters würden viele Einweg-Bändchen verbraucht. Der positive Aspekt sei, dass die Bändchen sofort zu sehen sind und sich die Studierenden frei auf dem Campus bewegen können. „Danach kann man in jede Veranstaltung, in die Mensa, die Bibliothek oder zum Hochschulsport, ohne dass eine längere Kontrolle nötig wäre“, sagt auch Frommer. Besonders zu den Stoßzeiten seien die Ausgabestationen personell verstärkt besetzt.

„Ich glaube nicht, dass die Bändchen allein für ein großes Chaos sorgen werden“, denkt auch Gottschalk. „Aber es werden Studierende aus vier Semestern sein, die noch nie oder sehr wenig an der Uni waren. Das muss sich ein bisschen einpendeln.“

Dafür werde es regelmäßige Besprechungen und Newsletter an die Studierenden geben, sagt Frommer. „Wir sind freudig gespannt auf dieses Semester. Wir haben es als Übergangssemester bezeichnet, in dem der normale Betrieb vorbereitet wird. Wir werden das beste daraus machen.“

So werden große Veranstaltungen weiterhin auch digital angeboten, damit auch Studierende teilnehmen können, die sich besonders schützen müssen. Auch Prüfungserleichterungen bleiben bestehen. Wie in den vergangenen Semestern können Studierende auch in diesem Wintersemester noch kurz vor der Prüfung von der Anmeldung zurücktreten, wenn sie sich nicht gut vorbereitet fühlen – vor der Pandemie war das nur mit einem Attest möglich. „Es ist eben noch nicht wieder alles normal“, sagt Frommer. „Ein Studium ist doch insgesamt schwieriger in Coronazeiten.“

Studierende freuen sich auf mehr Kontakt zu Kommilitonen

Auch der Kontakt habe gefehlt, sagt Joshua Gottschalk. Es sei wichtig gewesen, einen Fokus auf Sicherheit zu legen und die Gesundheit zu schützen. „Jetzt ist es richtig und wichtig, wieder zu öffnen.“

Die Orientierungswochen für Erstsemester werden von den Fachschaften organisiert. Manche hätten sich entschieden, Veranstaltungen weiterhin online stattfinden zu lassen, manche haben auch Partys organisiert. Einige holen solche Veranstaltungen sogar für Drittsemester nach, für die sie im vergangenen Jahr ausgefallen waren.

Weil solche Veranstaltungen ausfielen, fehle dem Asta und der Hochschulpolitik mittlerweile der Nachwuchs, die Studierenden hätten das einfach nicht kennengelernt. „Sie sollen an der Uni mitreden, und dafür ist es wichtig, dass sie vor Ort sind.“ Deshalb hat der Asta einen Infostand auf der Asta-Ebene.

In sozialen Medien tauschen sich Studierende über den Semesterstart aus, zum Beispiel in Facebook-Gruppen und auf der Internet-Plattform Jodel. Viele freuen sich auf das neue Semester, in dem sie Kommilitonen wiedersehen und Kontakte knüpfen können. Auch die Kommunikation mit Dozenten und in Seminaren werde so wieder einfacher. Die Vorlesung nicht mehr im Bett anschauen zu können, wird sowohl negativ als auch positiv bewertet: Bequemlichkeit steht dort einem routinierten Alltag gegenüber.

Impfbus

Für Ungeimpfte gibt es Aktionen mit dem Impfbus. Er macht am 14. Oktober sowie am 8. und 11. November von 10 bis 14 Uhr am Campus Grifflenberg vor dem Gebäude V/W halt.

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