Pilotprojekt

Trockenheit: So schützt die Stadt Wuppertal ihre Bäume

So wie hier in der Germanenstraße sieht es an vielen Stellen in der Stadt aus: Grünes, trockenes Laub säumt den Straßenrand – ein ähnliches Bild wie im Herbst. Foto: Tim Oelbermann
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Trockenheit macht den Bäumen zu schaffen.

Was die Stadt zum Schutz der Bäume vor Trockenheit macht und was ein Experte Privatleuten rät.

Von Christian Töller

Wuppertal. Ein vor allem in den vergangenen Jahren verstärkt aufgetretenes Problem in der Sommerzeit ist die zunehmende Hitze und Trockenheit. Besonders in den Jahren 2018, 2019 und 2020 gab es extreme Hitze- und Trockenheitsphasen, die an den Bäumen und Pflanzen nicht spurlos vorbeigegangen sind. Die zu trockenen Sommermonate machen die Bäume anfällig für Schädlinge und Krankheiten. Viele Bäume mussten durch die dadurch erlittenen Schäden in den Folgejahren gefällt werden.

Um die Bäume in der heißen Jahreszeit zu schützen, gießt die Stadt diese bereits seit April regelmäßig. Momentan sind zudem circa 250 Wassersäcke im Einsatz, die um die Bäume gelegt werden. Aufgrund der nicht optimalen klimatischen Rahmenbedingungen legt die Stadt einen weiteren Fokus auf die Wässerung der neu angepflanzten Bäume, vor allem auf die Bereiche, die ohne Unterstützung eine Trockenheitsphase nicht überstehen würden.

Hier wird teilweise bereits im April mit dem Ausbringen von Wassersäcken zunächst bis zum dritten Standjahr der Bäume begonnen. Dieser Zeitraum wird vermutlich nun nach und nach bis zum fünften Standjahr erweitert werden müssen, teilte die Stadt mit. Die städtischen Mitarbeiter wässern die Bäume regelmäßig, um den Ausfall von neu gepflanzten und noch nicht mit ausreichenden Wurzeln versehenen Bäumen auf ein Minimum zu reduzieren.

Ein Pilotprojekt untersucht den Einsatz von Wassersensoren

Ältere Bäume werden nach Angaben der Stadt dagegen nicht gewässert, da diese aufgrund ihres ausgedehnten Wurzelsystems in der Lage seien, sich selbst zu versorgen.

In einem Pilotprojekt untersucht die Stadt den Einsatz von Wassersensoren. An drei Standorten im Stadtgebiet – am Peter-Hansen-Platz, in der Berliner Straße und am Von-der-Heydt-Platz – sind an neu gepflanzten Bäumen jeweils vier Sensoren in unterschiedlichen Lagen installiert worden. Diese sollen einen sehr genauen Aufschluss darüber geben, ob an diesem Standort gewässert werden muss oder nicht. Dadurch könnte sich die Möglichkeit eröffnen, die häufiger und nötiger werdenden Bewässerungstouren besser und effizienter planen zu können.

In der größten Grünanlage im Stadtgebiet, der Hardt, sorgen Bewässerungsleitungen für die Optimierung der Wassergaben.

Was können Privatleute machen, um Bäume und Pflanzen in ihren Gärten zu schützen? Wichtig ist dabei nicht nur das Gießen, sondern vor allem das richtige Gießen, weiß Hans-Christian Eckhardt, Inhaber des Fachbetriebs „Gärten von Eckhardt“. Dabei kommt es vor allem auf den richtigen Zeitpunkt an. „Wichtig ist es, am Abend zu gießen“, erklärt Hans-Christian Eckhardt. „Dadurch kann das Wasser vernünftig in die Wurzeln eindringen.“ Beim Gießen am Morgen besteht die Gefahr, dass durch die zunehmende Hitze nicht genügend Wasser in den Wurzeln ankommt.

Auch die Menge des Wassers, das man gießt, spielt eine zentrale Rolle. „Besser ist es, einmal kräftig zu gießen und dann nach zwei bis drei Tagen erneut, anstatt jeden Tag zu gießen“, betont Eckhardt. So sollten „drei bis vier Liter gegossen werden“, so der Experte. Diese Tipps gelten dabei nicht nur für Bäume, sondern auch für Sträucher. Dabei solle nicht weitflächig gegossen werden, „sondern gezielt an den Wurzeln“, rät Eckhardt weiter. Auch den Rasen sollte man abends gießen.

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