Studiengang an der Bergischen Uni

Lebensmittelchemiker: Auf der Suche nach Insektengift im Ei

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Alltag eines Lebensmittelchemikers: Im Labor werden Eier auf eine Fipronil-Belastung untersucht. 

WUPPERTAL An der Bergischen Uni in Wuppertal gibt es rund 200 angehende Lebensmittelchemiker. Sie decken später Gesundheitsrisiken auf.

Von Michael Bosse

Gammelfleisch in Döner oder Bratwurst, das Insektengift Fipronil im Frühstücksei oder Darmkeime im Sprossensalat – Lebensmittelskandale erschüttern mit unschöner Regelmäßigkeit die Öffentlichkeit und sorgen für mediale Schlagzeilen. Was in der Bevölkerung für Aufregung sorgt, muss zuvor aber im Labor getestet, überprüft und nachgewiesen werden. Und genau hier fängt die Arbeit der staatlich geprüften Lebensmittelchemiker an – Absolventen eines Studienganges, der an der Bergischen Universität als einem von bundesweit nur 20 Hochschul-Standorten angeboten wird.

„Dieser Studiengang ist schon etwas Besonderes. In Nordrhein-Westfalen gibt es ihn nur noch in Bonn und Münster“, sagt Professor Dr. Nils Helge Schebb, Leiter des Lehrstuhls für Lebensmittelchemie der Uni, der im Fachbereich Mathematik und Naturwissenschaften angesiedelt ist.

Das Studium ist zulassungsbeschränkt

Jetzt mit Beginn des aktuellen Sommersemesters haben 15 neue Studenten die akademische Ausbildung begonnen, im Wintersemester sind es weitere 25 Plätze, die angeboten werden. Das Studium ist zulassungsbeschränkt, die Vergabe erfolgt durch die Uni und richtet sich nach der Abiturnote.

Ziel des Studiums ist der Erwerb von Fachkenntnissen und experimentellen Fähigkeiten, die die angehenden Lebensmittelchemiker befähigen, Bedarfsgegenstände wie Geschirr, Besteck und Kochutensilien sowie Kosmetika, Wasser, Futtermittel und Tabakwaren zu untersuchen und zu beurteilen.

STUDIENGANG

INFO Allgemeine Informationen auch zu diesem Studiengang gibt die Zentrale Studienberatungsstelle (ZSB) der Uni an der Gaußstraße 20, Gebäude B, Ebene 05/06. Kontakt: Tel. (02 02) 43 9-25 95.

www.zsb.uni-wuppertal.de

Dabei liegt nach Angaben von Schebb ein besonderer Schwerpunkt auf der instrumentellen Analytik – also der Arbeit im Labor und der Umgang mit technischen Apparaturen wie Flüssigkeitschromatograph oder Massenspektrometer. Damit lassen sich Inhaltsstoffe wie Vitamine, aber auch Rückstände und Verschmutzungen in Lebensmitteln entdecken.

Das erfordert freilich zunächst Aufwendungen in den Maschinenpark. „Die Universität hat hier in den vergangenen Jahren massiv in unsere Labortechnik investiert“, sagt Schebb. Wobei die Hardware nur die eine Seite ist, genau so wichtig ist natürlich auch die Ausstattung durch die Dozenten. Deshalb sei es erfreulich, dass mit Dr. Julia Bornhorst seit dem Januar dieses Jahres eine weitere Professorin am Lehrstuhl tätig ist.

Das Studium zum staatlich geprüften Lebensmittelchemiker besteht zunächst aus einem Grundstudium, das quasi ein „grundständiges Chemiestudium“ beinhaltet sowie Lehrinhalte aus den Bereichen Biologie und Physik vermittelt, sagt Schebb.

Lebensmittelchemiker: Nachfrage ist groß

Nach mindestens vier Semestern folgt eine Zwischenprüfung, der sich ein viersemestriges Hauptstudium anschließt, in dem es vor allem um die Analytik von Lebensmitteln, Gebrauchsgegenständen und Kosmetika geht. Zudem spielen Themen wie Ernährungswissenschaft, Toxikologie sowie Umwelt- und Wasserchemie eine Rolle.

„Die Chancen auf eine Anstellung sind groß.“

Professor Dr. Nils Helge Schebb, Leiter des Lehrstuhls für Lebensmittelchemie

Im Hauptstudium steigt vor allem die Ausbildung zur selbstständigen forscherischen Arbeit im Labor deutlich. „Dann arbeiten die Studierenden drei Tage in der Woche von 8 bis 18 Uhr im Labor“, sagt Schebb. Ein hoher Anteil der Lehrveranstaltungen besteht aus diesen Praktika, die während des Semesters oder als Blockveranstaltung in den Semesterferien stattfinden.

Nach Abschluss des Hauptstudiums steht eine Erste Staatsprüfung an, der sich nach einer einjährigen berufspraktischen Ausbildung eine Zweite Staatsprüfung anschließt. Wer dann als „Staatlich geprüfter Lebensmittelchemiker“ einen Job sucht, hat nach Angaben von Schebb sehr gute Chancen, einen interessanten Arbeitsplatz zu finden. „Die Chancen auf eine Anstellung sind groß.“ Vor allem im Bereich der Lebensmittelchemie, der Pharmazie oder in den analytischen Laboren würden Absolventen immer wieder gesucht.

Zudem ist die Nachfrage mittlerweile so groß, dass etwa ein Drittel der Absolventen schon nach der Ersten Staatsprüfung, die mit der Verleihung eines Mastergrades verbunden ist, die akademische Ausbildung beendet und in den Arbeitsmarkt wechselt.

Rund 200 Studenten sind den Angaben zufolge derzeit im Fachbereich Lebensmittelchemie eingeschrieben. Die Unterrichtsräume und Labore des Lehrstuhls sind im Neubau V, Etage 11, zu finden. Die Bewerbungen für das kommende Wintersemester 2019/20 sind bis zum 15. Juli 2019 möglich.

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