Talsperren füllen sich nur langsam wieder

Am Ende der Trockenperiode war die Wuppertalsperre nur noch zu 26 Prozent gefüllt. Foto: Tim Oelbermann
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Am Ende der Trockenperiode war die Wuppertalsperre nur noch zu 26 Prozent gefüllt. Foto: Tim Oelbermann

Der Wupperverband gibt weniger Wasser an die Bäche ab und hofft weiter auf viel mehr Regen oder Schnee

Von Axel Richter

Bergisches Land Ob eiskalt oder einfach nur nass: Hauptsache es fällt noch einiges davon vom Himmel. Wenig fürchten die Wasserwerker vom Wupperverband mehr als einen trockenen Winter. Denn jetzt ist die Zeit, in der sich die Talsperren im Bergischen Land wieder füllen müssen, damit den Bächen und Menschen im nächsten Sommer das Wasser nicht ausgeht.

Noch hat es dafür nicht genug geregnet beziehungsweise geschneit. Doch immerhin: Nach dem dritten Dürresommer in Folge füllen sich die Wasserspeicher wieder.

„Wir müssen unseren Wasserschatz schonen.“

Ilona Weyer, Wupperverband

Die Wuppertalsperre, die am Ende der Trockenperiode nur noch zu 26 Prozent gefüllt war, liegt heute bei 54 Prozent ihres Stauvolumens. 13,28 Millionen Kubikmeter Wasser schwappen darin. Platz bietet sie für maximal 24,78 Millionen Kubikmeter. Dann stünde das Wasser 32 Meter hoch. Doch voll wird die Talsperre nie. Schließlich wird ihr Wasser gebraucht, um den Stand der Wupper zu regulieren. Seit 1989 verhindert die Sperre so insbesondere Überschwemmungen in Wuppertal.

Auch die Große Dhünn-Talsperre, aus der Remscheid und viele weitere Gemeinden heute ihr Trinkwasser beziehen, füllt sich nach der langen Trockenperiode wieder auf. „Das aber nur langsam“, sagt Ilona Weyer, Sprecherin des Wupperverbandes. Vielleicht zu langsam.

Die Große Dhünn-Talsperre ist die zweitgrößte Trinkwassertalsperre Deutschlands. Sie fasst bis zu 72 Millionen Kubikmeter Wasser. Doch davon ist sie im aktuellen Winter weit entfernt. Noch ist sie nur zu 47 Prozent gefüllt. Beim Wupperverband hoffen sie deshalb auf ergiebige Niederschläge. Anderenfalls könnte die Selbstverständlichkeit, mit der die Remscheider im Durchschnitt 130 Liter pro Tag verbrauchen, absehbar infrage stehen. Dabei dürfte der Bedarf weiter steigen wie aktuell in der Corona-Pandemie. Die Menschen sollen häufiger ihre Hände waschen. Und im Sommer gönnte sich manch ein verhinderter Strandurlauber als Ersatz einen Swimmingpool im Garten.

„Wir müssen unseren Wasserschatz schonen, so weit Fauna und Flora es zulassen“, sagt Ilona Weyer. Statt der früher üblichen 1000 Liter pro Minute lässt der Verband seit dem Sommer deshalb nur noch 700 Liter aus der Sperre in den Fluss Dhünn entweichen.

Doch Sparsamkeit allein wird in Zukunft nicht ausreichen, um die Versorgung sicherzustellen. Bei der Energie und Wasser für Remscheid GmbH (EWR) sind sie heute froh, dass sie mit der Inbetriebnahme der Großen Dhünn-Talsperre Ende der 80er Jahre nicht auf ihre kleineren Speicher verzichtet haben. Im Klimawandel werden sie den Remscheidern möglicherweise von Nutzen sein.

Fakt ist: Seit 13 Jahren fallen im Bergischen Land keine überdimensionalen Regenmengen mehr vom Himmel. So wurden 2008 an der Bevertalsperre letztmalig mehr als 1300 Liter pro Quadratmeter und Jahr gemessen. Das Ausbleiben solcher Wetterereignisse bereitet den Fachleuten Sorge und ist der Grund dafür, dass die EWR ihr 2004 stillgelegtes Wasserwerk an der Eschbachtalsperre wieder in Betrieb nehmen. Im Verbund mit der Neyetalsperre bei Wipperfürth soll die Eschbachtalsperre Trinkwasser liefern, wenn die Große Dhünn-Talsperre eines Sommers nicht mehr genug Wasser für alle Gemeinden liefern sollte.

Immerhin 40 Prozent des Remscheider Bedarfs könnten die zwei kleinen Talsperren, die mit dicken Rohren miteinander verbunden sind, decken. Die Eschbachtalsperre, die ab 1891 als erste Talsperre Deutschlands die Remscheider mit Trinkwasser versorgte, hat derzeit einen Füllstand von 87 Prozent. Allerdings wird sie anders als die Brauch- und Trinkwassersperren, gegenwärtig auch nicht angezapft.

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