Baubeginn nicht vor 2023

Stadthallen-Sanierung kostet 6,3 Millionen

Die Sanierung der Historischen Stadthalle verzögert sich um ein weiteres Jahr. Archivfoto: L. Langemeier
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Die Sanierung der Historischen Stadthalle verzögert sich um ein weiteres Jahr.

Reparaturen sind im laufenden Veranstaltungsbetrieb geplant – Baubeginn nicht vor 2023.

Von Andreas Boller

Wuppertal. Die Dach- und Fassadensanierung der Historischen Stadthalle wird nicht vor 2023 beginnen und verzögert sich somit um mindestens ein weiteres Jahr. Das Gebäudemanagement der Stadt Wuppertal (GMW) rechnet nach dem aktuellen Stand mit Kosten in Höhe von 6,3 Millionen Euro, von denen 2,6 Millionen Euro vom Bund übernommen werden. Zeit ist Geld, das wird bei den allgemein explodierenden Baukosten auch am Beispiel der Stadthalle deutlich.

So stiegen die Baukosten innerhalb eines Jahres um rund 800 000 Euro. Dass Reparaturen an der Sandsteinfassade erforderlich sind, steht außer Frage. Seit Jahren sind Netze um die Steinfiguren am Dach gespannt, denn es hatten sich Brocken aus der Wand gelöst. Allein mit regelmäßigen Sicherungsmaßnahmen ist der Verfall der Fassade nicht mehr zu stoppen.

Überlegungen zu einer grundlegenden Sanierung gibt es schon seit 2014. Allerdings hakte es zuletzt bei der Finanzierung der Maßnahme. Die gute Nachricht: Vom Bund gibt es einen Zuschuss in Höhe von 2,6 Millionen Euro, für den sich der Bundestagsabgeordnete Helge Lindh (SPD) eingesetzt hat.

Der Prozess von der Beantragung der Fördermittel bis zur Genehmigung dauerte dann aber länger als erwartet. 2020 – im Engelsjahr – wurde die Maßnahme zurückgestellt, weil die Stadthalle eine herausragende Bedeutung für die geplanten Veranstaltungen im Jubiläumsjahr einnehmen sollte. Doch durch die Corona-Pandemie fiel auch der geplante Festakt zum 200. Geburtstag von Friedrich Engels ins Wasser.

Aktuell sucht das Gebäudemanagement ein Büro, das die eigentliche Ausschreibung der Baumaßnahme plant und vorbereitet. „Es sind vier Bauabschnitte vorgesehen, denn alle Seiten der Fassade sind betroffen. Dabei müssen viele unterschiedliche Anforderungen berücksichtigt werden. Ich rechne daher nicht damit, dass noch 2022 mit den Arbeiten begonnen werden kann“, sagt Andrea Nickl, Produktmanagerin des GMW. Da die Arbeiten am Dach und an der Fassade im laufenden Betrieb vorgenommen werden sollen, wird der Einrichtung der Baustelle große Bedeutung zukommen.

„Es geht dabei um Flucht- und Rettungswege. Wir haben es mit einer Steinfassade, mit Holzfenstern und Dachrinnen aus Kupfer zu tun. Es ist nicht allein damit getan, Gerüste aufzustellen und mit den Arbeiten zu beginnen, denn es geht auch um statische Anforderungen“, so Andrea Nickl.

Mit rund zwei Jahren Bauzeit muss gerechnet werden – und mit bis zum Baubeginn weiterhin steigenden Baukosten.

Auf die Historische Stadthalle Wuppertal GmbH kommt die anspruchsvolle Aufgabe zu, in dieser Zeit die Vielfalt der Veranstaltungen möglichst störungsfrei auf und über die Bühne zu bringen. „Unser Wunsch ist, dass es so schnell wie möglich gehen sollte“, sagt Christian Kontowski, Betriebsleiter und Prokurist der Stadthallen GmbH.

Er geht davon aus, dass die Arbeiten in Absprache mit der Stadthallen GmbH erfolgen werden. „Es kann sicher nicht permanent gearbeitet werden, weil Veranstaltungen stattfinden werden, die störungsanfällig sind“, so Christian Kontowski.

Die 2,6 Millionen Euro vom Bund sollen genutzt werden

Stadtkämmerer Johannes Slawig hofft ebenfalls darauf, dass die Sanierung von Dach und Fassade so schnell wie möglich begonnen und abgeschlossen wird. „Wir sind froh, dass die Finanzierung über Bundesmittel ermöglicht worden ist. Diese Fördermittel dürfen wir nicht ungenutzt lassen“, sagt Johannes Slawig. Geklärt werden muss zudem noch die Frage, ob sich das Dach der Stadthalle mit Solarzellen bestücken lässt: „Es wäre wünschenswert angesichts der Strompreise. Die große Dachfläche gibt es her“, sagt Christian Kontowski.

Veränderungen an dem Gebäude müssten allerdings die Denkmalschützer zustimmen. Zu diesem Punkt enthält sich Andrea Nickl einer Prognose.

Bis zu 500 Veranstaltungen fanden vor der Corona-Pandemie pro Jahr im Großen Saal und in weiteren Sälen der Stadthalle statt. Beim Umbau 1991 bis 1995 erfolgten aufwendige Sanierungen und Restaurierungen. Damals reichte das Geld allerdings nicht, um auch die vier Türme in einen optimalen Zustand zu bringen.

Ein eher kurioses Kapitel der Wuppertaler Stadtgeschichte ist, dass die Stadthalle nur wenige Jahre nach der Wiedereröffnung erneut zur Baustelle wurde, weil die Fassade eingerüstet werden musste. Auf diesen Anblick werden sich die Wuppertaler ab 2023 ein weiteres Mal einstellen müssen.

Türme

Die vier Türme prägen das Bild der Stadthalle. Erst zehn Jahre nach der Wiedereröffnung der Halle wurden 2005 und 2006 die vier Turmhauben erneuert. Zunächst waren die Türme auf der Eingangsseite an der Reihe, die übrigens kleiner sind als die anderen beiden hin zur Stadt. Ein Trick des Architekten, der nur aus der Vogelperspektive zu erfassen ist.

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