Tempo 40 und Ampelschaltungen zeigen Wirkung

An der Briller Straße in Wuppertal gilt seit Juni Tempo 40. Foto: Andreas Fischer
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An der Briller Straße in Wuppertal gilt seit Juni Tempo 40. Foto: Andreas Fischer

Die Schadstoffbelastung durch Stickstoffdioxid an allen Messpunkten in Wuppertal ist rückläufig

Von Sebastian Appianing

Wuppertal Die Luft wird besser in Wuppertal. Die Grenzwerte für Stickstoffdioxid gehen an mehreren Stellen stetig zurück. Vergleicht man die Zahlen von 2019 und 2020 miteinander, wird deutlich, dass der Anteil von Stickstoffdioxid in der Luft an den fünf besonders belasteten Messpunkten in diesem Jahr gesunken ist. Die Stadt zeigt sich aufgrund der sinkenden Schadstoffwerte sehr zufrieden. Ansgar Toennes, Ressortleiter Umweltschutz, ist optimistisch: „Die Messwerte gehen kontinuierlich zurück und wir haben aktuell keinen Standort, an dem die Grenzwerte überschritten werden.“

Laut Toennes spielen viele Faktoren eine Rolle. Auch die „Harmonisierung des Verkehrs“, bei dem möglichst ohne Halt die Steigungsstrecken zur Autobahn bewältigt werden sollen, zeige ihre Wirkung. „In naher Zukunft soll es weitere Geräte zur Echtzeitmessung geben, die minutenweise Ergebnisse liefern und individuell die Ampelsteuerung übernehmen“, erklärt Toennes weitere Möglichkeiten.

Ein Thema beim Stickstoffausstoß ist der Anteil der Busse. An der Gathe werden etwa 30 Prozent aller Schadstoffe durch Busse ausgestoßen, denn an der ansteigenden Straße liegt die Bushaltestelle nahe an der Messstation.

Deshalb will die Stadt die Umrüstung der Busse forcieren. Der Ausfall der Schwebebahn und der damit verbundene Ersatzverkehr hat jedoch laut Toennes keine großen Auswirkungen auf die Schadstoffbelastung: „Die Probleme liegen nicht auf der Talachse, sondern auf den Steigungsstrecken.“

Die von vielen angestrebte Mobilitätswende sieht Toennes „als Lösung, um für noch mehr Entlastung auf stark befahrenen Straßen zu sorgen“.

Das sieht auch die Vorsitzende des Wuppertaler Umweltausschusses, Bettina Brücher (Grüne), so: „Es ist wichtig, den Umweltverbund konsequent zu stärken und zügig die Maßnahmen aus dem Radverkehrskonzept umzusetzen, Umweltspuren anzulegen und Fußwege zu optimieren. Dabei ist die Verbesserung der Luftqualität mit einer Verbesserung der Lebensqualität verbunden.“

Schadstoffwerte in diesem Jahr deutlich geringer

Die Messwerte für Stickstoffdioxid sind teils weit unter dem Grenzwert. Vor einem Jahr war die Luft deutlich belasteter. An allen fünf Messstationen wurde der Jahresmittelwert von 40µg/m³ überschritten. Seitdem ist viel passiert. Nicht nur haben die Auswirkungen der Corona-Pandemie die Verkehrsbelastung gesenkt. Nachdem ein Vergleich mit der Deutschen Umwelthilfe geschlossen wurden, wurden im Juni Tempo-40-Zonen auf den fünf genannten Straßen eingerichtet und zusätzlich Blitzer installiert. Außerdem wurden die Ampelschaltungen angepasst, um den Verkehrsfluss zu optimieren.

Wie hoch der Einfluss der Geschwindigkeitsbeschränkungen auf die Schadstoffwerte tatsächlich ist, sollen jetzt weitere Studien belegen. Die Deutsche Umwelthilfe sieht die Verbesserung des Verkehrsflusses als Auslöser für den Rückgang: „Mit einer niedrigeren Geschwindigkeit geht ein besserer Verkehrsfluss einher. Im Luftreinhalteplan wird diese Anpassung der Ampelschaltungen und Tempo 40 daher als Optimierung des Verkehrsflusses bezeichnet.

Seit 2008 gibt es den Luftreinhalteplan der Stadt. Unter Federführung der Bezirksregierung Düsseldorf wurde er erstellt und regelmäßig angepasst. Um auf aktuelle und belastbare Messdaten zur Luftqualität zurückgreifen zu können, werden im Stadtgebiet von Wuppertal neben den kontinuierlichen Messungen des Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (kurz Lanuv NRW) auch Messungen von Stickstoffdioxid (NO2) mittels Passivsammlern an einer großen Anzahl von Messpunkten durchgeführt.

Das Lanuv zeigt sich zufrieden aufgrund der Entwicklung der Stickstoffdioxid-Werte, will diese jedoch zunächst über einen längeren Zeitraum beobachten. „Die Monatswerte der Station am Verkehrshotspot Gathe lagen im ersten Halbjahr 2020 im Durchschnitt acht Mikrogramm pro Kubikmeter unter denen des Vorjahres. Worauf diese Änderung zurückzuführen ist, kann noch nicht beurteilt werden.“ In diesem Halbjahr habe sich zum einen das reduzierte Verkehrsaufkommen durch den Corona-Lockdown auf die verkehrsbedingten Emissionen mindernd ausgewirkt.

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