Kultur

Theater-Ensemble spielt an vier Schauplätzen

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Das Schauspiel-Ensemble besucht die Bandweberei Büsgen – da spielt der zweite Akt von „Die Wupper“.

WUPPERTAL Intendantin Susanne Abbrederis lässt das Drama „Die Wupper“ zu einer vierstündigen Reise werden.

Von Anne Grages

Das Theater geht in die Stadt: Else Lasker-Schülers Drama „Die Wupper“ wird an vier Schauplätzen aufgeführt. Zwischen den Akten werden die 100 Zuschauer – mehr sind pro Vorstellung aus logistischen Gründen nicht möglich – mit zwei Bussen von einem Ort zum anderen gefahren.

„Wo hat es das schon mal gegeben?“, sagt Intendantin Susanne Abbrederis über das Mammut-Projekt, das zum Highlight der Spielzeit werden dürfte. Regie und Bühne übernimmt Stephan Müller.

Die Aufführung mit dem Untertitel „Eine Reise ins Innere der Stadt“ beginnt im Theater am Engelsgarten. Nach dem 1. Akt und einer Toilettenpause besteigen die Zuschauer die beiden Busse und werde zur Bandweberei Büsgen an der Friedrich-Engels-Allee gefahren: Der zweite Akt spielt dort im ersten Stock. In den Bussen ordnen Experten wie Reiner Rhefus und Uwe Eckhardt das Stück in die Stadtgeschichte ein, Hajo Jahn von der Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft erzählt über die Schriftstellerin. Ziel dieser Bus-Etappe ist der Zoo, in der überdachten Musikmuschel spielt der dritte Akt – der Jahrmarkt. Im Zoo-Restaurant Okavango haben die Zuschauer anschließend eine 20-minütige Pause.

„Wir erreichen mit sehr wenig Geld eine schöne Resonanz.“
Susanne Abbrederis Intendantin

Intendantin Susanne Abbrederis freut sich auf die Inszenierung.

Den vierten Akt bekommen sie im Bus als Hörspiel serviert. Schließlich erwartet sie Pastor Wanink vor der niederländisch-reformierten Kirche in der Katernberger Straße zum fünften Akt – „das ist unser Experte für das Leben nach dem Tod“, sagt Abbrederis.

Die Schauspieler sind währenddessen mit Autos unterwegs und müssen zusehen, dass sie schneller ankommen als die Busse. Nach dem Ende des Stücks werden die Zuschauer zurückgefahren. „Wir haben mit den Proben begonnen und erobern die einzelnen Orte“, sagt Abbrederis. Bis auf eine sind alle Stationen barrierefrei, doch wer sich bei ihr melde, für den werde sie eine individuelle Lösung finden, so Abbrederis. Das Stück werde ein Stadtprojekt in doppelter Hinsicht: „Nicht nur wegen der ,Wupper’, sondern auch weil wir tolle Partner aus der Stadt gefunden haben.“

Mit ihrer ersten Saison in Wuppertal ist die Intendantin zufrieden: „Wir erreichen mit sehr wenig Geld und sehr hoher Anstrengung eine schöne Resonanz.“ Mit dem Oberbürgermeister habe sie eine Absprache, „was das Schauspiel leisten muss“. Abbrederis: „Wir liegen bei der Auslastung weit über 80 Prozent, das ist in etwa im vorgesehenen Rahmen.“ Die neue Spielstätte mit ihren 154 Plätzen ist für das Autisten-Stück „Supergute Tage“ und bereits für „Die Wupper“ tatsächlich oft fast oder ganz ausgebucht.

DAS DRAMA
PREMIERE Else Lasker-Schülers Drama „Die Wupper“ hat am 28. März im Theater am Engelsgarten Premiere. Die Vorstellung findet an vier Orten statt, die Reise dauert etwa vier Stunden. Warme Kleidung, feste Schuhe und ein Regenschutz werden empfohlen. Im Bus gibt es Tee und Decken.

Doch Abbrederis kann nicht flexibel mit mehr Vorstellungen auf die starke Nachfrage reagieren: „Wir sind am Limit des Spielens, da ist nicht mehr drin.“ Auch bei der kleinen technischen Mannschaft „ist der letzte Freiraum ausgeschöpft. Wir sind tariflich an ein Stundenlimit gebunden“.

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