ÖPNV

Studie prüft Zugverbindung von Wuppertal-Oberbarmen nach Radevormwald

Die Schienen zwischen Oberbarmen und Radevormwald liegen noch, Züge fahren lange nicht mehr.
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Die Schienen zwischen Oberbarmen und Radevormwald liegen noch, Züge fahren lange nicht mehr.

Die Bahn könnte über Beyenburg fahren und eine stillgelegte Trasse nutzen. Die Trasse ist da - nur fährt seit mehr als 40 Jahren kein Personenzug mehr.

Von Anne Palka

Wuppertal. Lohnt sich eine Bahnverbindung von Oberbarmen über Beyenburg bis Radevormwald? Die Trasse ist noch da, allerdings fährt seit mehr als 40 Jahren kein Personenzug mehr, seit mehr als 20 Jahren auch kein Güterzug. Damit Politik und Verkehrsunternehmen eine Entscheidung treffen können, ob die Strecke reaktiviert wird, arbeitet ein Planungsbüro jetzt für rund 50 000 Euro an einer Machbarkeitsstudie. Die ersten Ergebnisse sollen Ende des Jahres vorliegen.

Seit einiger Zeit gibt es die Idee, die sogenannte Wuppertalbahn wieder fahren zu lassen, als Teil des regulären Nahverkehrs. Anfang des Jahres haben die Städte Radevormwald und Wuppertal sowie der Oberbergische Kreis, der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und der Nahverkehr Rheinland (NVR) eine Verwaltungsvereinbarung unterzeichnet. Sie wollen bei der Erstellung einer Machbarkeitsstudie zusammenarbeiten, die Kosten übernehmen sie zu gleichen Teilen.

Jetzt wurde der Auftrag für die Studie an ein Planungsbüro vergeben. Die Mitarbeiter sollen bis Ende des Jahres eine Übersicht vorlegen, welche Infrastrukturmaßnahmen nötig wären und welche Kosten zu erwarten, wenn das Projekt umgesetzt wird. Untersucht werden die technische und betriebliche Machbarkeit eines 60-Minuten-Taktes zwischen Wuppertal-Oberbarmen und der Wuppertalsperre sowie die Förderwürdigkeit des Projektes.

Neue Haltepunkte in Beyenburg, Dahlerau, Dahlhausen und an der Wuppertalsperre

Als neue Haltepunkte wären Beyenburg, Dahlerau, Dahlhausen und die Wuppertalsperre vorgesehen, außerdem wird eine Weiterfahrt über Oberbarmen zum Wuppertaler Hauptbahnhof geprüft. Voraussetzung ist eine emissionsfreie, nachhaltige Mobilität auf der Schiene. „Die Fahrzeit zwischen Wuppertal-Oberbarmen und der Wuppertalsperre soll dabei 24 Minuten nicht überschreiten“, sagt Burkhard Klein, Leiter des Stadtplanungsamts von Radevormwald. Im ersten Schritt der Studie werden technische und betriebliche Machbarkeit überprüft, im zweiten Schritt die Förderfähigkeit. „Es wird geprüft, wie eine im Stundentakt betriebene Linie in das Fahrplangefüge des regionalen Bus- und Schienenverkehrs integriert werden kann und welche Erfordernisse sich daraus für die Infrastruktur ergeben.“

Wenn die Ergebnisse der Studie vorliegen, sollen sie den Projektpartnern vorgestellt werden. „Entsprechend dem Ergebnis der Machbarkeitsstudie wird die Politik über das weitere Verfahren entscheiden“, sagt Burkhard Klein. Bisher seien die betroffenen Wuppertaler Stadtteilgremien, die Bezirksvertretungen in Oberbarmen und Langerfeld, nicht über die Vorplanungen informiert worden, sagen die Bezirksbürgermeister Andreas Bialas (SPD) für Beyenburg und Burkhard Rücker (CDU) für Oberbarmen. „Da es sich bei der Machbarkeitsstudie lediglich um eine Bestandsaufnahme sowie eine gutachterliche Bewertung der Wuppertalbahn handelt, ist in diesem Fall eine Bürgerbeteiligung nicht vorgesehen“, sagt Burkhard Klein. „Bei einem positiven Ergebnis würde in einem späteren Verfahren eine umfangreiche Bürgerbeteiligung stattfinden.“

Das Projekt stamme aus der Zeit des Wuppertaler Oberbürgermeisters Andreas Mucke, sagt Stadtsprecher Thomas Eiting, und werde nun fortgeführt. „Natürlich ist Wuppertal dabei nicht Vorreiter, Radevormwald hat ein größeres Interesse.“ Es bleibe abzuwarten, ob die Reaktivierung laut Studienergebnis finanziell rentabel ist und sich auch für die Freizeitnutzung von Wuppertalern lohnen könnte.

Stillgelegte Bahnstrecke

Die stillgelegte Bahnstrecke gehört dem Verein Wupperschiene. Er möchte ab Rauental eine Museumsbahn fahren lassen. Zwischen Beyenburg und Radevormwald sind mit dem Verein Wuppertrail auf einer Strecke von acht Kilometern zwischen April und Oktober Fahrten mit Draisinen möglich.

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