Gebäudetrakt ist einsturzgefährdet

Tiere sterben bei einem Brand in Zoo-Markt

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Die Feuerwehr löschte von innen sowie mit zwei Drehleitern von außen. Die Flammen waren durch die Dachhaut des Gebäudetraktes am Neuenteich geschlagen. 

REMSCHEID Feuerwehr rückte mit 60 Einsatzkräften zu Großeinsatz nach Lennep aus. Nur einige Nager und Fische überlebten. Brandursache ist unklar.

Von Melissa Wienzek

Für zahlreiche Vögel, Hamster, Kaninchen, Meerschweinchen, Mäuse und Ratten kam jede Hilfe zu spät – sie starben am Samstagabend in den Flammen im Zoo-Fachmarkt Koonen in Lennep. Aus bislang ungeklärter Ursache war der 1200 Quadratmeter große Gebäudeteil am Neuenteich gegen 20.12 Uhr in Brand geraten.

Die Feuerwehr eilte mit einem Großaufgebot zur Tierhandlung: 60 Einsatzkräfte waren vor Ort, neben der Berufsfeuerwehr auch die freiwilligen Feuerwehren Lennep, Lüdorf und Bergisch Born. Ein Großteil der 22 Fahrzeuge war bereits von der Rader Straße aus zu sehen: Funk- und Einsatzfahrzeuge bildeten auf dem Parkplatz von Radsport Nagel, der Straße Neuenteich und vor dem brennenden Gebäude selbst eine große Einsatzzentrale. Auch die Polizei und die Stadtwerke waren vor Ort, das Deutsche Rote Kreuz verpflegte die Helfer. Die Löscheinheit Nord besetzte die Hauptwache während des Einsatzes in Lennep. Das Medieninteresse war groß.

Video: Tim Oelbermann

Als die Feuerwehr eintraf, stand der Zoo-Fachmarkt bereits im Vollbrand. Das Gebäude war so stark verraucht, dass sich die Wehrleute nur langsam vorarbeiten konnten. „Wir konnten durch die Verrauchung zuerst nicht genau erkennen, was brannte“, erklärte Einsatzleiterin Katharina Kresse, zugleich stellvertretende Feuerwehrchefin, vor Ort.

Parallel zu den ersten Löscharbeiten wurden die angrenzenden Gebäude gesichert, damit die Flammen nicht auf diese übergriffen. Hier ist unter anderem eine Autowerkstatt untergebracht. Zusätzlich zur Brandbekämpfung von innen wurden zwei Drehleitern zum Sichern der Zoomarkt-Dachhaut eingesetzt.

Am Sonntag brannte es dort erneut: Feuerwehr löschte Einstreu

Dann begannen die Einsatzkräfte mit der Tierrettung: Einige Kaninchen, Meerschweinchen und Mäuse konnten gerettet werden. Die Wehrleute versorgte sie mit Sauerstoff und beruhigten sie liebevoll. Tierärzte und ein Amtstierarzt des Bergischen Veterinäramtes untersuchten die Tiere – sie sind wohlauf und leben nun bei Mitarbeitern des Zoo-Marktes. Auch die Fische in ihren Aquarien überlebten – sie befanden sich in einer anderen Ecke des Gebäudeteils. Die Feuerwehr versorgte die Aquarien mit Sauerstoff.

Feuer in Remscheider Zoo-Markt

 © Tim Oelbermann
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 © Tim Oelbermann
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 © Andreas Dach
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Für die anderen Kleintiere kam jede Hilfe zu spät. Sie erlitten vermutlich eine Rauchgasvergiftung. Für Achim Stoltenhoff, Betreiber des Zoo-Marktes Koonen, und seine Mitarbeiter ein absoluter Schock. Fassungslos standen sie am Samstagabend vor der Brandruine. Stoltenhoff hat das Gebäude gemietet. Eine Brandmeldeanlage oder eine automatische Löschanlage gebe es nicht, sagte er.

Bis nach Mitternacht waren die Einsatzkräfte mit den Nachlöscharbeiten beschäftigt. Am Sonntagmorgen und am -nachmittag kontrollierte die Feuerwehr noch einmal den Brandort. Während morgens noch alles in Ordnung schien, löschte ein Trupp unter Atemschutz gegen 15.15 Uhr erneut: Einstreu in Plastikfolien kokelte. Die Wehr war mit drei Fahrzeugen vor Ort. Zudem bargen die Einsatzkräfte die Fische, die überlebt hatten.

Die Kriminalpolizei hat den Brandort gesperrt. Der Gebäudetrakt ist einsturzgefährdet. Die Brandursache ist noch unklar. Offenbar hatte das Feuer aber seinen Ursprung im Kassenbereich genommen. Heute werden die Sachverständigen der Polizei unter Atemschutz im Gebäude Spuren sichern..

Für die Wehrleute war dieser Einsatz besonders nach dem verheerenden Brand in der Silvesternacht im Krefelder Zoo bewegend. „Keine Einsatzkraft verließ völlig unberührt den Einsatz“, sagte Kresse.

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