Elberfelder Innenstadt

Uni bezieht weiteren Standort in Wuppertals City

Ralf Schulze von der Uni und Andreas Müller-Kehm vom Centermanagement (r.) zeigen sich zufrieden über die Kooperation. Foto: Andreas Fischer
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Ralf Schulze von der Uni und Andreas Müller-Kehm vom Centermanagement (r.) zeigen sich zufrieden über die Kooperation.

Wuppertal. Mehr Gastronomie, zwei Supermärkte und Hochschullehre, die Rathaus-Galerie soll seine Renaissance erleben.

Von Dawid Gryndzieluk

Die Rathaus-Galerie in der Elberfelder Innenstadt plant eine Umstrukturierung und holt dafür die Uni mit ins Boot. Das Shopping-Center ist ein klarer Verlierer des Wandels im Einkaufsverhalten der Wuppertaler. Leerstände und häufige Eigentümerwechsel waren die Folge. Andreas Müller-Kehm von der Vermietungsgesellschaft Retail Real Estate Experts GmbH aus Leverkusen erklärt: „Die Konzepte von damals tragen heute nicht mehr.“ Mit „damals“ meint er 1994, als das Einkaufszentrum gebaut wurde. „Wir haben keine Synergieeffekte, zu wenig Gastronomie. Die Kunden haben neben dem Einzelhandel keinen Grund, herzukommen“, erklärt der erfahrene Immobilienberater. Die Lösung: Umnutzung.

Möglich macht das der neue größte Mieter, die Bergische Universität Wuppertal. Konkret handelt es sich um acht von zehn Professuren des Instituts für Psychologie. Etwa 6000 Quadratmeter Büroflächen werden künftig Platz für mehr als 30 wissenschaftliche Mitarbeiter und 600 Studenten bieten. Zudem wird es Labore geben sowie zwei Hochschulambulanzen: eine für Kinder und Jugendliche und eine für Erwachsene, die den Campus Grifflenberg verlassen wird. Das oberste Geschoss soll fast gänzlich von der Bergischen Universität bevölkert werden. Im mittleren Geschoss werden Räumlichkeiten an der Galerie über dem Eingang am Willy-Brandt-Platz sowie am Eingang Karlsplatz Teile der Uni.Hochschulkanzler Roland Kischkel erklärt, wie es zu dieser eher ungewöhnlichen Konstellation einer Hochschule im Einkaufszentrum kam. „Wir sind aus den drei Standorten Grifflenberg, Haspel und Freudenberg herausgewachsen. Mit dem Umzug des Instituts für Psychologie in die Rathaus-Galerie lösen wir zunächst einmal das Flächen- und Kapazitätsproblem an unseren drei Kernstandorten.“Doch es gibt auch erhebliche Gründe, wieso ausgerechnet die Psychologie in die Innenstadt zieht: „Wir haben an diesem Standort eine Anbindung der Psychotherapeuten zur Schnittstelle der Stadtgesellschaft. Hier werden nicht nur Therapeuten ausgebildet – hier werden auch Bürger therapiert.“ Ralf Schulze ist Professor am Institut für Psychologie und fügt hinzu, dass die Erweiterung seines Fachbereichs gute Gründe habe. „Die Nachfrage an Psychologen derzeit ist sehr hoch – speziell im psychotherapeutischen Bereich. Leider sind Wartelisten für Patienten sehr lang. Der Gesetzgeber handelte 2020 gegen und damit änderten sich für uns Quantitäten und Qualitäten.“

Auch über die Uni hinaus ändert sich einiges

Nicht nur die Hochschullehre erhält Einzug in die Rathaus-Galerie. Auch bestehende geschäftliche Mieter werden Änderungen erfahren. So wird der derzeit vorhandene Lebensmittelhändler Edeka erweitern. Der Markt soll künftig im Erdgeschoss Teile der ehemaligen Toys-R-Us-Ladenfläche mieten. Gleich nebenan wird ein Konkurrent aus dem Discounter-Sektor liegen. Im obersten Geschoss soll ein großflächiges Fitness-Zentrum entstehen.

„Die Konzepte von damals tragen heute nicht mehr.“

Andreas Müller-Kehm, Vermietungsgesellschaft

Insgesamt betont die Vermietergesellschaft Retail Real Estate Experts die Wichtigkeit moderner Gastronomie, die vermehrt Platz einnehmen dürfen soll. So wünscht Immobilienberater Müller-Kehm, dass die Rotunde im Erdgeschoss wieder zum Verweilen einlädt und auch der Karlsplatz solle etwas mehr Leben erfahren.

Die Bauarbeiten haben bereits begonnen. Die ersten Übergaben an die Mieter sollen frühestens im September 2022 stattfinden. Die vollständige Fertigstellung aller Arbeiten ist für den Herbst 2023 angesetzt.

Was vielen Besuchern nicht bewusst ist: Auch Wohneinheiten befinden sich im Gebäude, 25 Stück. Die Lärmentwicklung der laufenden Arbeiten wird die wohnenden Mieter belasten. Auch der Ausblick auf 600 Studenten im Haus klingt nach viel Leben im Umfeld. Ralf Schulze vom Institut für Psychologie beruhigt mit Humor: „Jeder, der studiert hat, weiß, dass nie alle gleichzeitig anwesend sind.“

Bundesbahndirektion

Auch an einen weiteren Standort in Elberfeld soll die Bergische Universität Wuppertal ziehen: in die ehemalige Bundesbahndirektion. Dort sollen 5500 Quadratmeter angemietet werden, um zunächst einmal dem stark gewachsenen Flächenbedarf der Bildungsforschung Rechnung zu tragen. Dadurch soll aber auch die Sichtbarkeit in der Region erhöhen. -lho-

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