Ökologische Anbindung

Studentin plant perfekten Weg zur Uni

Katharina Schmitt nahm verschiedene Universitäten unter die Lupe – auch aus Wuppertal gibt es Erkenntnisse.
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Katharina Schmitt nahm verschiedene Universitäten unter die Lupe – auch aus Wuppertal gibt es Erkenntnisse.

Wuppertal. Katharina Schmitt beschäftigt sich in ihrer Doktorarbeit mit moderner Mobilität.

Von Martin Hagemeyer

Tausende Menschen besuchen eine Uni jeden Tag und wollen nachher auch wieder weg. Wie klappt das klimagerecht? Das ist Thema einer aktuellen Doktorarbeit an der Bergischen Universität (BUW), „Mobilitätsmanagement an Hochschulen“ von Katharina Schmitt. Sie entwirft systematisch Vorschläge, um eine ökologische Anbindung zu organisieren.

Der Untertitel der Dissertation im Fachbereich Architektur und Bauingenieurwesen lautet „Entwicklung einer Leitlinie zur erfolgreichen Implementierung von Maßnahmen aus dem Mobilitätsmanagement“. Darin klingt an, dass sie praxisorientiert ist: Die erarbeiteten Vorschläge sollen als Muster dienen, sich möglichst weit verbreiten und zur Anwendung finden. Die Wuppertaler Uni sowie ihre Mobilitätssituation selbst kommen in der Arbeit zwar vor, sind aber kein Schwerpunkt.

Nicht nur die Zielgruppe ist bundesweit, sondern schon der methodische Zugriff – und das hat seinen Grund: Um zu sinnvollen Vorschlägen zu gelangen, wählte die Arbeit als Basis eine breite Bestandsaufnahme. Die gesamte Hochschullandschaft der Bundesrepublik hat die Forscherin in den Blick genommen. Kern der Analyse: Was wird an der einzelnen Einrichtung schon getan, damit sie nachhaltig zu erreichen und zu verlassen ist? Und vor allem: Wie ist das in den Entscheidungsprozessen organisiert?

Unter die Lupe nahm Schmitt die Unis zunächst in Hinsicht darauf, welche von ihnen bei klimafreundlichen Maßnahmen schon fortgeschritten sind; ins Brennglas der Detailbetrachtung kamen aus dieser Auswahl von 155 Hochschulen letztlich 15. Mit ihnen führte die Doktorandin nach zuvor entworfenem Vorgehen ausführliche Telefoninterviews. Dazu zählten etwa die Universität zu Köln, die Universität Rostock oder die Hochschule Rhein-Main (Wiesbaden und Rüsselsheim).

Wille zur klimafreundlichen Anbindung der Unis ist da

Da die Arbeit sich primär mit dem Organisieren der Maßnahmen beschäftigt, nehmen nicht die einzelnen Angebote den größten Raum ein, sondern die Strukturen. So stellte Schmitt fest: „Beim Entscheidungsprozess zur Implementierung von Mobilitätsmanagement und der Umsetzung einzelner Maßnahmen“ treffe an jeder der untersuchten Adressen der Kanzler oder die Kanzlerin „die endgültige Entscheidung“. Als wichtige Position nennt sie einen „Kümmerer“, den einige dieser Unis schon einsetzten: Gemeint ist eine Person, die für Fragen moderner Erreichbarkeit gezielt als Ansprechpartner bereit steht. Am Ende entstand auf Grundlage der Analyse, weiterer Fakten und Überlegungen ein Leitfaden. Darunter ist nun etwa die Empfehlung an jede Uni, an einem Ziel und einer Strategie festzuhalten, um die Mobilität konzentriert zu organisieren. Auch sollten Hochschulen untereinander im ständigen Austausch zum Thema stehen – besonders wenn sie von vergleichbarem Format sind und wenn es in einer Stadt mehrere gibt. Und zum wichtigen Aspekt der Universitätsstruktur: „Es sollte eine institutionelle Verankerung im Bereich der zentralen Verwaltung geben.“

Die Wuppertaler Uni selbst war zwar keine der im Detail untersuchten Hochschulen. Eine besondere Rolle spielte sie für Schmitts Arbeit aber dennoch: Das Projekt „Betriebliches Mobilitätsmanagement hoch drei“ ging an elf Orten im bergischen Städtedreieck direkt ans „Implementieren“, also grob „Einsetzen“ von Mobilitätsprinzipien – so exemplarisch wie praktisch. Und eines war die Bergische Universität selbst: Mit der Folge, dass am Fall der BUW durchaus schon ein Befund möglich war. Zwar schien es zu früh für einen Eindruck, wieweit Schmitts frisch erschienener Leitfaden sich verbreitet. Doch erste Erfahrungen beim besagten Vor-Ort-Projekt an der BUW selbst vermitteln einen Eindruck: „Seitens der Universitätsverwaltung“, so Schmitt, kam es demnach nach anfänglicher Offenheit „zu einer Einschränkung der Kosten sowie rechtlichen Folgen, wobei diese die Einführung von ein paar Maßnahmen nicht behinderten.“ Und dann: „Festzuhalten ist weiterhin, dass es an dieser Hochschule ausschließlich durch das Forschungsprojekt dazu kam, dass sich mit dem Thema Mobilitätsmanagement auseinandergesetzt wurde und schließlich auch Maßnahmen umgesetzt wurden.“

Der Wille zur klimafreundlichen Anbindung der Unis ist da, ein Plan aus Wuppertal jetzt auch – leicht werden dürfte die systematische Umsetzung quer durchs Land aber nicht.

Vorbild

Gerade an Universitäten könnte moderne Mobilität laut Schmitt Vorbild sein: Durch den unitypisch niedrigen Altersschnitt wäre so „eine Vielzahl von jungen Erwachsenen zu erreichen, deren Mobilitätsverhalten durch die Nutzung von Verkehrsmitteln des Umweltverbundes nachhaltig geprägt werden kann.“

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