Handel

Spezialitätenmarkt in Neuss gescheitert

Bürgermeister hat neue Pläne.

Neuss. Gefühlt hat er gerade erst aufgemacht, da ist der Rheinische Spezialitätenmarkt schon wieder Geschichte. Am Montagabend hatte das von Bürgermeister Reiner Breuer angeregte Angebot eines Kirmes-Markts auf einem Teil des Wendersplatzes letztmals geöffnet. Idee war es, Schausteller, die wegen der Corona-Pandemie, ausgelöst durch das Virus Sars-CoV-2, unter massiven Einnahmeausfällen leiden, zu unterstützen. Das wurde nicht wie erhofft angenommen, daher folgte jetzt der Schlussstrich. „Man muss so ehrlich sein und sagen: Es war ein Versuch, hat aber nicht wie erhofft funktioniert“, sagt der Bürgermeister.

Eine neue Idee möchte Reiner Breuer nun mit Schaustellern und Schützen diskutieren: einen temporären Freizeitpark nach Düsseldorfer und Dortmunder Vorbild. Ende August bis Anfang September könnte zum Beispiel für zwei Wochen ein solches Angebot auf dem Tüv-Gelände geschaffen werden – mit Fahrgeschäften. „Die haben schließlich auf dem Wendersplatz gefehlt und machen ein solches Angebot für Familien interessanter“, meint Breuer.

Der Frust der Schausteller auf der vereinsamten Fläche nahe der Innenstadt war am Montagabend deutlich zu spüren. „Ich hätte gedacht, dass es besser angenommen wird“, sagt Volker Kallenberg, der mit seinem Imbisswagen „Curry Jupp“ vor Ort war. Die Kapazitätsgrenze von 100 Personen sei nicht ein einziges Mal erreicht worden. Das Pfingstwochenende sei zwar noch einigermaßen zufriedenstellend gewesen, „schnell war dann aber gar nichts mehr los“, sagt Thorsten Salden von der „Knusper-Ecke.“

Nun sei es wichtig gewesen, rechtzeitig die Reißleine zu ziehen, bevor aus dem Projekt ein Minusgeschäft wird. Darauf hätten sich die Verantwortlichen am Montagmorgen geeinigt. Gerne noch weiter versucht hätte es jedoch Tanja Hoffmann von der Cocktail-Bar „Tortuga“, auch wenn der Rheinische Spezialitätenmarkt für sie bislang ebenfalls noch nicht rentabel gewesen sei.

Schausteller sind von Schützen enttäuscht

Überraschend: Sowohl Tanja Hoffmann als auch Thorsten Salden und Volker Kallenberg machen aus ihrer Enttäuschung über die Neusser Schützen keinen Hehl. So habe sich in der ganzen Zeit lediglich ein Schützenzug auf dem Gelände gezeigt. „Dabei hieß es in den Vorbesprechungen noch, dass die Schützen das Projekt unterstützen“, sagt Hoffmann.

Dazu sagt Schützenpräsident Martin Flecken, dass durchaus Schützen auf dem Markt gewesen seien, nur eben nicht als Gruppe. Während Flecken das Konzept des Spezialitätenmarktes grundsätzlich befürwortet, übt die CDU scharfe Kritik am Bürgermeister. Parteichef Jürgen Brautmeier spricht von einer reinen „Wahlkampf-Show“ und einem „Schnellschuss“ Breuers, den die Schausteller nun ausbaden müssten.

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