Nachruf

Trauer um die „Hexe von der Kö“

Straßenkünstlerin Angelika Tampier ist gestorben. Foto:Nicole Gehring
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Straßenkünstlerin Angelika Tampier ist gestorben.

Straßenkünstlerin stirbt mit 66 Jahren.

Von Jonas Meister

Düsseldorf. Sie war ein echtes Original, und viele Düsseldorfer kannten sie: die „Hexe von der Kö“. Seit 1995 stand Angela Spook auf der Nobelmeile und verbreitete ihren charmanten Zauber. Der ist nun allerdings für immer verflogen, denn die Straßenkünstlerin ist jetzt im Alter von nur 66 Jahren gestorben.

Spitzer Hut, schwarzes Gewand, in der einen Hand der Besen, in der anderen ein Rabe – so kannte Düsseldorf die markante Frau. So „verzauberte“ Angelika Tampier alias Angela Spook 25 Jahre lang die Passanten auf der Nobelmeile. Nahezu bewegungslos verharrte die Straßenkünstlerin dort jahrzehntelang auf ihrem Posten zwischen Prange und dem Juwelier Blome. Stundenlang, jeden Tag, auch bei Regen und Schnee. Wenn man ihr Geld in den Hut schmiss, bedankte sie sich mit einem Zwinkern.

Zu Hause war die gebürtige Sauerländerin in Flingern. Hier hatte sie auch ihr Atelier, wo ausgestopfte Vögel hingen und sich an den Wänden alte Bücher stapelten – zum Thema Hexerei. Beim Hausbesuch im Jahr 2008 erzählte sie, dass ihr Job richtige Knochenarbeit ist: ,,Das steife Stehen geht auf den Rücken. Außerdem hab ich mir schon Frostbeulen geholt und im Sommer den Rücken verbrannt. Passanten hatten Mitleid und haben mich eingecremt.“

Hexe zu sein war eben auch im 21. Jahrhundert nicht einfach. Kein Wunder also, dass es nicht der erste Berufswunsch von Angelika Tampier war: „Nach dem Abitur wollte ich eigentlich Kunst studieren, habe die Prüfung nicht geschafft. Dann hatte ich erst eine Kneipe, habe mich später als Kurierfahrerin durchgeschlagen und schließlich bei Prange geputzt.“

Wie bodenständig die Hexe von der Kö privat war, zeigte sich auch in ihren eigenen vier Wänden. Moderner Schnickschnack wie Telefon, Heizung, Klo oder Dusche gab es nicht. Hier bewies sie ihr Improvisationstalent und ging einfach im Nachbarhaus auf die Toilette, duschte mit dem Gartenschlauch auf dem Hof. Meist nachts um drei, denn dann stand sie auf: „Das ist im Winter zwar ziemlich kalt, aber dann bin ich für die Arbeit auf der Kö abgehärtet“, erklärte sie damals trocken. Zur „Arbeit“ an der Kö kam sie anschließend nicht zauberhafterweise auf dem Besen, sondern mit dem Fahrrad.

Woran Angelika Tampier starb, ist unklar. Nachbarn berichteten allerdings, dass die „Hexe von der Kö“ in letzter Zeit sehr schwach gewirkt habe und wohl auch krank gewesen sein soll.

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