Empfang

Uni ehrt Seniorinnen für ihre wissenschaftlichen Arbeiten

Karin Friehold (v. l.), Angelika Mahnkopf und Ulrike Schmidt nahmen ihre Abschluss-Zertifikate in Empfang.
+
Karin Friehold (v. l.), Angelika Mahnkopf und Ulrike Schmidt nahmen ihre Abschluss-Zertifikate in Empfang.

Wuppertal. Drei Absolventinnen erhielten in der Historischen Stadthalle ihre Zertifikate.

Von Caroline Büsgen

Wer studiert, ist meistens jung, fängt nach dem Abi an oder nach einer Berufsausbildung. Nach der Familiengründung und Karrierearbeit wird dann eher selten, vielleicht berufsbegleitend oder in Teilzeit studiert. Anders ist das bei Karin Friehold und Ulrike Schmidt gewesen. Dass man sich seinen Traum vom wissenschaftlichen Arbeiten auf Forschungsgebieten, die einen interessieren, auch zu einem späteren Zeitpunkt im Leben erfüllen kann, wurde jetzt im Rahmen einer Feierstunde in der Historischen Stadthalle deutlich. Dort erhielten sie und ihre Mitstudentin Angela Mahnkopf ihre Zertifikate zum Abschluss des Seniorenstudiums.

Karin Friehold und Ulirke Schmidt hätten beide gern als junge Frauen studiert, das ging aber aus verschiedenen Gründen nicht. Für die 82-jährige Karin Friehold ist das Zertifikat, das sie nun für ihre wissenschaftliche Arbeit zum Thema „Der Islam im Vergleich zu anderen monotheistischen Religionen“ erhalten hat, schon ihr drittes. Diesmal hat sie ihre Arbeit in evangelischer Theologie angefertigt, die beiden vorherigen Studienarbeiten waren im Bereich Mittelaltergeschichte angesiedelt. Nach dem Tod ihres Mannes gab ihre Tochter den Anstoß für das Seniorenstudium, denn das kann man auch ohne Abitur beginnen. „Ich glaube, ich musste mir beweisen, dass ich schon damals hätte studieren können“, begründet sie, warum sie sich drei Zertifikate erarbeitet hat.

Das Lernen bis in die frühen Morgenstunden für Themen, die sie interessieren, der Austausch mit den jungen Leuten und die Bekanntschaft mit Mitstudentin Ulrike Schmidt haben ihr auch große Freude gemacht. „Es hat ein bisschen gedauert, aber schließlich bekommt man auch als Ältere einen guten Draht zu den jungen Leuten“, erzählt sie.

Die Leidenschaft von Ulrike Schmidt ist die Artussage, über die sie auch eine wissenschaftliche Arbeit angefertigt hat. Literaturwissenschaft war ihr Schwerpunkt, aber sie hat auch Veranstaltungen in den Fächern evangelische Theologie und Mittelaltergeschichte samt des Mittelhochdeutschen besucht.

Es werden gleich wieder neue Vorlesungen besucht

Ihre Forschungsarbeit beschäftigte sich mit einem Zitat aus dem Roman „Die Nebel von Avalon“ von Marion Zimmer Bradley. Anhand der Textstelle „Christus ist nicht mein Feind, aber seine Priester, die die Göttin einen bösen Geist nennen“ hat Ulrike Schmidt belegt, wie exakt, wissenschaftlich und historisch richtig die Autorin für ihren Roman recherchiert hat.

Kaum hat sie das aktuelle Zertifikat entgegengenommen, hat sie im Vorlesungsverzeichnis schon wieder neue Themen angekreuzt: Eine Vorlesung über die Geschichte der Grafen von Berg, etwas über Kirchengeschichte und Themen der evangelischen Theologie. Auch Karin Friehold hat sich schon wieder neue Studienschwerpunkte herausgesucht.

Für Angela Mahnkopf war das Studium an sich nichts Neues – sie hatte bereits am Fachbereich für Philosophie berufsbegleitend studiert und über ein psychologisches Thema promoviert. Für sie war das Spannende, sich wieder in ein neues Fachgebiet einzuarbeiten. Sie hat sich in ihrer Zertifikatsarbeit mit „Hölderlinresonanzen – Untersuchung dreier zeitgenössischer Gedichte im Hinblick auf ihren intertextuellen Bezug zu Friedrich Hölderlin“ beschäftigt.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

S 68 fällt einen Monat aus - Diese Halte sind betroffen
S 68 fällt einen Monat aus - Diese Halte sind betroffen
S 68 fällt einen Monat aus - Diese Halte sind betroffen
Rúrik Gíslason klagt am Wuppertaler Gericht für sein „Let’s Dance“-Honorar
Rúrik Gíslason klagt am Wuppertaler Gericht für sein „Let’s Dance“-Honorar
Rúrik Gíslason klagt am Wuppertaler Gericht für sein „Let’s Dance“-Honorar

Kommentare