Auf den Spuren der Familie Engels

+
Baustellenführung: 199 Jahre nach der Geburt von Friedrich Engels zeigen Dezernent Matthias Nocke, Lars Bluma (Historisches Zentrum) und Stefanie Hentrich (Architektin) den Stand der Dinge. Foto: Stefan Fries

3,5 Millionen Euro investierte Wuppertal ins Engelshaus. Eröffnung ist am 28. November 2020.

Von Andreas Boller

Wuppertal. Am 28. November 2020 jährt sich der Geburtstag von Friedrich Engels zum 200.

Mal. An diesem Tag will die Stadt Wuppertal das Engels-Haus, das 1775 von den Großeltern des Philosophen erbaut wurde, mit historischen Räumen und einer Dauerausstellung neu präsentieren. Rund 3,5 Millionen Euro lässt sich die Stadt Wuppertal das Geburtstagsgeschenk kosten. Der Besuch des sanierten Gebäudes soll zu einem der Höhepunkte im Engelsjahr werden. Mit einem vielfältigen Programm wird vom 15. Februar 2020 bis zum 20. Februar 2021 der Geburtstag gefeiert.

Das Engelshaus ist nicht das Geburtshaus des großen Sohnes der Stadt, denn das hat die Zeiten nicht überdauert. Der kleine Friedrich hatte es aber nicht weit bis zum Haus seiner Großeltern am anderen Ende des heutigen Engelsgartens. „Es gibt zwar keine gesicherten Quellen, aber man kann davon ausgehen, dass Friedrich Engels seine Großeltern öfter dort besucht hat“, sagt Lars Bluma, Leiter des Historischen Zentrums.

Viele Jahre tat sich die Stadt Wuppertal mit dem Erbe von Friedrich Engels schwer. Das könnte ein Grund sein, warum es das Gebäude erst 1992 in die Denkmalliste schaffte. Das Haus hat für die Denkmalschützer nicht nur einen großen Wert, weil hier ein Mann aufwuchs, der mit seinen Theorien die Welt veränderte. Es ist auch ein typisches Beispiel für ein großbürgerliches Fachwerkwohnhaus des bergischen Spätbarocks.

„Wir werden in der geplanten Dauerausstellung mit modernen Mitteln das Leben und Werk von Friedrich Engels präsentieren, aber das Engelshaus selbst ist ein museales Exponat“, sagt Lars Bluma. Zuletzt wurde das Fachwerk restauriert und in der ursprünglichen „altdeutschen Deckung“ neu verschiefert. „Die Fassade war der schwierigste Teil des Projektes“, sagt Bauleiterin Stefanie Hentrich. Böse Überraschungen gab es nicht: Dach und Fassade verfügen über eine gute Substanz.

Bestandsaufnahme der Denkmalschützer dauerte ein Jahr

Ein Jahr dauerte allein die Bestandsaufnahme der historischen Bausubstanz. Dabei wurde festgestellt, dass es um das Jahr 1800 einen großen Umbau gegeben haben muss, den sich die Fabrikantenfamilie Engels, deren Firma im Barmer Bruch Garn herstellte, dank guter Geschäfte leisten konnte. Wandbemalungen und Tapeten zeigen die Veränderungen. Außerdem wurden kleinere Zimmer im Erdgeschoss in repräsentativere Räume umgewandelt, indem man die Zwischenwand entfernte.

Die Besucher sollen sowohl einen Eindruck vom ursprünglichen Zustand der Räume im Jahr 1775 als auch von der schmuckreichen Version ab dem Jahr 1800 erhalten. Das Musikzimmer im Erdgeschoss sowie der Salon im ersten Obergeschoss sollen den Zeitgeist wiedergeben, während die übrigen Räume in diesen beiden Etagen für die Multi-Media-Ausstellung über Engels genutzt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Kaiserwagen wird bei Ebay angeboten
Kaiserwagen wird bei Ebay angeboten
Räuberisches Trio stiehlt Macbooks aus Elektronikladen in Haan
Räuberisches Trio stiehlt Macbooks aus Elektronikladen in Haan
Baustellen und Staus auf der A 46 auch 2020
Baustellen und Staus auf der A 46 auch 2020
Auto krachte in Bushaltestelle - Fußgänger rettete sich durch Sprung
Auto krachte in Bushaltestelle - Fußgänger rettete sich durch Sprung

Kommentare