Tochter war plötzlich auf Abwegen

Prozess gegen zwei „Loverboys“ geht weiter.

Von Sabine Maguire

Wuppertal. Im Prozess gegen die beiden Wuppertaler, die zwei 16 und 18 Jahre alte Mädchen mit der „Loverboy-Masche“ dazu gebracht haben sollen, sich zu prostituieren, haben nun die Schwester und der Vater der 16-Jährigen ausgesagt.

Beide schilderten ein Martyrium, das die Familie durchgemacht habe. Seine Tochter sei ein anhängliches Kind gewesen, man hab viel unternommen, berichtete der Vater. Es habe mit Beginn der Pubertät eine Phase gegeben, in der sie kurzzeitig entglitten sei. Im Sommer 2019 sei es erneut schwierig geworden. Der Schwester war aufgefallen, dass die 16-Jährige oft so gewirkt habe, als würde sie wieder Drogen nehmen. Eskaliert sei die Situation, als die Eltern im Urlaub waren. Da sei die 16-Jährige oft spät nach Hause gekommen und aus den Autos fremder Männer ausgestiegen. Wochenlang soll sie sich zurückgezogen und die Eltern bestohlen haben.

Die Schwester berichtete, dass das Opfer irgendwann begonnen habe, sich ständig die Hände zu waschen und das mit Ekelgefühlen begründete. Nach dem Gespräch mit einem Bekannten der „Loverboys“ habe sie auf einem einschlägigen Portal Fotos ihrer Schwester gesehen. Sofort habe sie interveniert. Die 16-Jährige leide unter den Folgen und sei in psychologischer Behandlung.

Das Urteil wird am 18. März erwartet.

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