Psychiatrische Tagesklinik

Der Tannenhof braucht wieder mehr Platz

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Psychische Erkrankungen sind weit verbreitet, die Kliniken ausgelastet. Die Stiftung Tannenhof will deshalb erweitern. 

REMSCHEID/WUPPERTAL Die psychiatrischen Tageskliniken der Stiftung in Wuppertal sind zu 110 Prozent ausgelastet.

Von Daniel Neukirchen

Wuppertals psychiatrische Einrichtungen sind ausgelastet. Für die Stiftung Tannenhof sagt der kaufmännische Direktor Dietmar Volk: „Wie liegen in der Tagespflege bei einer Auslastung von 110 Prozent.“ Kein Wunder, dass der Träger eine Erweiterung anstrebt. Wie Volk auf Anfrage unserer Redaktion mitteilte, wird es eine neue Tagesklinik in Barmen geben. Wo sich die Stiftung Tannenhof erweitert, dazu wollte Volk noch keine Stellung nehmen: „Wir sind gerade in den letzten Gesprächen.“

„Psychische Krankheiten nehmen nicht ab.“
Dietmar Volk, Direktor

Mit der Erweiterung in Barmen hofft die evangelische Stiftung auf eine höhere Flexibilität bei der Aufnahme von dringenden Fällen und eine Erweiterung der angebotenen Plätze. Die Stiftung Tannenhof hat ihren Hauptsitz in Remscheid-Lüttringhausen. Aber auch in Wuppertal taucht der Name an vielen Standorten auf. Hier betreibt die Stiftung Tagesklinik-Plätze – in Elberfeld an den Adressen Wesendonkstraße 7 und am Hofkamp 31 bis 35 und in Barmen an der Märkischen Straße 8 angeboten. Im Laufe des aktuellen Jahres konnte das Angebot bereits von 80 auf 92 Plätze aufgestockt werden. Hinzu kommen acht Plätze in Velbert-Langenberg, die auch im Einzugsgebiet für Wuppertaler Patienten liegen.

Das teilstationäre Angebot richtet sich an Menschen mit psychischen Erkrankungen, die beispielsweise nach einem stationären Aufenthalt eine wohnortnahe Weiterbehandlung, auch neben dem Beruf, suchen. Doch der Tannenhof bietet auch stationäre Plätze an - und will auch in diesem Bereich noch expandieren. 2016 hatte die Stiftung 15 Millionen Euro an der Wuppertaler Sanderstraße investiert. Dort entstand neben der Barmer Helios-Klinik eine psychiatrische Klinik mit 60 Betten. „Wir sind in engen Gesprächen mit Helios und streben eine Kooperation an“, sagt Volk, der einen Austausch unter den Nachbarn für sehr sinnvoll hält. Auch im stationären Bereich gibt es mehr Kranke als Betten. Die Stiftung Tannenhof muss mit einer Warteliste arbeiten. Insgesamt, so beschreibt es die Stiftung auf ihrer Homepage, werden sämtliche psychische Erkrankungen des Erwachsenenalters in den Häusern der Stiftung nach modernen, wissenschaftlich anerkannten Methoden behandelt.

Sana-Klinikum berichtet ebenfalls von einer Auslastung

Ebenfalls gut zu tun hat die Tagesklinik des Sana-Klinikums Remscheid, die an der Weststraße 20 in Wuppertal 20 Plätze bietet. „Wir sind gut ausgelastet“, sagt Chefarzt Gerhard Hapfelmeier. Weitere zehn Plätze hält das Klinikum in Remscheid vor. Vor Ort wird ein breites Spektrum an Einzel- und Gruppentherapien für Kinder- und Jugendliche angeboten. Schwerpunkte liegen bei der Behandlung von ADHS und bei Stabilisierungsangeboten für jugendliche Flüchtlinge. Unterstützt werden die Patienten unter anderem auch durch den Pflege- und Erziehungsdienst, der Jugendliche in Alltagssituationen begleitet. Ob das Sana-Klinikum derzeit ebenfalls eine Ausweitung des Angebots plant, wollte die Einrichtung auf Nachfrage nicht kommentieren.

„Burnout“: Harmloser Begriff für oft schwerwiegende Symptome

Klar ist, dass die Nachfrage in der Region weiterhin hoch ist. Tannenhof-Direktor Dietmar Volk drückt es vorsichtig aus: „Psychische Krankheiten nehmen nicht ab.“ In den vergangenen Jahren häufte sich besonders die Zahl der Burnout-Erkrankten. „Das ist bei uns ein großes Thema.“

Die Barmer Krankenkasse stellt zu der Entwicklung fest: „Burnout ist über Jahre zum Modewort in der Arbeitswelt geworden, das schwerwiegende Symptome oft verharmlost.“ Die Zahlen bestätigen auch andere Erhebungen aus dem Krankenkassen-Bereich: Nach einer Umfrage der pronova BKK zeigt sich jeder zweite Bundesbürger durch die Anforderungen in der Arbeitswelt von der Erkrankung „Burnout“ bedroht.

HINTERGRUND: DIE STIFTUNG TANNENHOF

ZAHLEN Die Stiftung Tannenhof behandelt im Jahr rund 9000 Patienten in ihren Wuppertaler Einrichtungen, aber auch in den Häusern am Hauptsitz in Remscheid und in Velbert-Langenberg. So kommt die Stiftung auf acht Einrichtungen mit unterschiedlicher Ausrichtung in den drei Städten. Mehr als 1000 Menschen sind bei der Stiftung Tannenhof beschäftigt.

SCHWERPUNKTE IN WUPPERTAL So liegt der Schwerpunkt an der Wesendonkstraße in Elberfeld auf der Behandlung älterer Patienten (Gerontopsychiatrie), während in Velbert-Langenberg Suchterkrankungen im Fokus stehen. Auch In der Institutsambulanz an der Friedrich-Engels-Allee in Velbert-Langenberg werden Suchterkrankte sowie Depressive behandelt.

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