Bildung

Uni rechnet mit „Corona-Effekt“

Für Erstsemester gibt es an der Bergischen Uni Wuppertal zusätzliche Angebote zur Unterstützung. Archivfoto: BUW
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Für Erstsemester gibt es an der Bergischen Uni Wuppertal zusätzliche Angebote zur Unterstützung.

Einige Professoren gehen von Defiziten bei Abiturienten aus.

Von Daniel Neukirchen

Wuppertal. Universitäten in Nordrhein-Westfalen rechnen infolge des langen Online-Unterrichts in der Corona-Zeit mit Problemen von Schülern beim Wechsel ins Studium. Der Wuppertaler Uni-Direktor Lambert T. Koch ist auch Vorsitzender der Landesrektorenkonferenz der Universitäten in NRW und hatte sich öffentlich dazu geäußert, dass er Probleme der künftigen Studenten vor allem mit Blick auf Mathematik sieht, weil es da ums sukzessive Üben geht.

Sorgt man sich in Wuppertal auch um den Corona-Effekt? Schulleiter Kai Herrmann vom Gymnasium Vohwinkel sieht bei den Abiturienten, die dieses Jahr ihren Abschluss gemacht haben, weniger Probleme. Sie hätten viel mehr Präsenzunterricht als alle anderen bekommen, weil Abiturklassen zeitweise vom Homeschooling ausgenommen waren. Schwieriger hält er die Situation für die Schüler, die 2022 und 2023 ihr Abitur machen werden. „Denen fehlt viel vom wissenschaftlichen Arbeiten“, sagt Herrmann.

Er verstehe die Sorge von Lambert T. Koch, was speziell das Fach Mathe angeht. „Mathe ist traditionell für die meisten Nachprüfungen verantwortlich“, sagt Herrmann. Da fallen Leistungsdefizite am deutlichsten auf und können am schwersten kompensiert werden.

Solche Defizite könnten nicht nur für die Universitäten zum Problem werden. Gerade das Handwerk sucht händeringend nach jungen Leuten, die sich auch für Mathe begeistern können – oft vergebens. Kreishandwerksmeister Arnd Krüger sagt: „Mathe war schon immer das Problem.“ Insgesamt sei die „Ausbildungsfähigkeit“ der Schulabsolventen nicht mehr so, wie das Handwerk das eigentlich benötigen würde. Auch Krüger sorgt sich, dass der Effekt jetzt in der Pandemie noch verstärkt wird. Es kommen häufig „unfertige, junge Menschen“ in die Betriebe. „Auf die Berufsschulen kommt einiges zu.“

Sehr gute Noten trotz Corona-Pandemie

Doch nicht alle sehen den Stand der schulischen Ausbildung so düster. Sabine Drübert, stellvertretende Schulleiterin des Carl-Fuhlrott-Gymnasiums, sieht zumindest beim jüngsten Abiturjahrgang keinerlei Defizite. Sie sagt: „Wir hatten viele Schüler mit der Note 1,0 dabei.“ Sogar mehr als im vergangenen Schuljahr, und das sei kein „Corona-Bonus“ gewesen. Allerdings: Eine Erleichterung hat es für die Abiturienten gegeben. Sie durften bei ihren Abschlussklausuren aus vier verschiedenen Klausur-Themen wählen –nicht wie bisher aus drei.

Drübert glaubt, dass die Corona-Krise die Schüler sogar mehr gefordert hat und sie dadurch in gewisser Weise besser auf das Studium vorbereitet sind. Sie sagt: „Die Schüler mussten mehr eigenverantwortlich lernen.“ Auch das Soziale sei nicht so kurz gekommen, wie das so mancher denken mag. „Die Schüler haben viel gemeinsam gelernt. Wenn auch online.“

Die Wuppertaler Uni bereitet sich jedenfalls auf die Corona-Jahrgänge vor. Prof. Dr. Andreas Frommer, Prorektors für Studium und Lehre, sagt: „Gerade für die jetzt startenden Erstsemester hält die Bergische Universität für alle Fälle zusätzliche Angebote bereit, mit denen die Studienstarter unterstützt werden können, die weniger optimale Voraussetzungen mitbringen.“ Dazu gehörten vor allem die sogenannten Werkstätten-Angebote: In der Mathewerkstatt kann in Präsenz und zusätzlich auch online in Minikursen schulisches Wissen aufgefrischt und vertieft werden, zusätzlich gibt es einen Help-Desk mit Beratung und Verweisen auf personalisierte weitere Lernangebote.

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