Gedenken

Überlegungen zum ehemaligen KZ Kemna

Das Gelände des früheren KZ Kemna gehört inzwischen der evangelischen Kirche. Archivfoto: Anna Schwartz
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Das Gelände des früheren KZ Kemna gehört inzwischen der evangelischen Kirche.

Wuppertal. Evangelische Kirchengemeinde lässt als Käufer eine Aufbereitung des Geländes prüfen.

Von Christian Lukas

Bereits im August 2019 hat der Gesamtverband der Evangelischen Kirchengemeinden des Kirchenkreises Wuppertal die Gebäude und das Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Kemna für 1,1 Millionen Euro erstanden. Nun stehen bauhistorische Untersuchungen und eine Machbarkeitsstudie an, die darüber entscheiden werden, wie Gebäude und Gelände in die Zukunft überführt werden.

„Wir waren an sich ja nur auf der Suche nach einer neuen Heimat für unser Kirchenarchiv und die Historische Bibliothek“, erinnert sich Superintendentin Ilka Federschmidt. Das Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers wurde der Kirche tatsächlich zufällig angeboten. Für die Kirche ergab sich durch dieses Angebot die Möglichkeit, die Gebäude einer kommerziellen Nutzung zu entziehen – auch um das Andenken an jene zu bewahren, die hier unter Folter und Terror gelitten haben.

Zeitplan in Abhängigkeit von der Machbarkeitsstudie

Bisher erinnert seit 1983 ein Mahnmal an die dunkle Geschichte des Ortes. Das Konzentrationslager an der Beyenburger Straße bestand von Juli 1933 bis Januar 1934. Ursprünglich für deutlich weniger Insassen gedacht, wurden hier 4500 vor allem politische Gefangene aus SPD, KPD und Gewerkschaften unter menschenverachtenden Bedingungen interniert. Unter Denkmalschutz steht das Gelände nicht. Nach dem Krieg ist es mehrfach zu massiven Umbauarbeiten und Neubauten gekommen.

Welche Teile der Gebäude und des Geländes lassen sich tatsächlich historisch, möglicherweise museal aufarbeiten, um sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen im Sinne moderner Gedenkstättenarbeit? Um das zu ergründen, hat der Gesamtverband nun die Untersuchungen in Auftrag gegeben. Das Archiv und die Historische Bibliothek werden in Zukunft ihre neue Heimat an diesem Platz finden. Es soll aber definitiv mehr werden. Ein Ort, der die Geschichte würdigt und an die Opfer erinnert. Die Grundstücksgröße umfasst 12 039 Quadratmeter, von denen etwa 2000 unter Naturschutz stehen. Auf dem Grundstück stehen mehrere Industriehallen sowie ein Büro- und ein Verwaltungsgebäude. Einige Industriehallen sind auch vermietet.

Neben dem Kaufpreis ist in der Zwischenzeit darüber hinaus ein niedriger sechsstelliger Betrag in Grundstück und Immobilie investiert worden. „Dies geschah überwiegend, um die Immobilie zu erhalten“, erklärt Philipp Strößer, Verwaltungsleiter des Evangelischen Verwaltungsamtes im Kirchenkreis Wuppertal. Die Machbarkeitsstudie wird aktuell von einem externen Expertenbüro durchgeführt. Stößer: „Für die Studie werden Kosten in Höhe von etwa 50 000 Euro entstehen.“

Aus dieser Machbarkeitsstudie folgten dann die Planungen für weitere Schritte. „Für eine konkrete Investitionsplanung ist es damit heute noch zu früh.“ Ebenso wie für die Nennung eines konkreten Zeitpunktes für den Beginn von Renovierungsarbeiten oder gar einem Bezug des Geländes.

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