Skatboard

Three-Sixties und Kickflips quer durch Wuppertal

Ilja Judizki an der Historischen Stadthalle – dort nahm alles seinen Anfang.
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Ilja Judizki an der Historischen Stadthalle – dort nahm alles seinen Anfang.

Profi-Skateboarder Ilja Judizki hat seiner Heimatstadt ein neues Video gewidmet

Von Juri Lietz

Wuppertal. Wuppertal auf der großen Skate-Bühne: Was zumindest ungewohnt klingt, hat Ilja Judizki möglich gemacht. Ein neues Video des 30-Jährigen, in dem er mit seinem Board Tricks an verschiedenen Orten in seiner Heimatstadt zeigt, steht seit kurzem im Netz. Die Idee dazu kam recht spontan.

Das Coronavirus sorgte dafür, dass Judizki, der seit zehn Jahren in Berlin lebt, wieder eine längere Zeit in Wuppertal verbrachte. Ohne die Möglichkeit, für seine Sponsoren auf Reisen neue Videos aufzunehmen, versuchte er, „das Beste draus zu machen“ und begann mit seinem Projekt im Tal. „Ich habe schon immer den kleinen Traum gehabt, ein ganzes Video in Wuppertal zu drehen“, berichtet der Skater. Die Pandemie brachte die Möglichkeit, sich auf diesen Wunsch zu fokussieren. So wurde Dennis Harwardt kontaktiert, um den Clip zu drehen. Mit ihm hatte Judizki bereits zusammengearbeitet, Harwardt sagte zu.

„Man muss den Vibe selbst erfahren und sich inspirieren lassen.“

Ilja Judizki übers Skaten in Wuppertal

Eine Herausforderung wurde der Dreh dennoch, schließlich waren während des Lockdowns die Skateparks geschlossen und es durften sich höchstens zwei Personen gemeinsam in der Öffentlichkeit bewegen. Was Harwardt und Judizki trotzdem gelungen ist, wird von der Szene gefeiert. In der Fischaugen-Perspektive führt der Filmer durch die besten Skate-Spots im Tal, oft auf Bodenhöhe, haarscharf hinter Judizkis Board. So werden die Tricks auf spektakuläre Weise greifbar, für Kenner wie für Laien. Denn ob man einen Noseslide am Stadion am Zoo erkennt oder weiß, dass Judizki die Treppen an der Stadthalle mit einem Kickflip überfliegt, spielt für die Wirkung des Videos keine Rolle. Der Profi verbindet seinen Sport mit Bildern aus der Stadt, setzt markante Punkte wie das Schauspielhaus, die Schwebebahn oder das Elberfelder Rathaus bewusst in Szene.

Ilja Judizki

„Ich wollte erreichen, Wuppertal auf die Karte zu setzen“, sagt Ilja Judizki und erhofft sich durch sein Video neuen Schwung für die Stadt: „Vielleicht hat dadurch jemand Bock, in Wuppertal zu skaten.“ Er selbst verließ das Bergische Land vor zehn Jahren gen Bundeshauptstadt, auch weil die Wuppertaler Szene „ein bisschen eingerostet“ war. Um voranzukommen, sei Berlin die beste Stelle. Auch wenn Judizki in seiner Heimat mit neun Jahren erstmals auf dem Board stand, hat er Wuppertal durch den jüngsten Dreh „neu entdeckt“. Er sei durchgehend positiv überrascht gewesen und stellte fest: „Das, was es hier gibt, gibt es nur hier.“ Nicht nur die Topographie und die vielen Treppen sorgen für diese Einschätzung: „Man muss den Vibe selbst erfahren und sich inspirieren lassen.“

Ein wenig Nostalgie kann der Skater aber doch nicht verhehlen. Die alte Wicked-Woods-Halle an der Schwesternstraße war aus seiner Sicht „eine der besten Skatehallen Deutschlands“. 2008 musste die Halle weichen, es wurde eine Nachfolge in Oberbarmen eröffnet. Schon damals klagten Skateboarder über fehlende Berücksichtigung, stattdessen nutzen bis heute vor allem BMX- und Scooter-Fahrer die neuen Wicked Woods an der Nordbahntrasse. Judizki empfand die alte Halle als „großes Jugendzentrum“ und erinnert sich gern an Skateboard-Events in der Schwesternstraße zurück: „Die Crème de la Crème war immer dort.“

Heute ist der Wuppertaler in der Welt unterwegs, reiste von Sponsoren unterstützt bereits in die USA, nach Griechenland oder Marokko. „Man lernt andere Skateszenen und Kulturen kennen“, berichtet er. Die unverhoffte Zeit in der Heimat hat ihm viel gegeben, alte Freunde und die Familie sind noch vor Ort. Auch wenn es hier eine aktive Szene gibt und Wuppertal keine große Unbekannte ist, hat Judizki mit seinem Video wohl sein Ziel erreicht: „Ich wollte zeigen: Hier geht wirklich viel.“

Video

Schlicht „Ilja Judizki – Wuppertal“ heißt der neue Clip, den das Pocket Skateboard Magazine veröffentlicht hat. Nach zwei Wochen wurde er auf YouTube bereits weit über 12 000 Mal angesehen.

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