Universität

Studienberatung deckt die größten Fehler auf

An der jüngsten Campus-Führung haben mehr als 100 Studieninteressierte teilgenommen, berichtet Christine Hummel, Leiterin der Studienberatung.
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An der jüngsten Campus-Führung haben mehr als 100 Studieninteressierte teilgenommen.

Bergische Universität: Team hilft sowohl Studenten als auch denen, die es werden möchten.

Von Alina Komorek

Wuppertal. Auf dem Tisch, an dem Christine Hummel ihre Gäste empfängt, liegen eingepackte Schokoladen-Kekse: „Studienplätzchen“ steht darauf. Daneben liegt eine Pyramide aus Schaumstoff mit dem Schriftzug „bergauf“ – die darf man kneten, um Stress abzubauen. „Bergauf“ heißt das Programm, das die Zentrale Studienberatung (ZSB) der Bergischen Universität für diejenigen anbietet, die am Studium zweifeln.

Denn gezweifelt wird im Moment wohl etwas mehr als zu Zeiten, in denen es noch keine Pandemie mit all ihren Folgen und auch noch keinen Krieg in Europa mit einer Zeitenwende gab. „Was gesamtgesellschaftlich passiert, merken wir hier genau zeitgleich“, sagt Hummel, die seit 13 Jahren die ZSB leitet. „Die Sorgen und Ängste kommen hier an und werden hier thematisiert.“

Beratungsangebot aus der Ferne bleibt weiterhin bestehen

Zu Beginn der Pandemie stellte das Team um Hummel sogleich auf telefonische und Videoberatung um – denn mit dem ersten Lockdown kamen Fragen zur Organisation des Studiums auf, viele Studierende planten ihren Alltag um, manche waren im Ausland und brauchten Hilfe, weil sie sich allein fühlten. Das Angebot, auch aus der Ferne zu helfen, erhält die Studienberatung aufrecht: „Wir können auf diese Weise Kontakt halten und über Kummer, Sorgen und sich ändernde Pläne sprechen.“ Im ersten Corona-Winter kamen auch die ersten psychischen Themen auf, berichtet Hummel. Bei vielen, die ohnehin zu Ängsten oder Depressionen neigten, verstärkte die Pandemie diese Tendenzen. Außerdem gerieten viele Studierende in ein Motivationstief. „Das ist oft so diffus“, weiß Hummel und beschreibt das Gefühl vieler Studierender mit den Worten „ich hänge fest“. „Diese Beratung hat einen Zuwachs von 50 Prozent erfahren“, sagt Hummel. Das Problem seien fehlende Anstöße von außen gewesen – denn einige Studierende gingen während des Lockdowns höchstens zum Einkaufen raus.

ZSB: Tipps auch für Ausbildungen außerhalb der Uni

„Bergauf“ – das Beratungs-Programm für diejenigen, die am Studium zweifeln. „Wir beraten völlig ergebnisoffen“, erklärt die Leiterin der ZSB. „Wir helfen durch das ganze Studium, reden aber auch über Alternativen – das ist eine persönliche Beratung, wir unterstützen bei Entscheidungen.“ So empfehle die ZSB, Kontakt zu den Lehrenden aufzunehmen, sie stehe in Kontakt mit den Studienberatungen anderer Universitäten und gebe auch Tipps für Ausbildungen außerhalb der Universität. Die ZSB berät wohl erfolgreich: Denn von denjenigen, die am Studium zweifelten, blieben nach der Beratung 87 Prozent an der Uni.

Auch für Studieninteressierte bietet die ZSB Beratungen an, außerdem organisiert sie Veranstaltungen wie das Talentscouting. Damit möchten die insgesamt fünf Talentscouts, neun Beraterinnen und Berater und 17 studentischen Mitarbeitenden vorbeugen: „Es gibt vor allem Zweifel bei denen, die sich vorher nicht informiert haben“, sagt Hummel. Sie und ihr Team helfen also auch dabei, die richtige Vorstellung vom Studienfach zu bekommen. „Das Reinstolpern, weil die Eltern das studiert haben oder der Freund das auch macht, ist das größte Problem.“ Doch auch bei der richtigen Studienwahl könnten Zweifel, Prüfungsangst oder Motivationslöcher aufkommen.

Psychologische undorganisatorische Hilfe

Damit die Studierenden darin nicht versinken, berät das Team um Hummel psychologisch und organisatorisch. „Stabilisierung und die Entwicklung von Perspektiven hilft“, sagt Hummel – und sie muss das wissen, schließlich macht sie das seit 13 Jahren. Das Ziel der Beratung sei auch nicht, die Uni wachsen zu lassen, denn die mittlere Größe der BUW sei ein Vorteil: „Man geht hier nicht so unter, es gibt kurze Wege und viel Ansprechbarkeit.“ Wer zur Beratung bei Christine Hummel und ihrem Team geht, wird fachkundig und einfühlsam beraten. Auch, wenn nach dem Gespräch nicht alle Zweifel ausgeräumt sind, geht es anschließend meist „bergauf“.

www.zsb.uni-wuppertal.de

Führungen

Wer sich die Bergische Universität Wuppertal anschauen und einen Eindruck bekommen möchte, kann an einer Campusführung teilnehmen: Diese finden immer dienstags und donnerstags ab 12 Uhr statt und werden ebenfalls von der Zentralen Studienberatung betreut. Der Treffpunkt ist vor Gebäude B.

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