Prozess

Bankräuber steht nach Sparkassenüberfall vor Gericht

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Die Sparkasse am Islandufer wurde überfallen.

WUPPERTAL 35-jähriger Angeklagter legte am Dienstag vor dem Landgericht in Wuppertal ein Geständnis ab.

Von Michael Bosse

Mit einem Geständnis hat am Landgericht Wuppertal der Prozess wegen eines Überfalls auf die Sparkassenfiliale am Wuppertaler Islandufer begonnen. Der 35 Jahre alte Angeklagte räumte die ihm von der Staatsanwaltschaft zur Last gelegten Taten ein.

Der Überfall hatte sich am 15. Mai dieses Jahres ereignet. Der Angeklagte war schwarz gekleidet und mit einer Sturmhaube vermummt in die Sparkassenfiliale gegangen, hatte einen Kunden mit einer nicht funktionsfähigen Gas- und Schreckschusspistole bedroht und von dem Kassierer verlangt: „Geld her – schnell!“ Insgesamt erbeutete der Angeklagte bei dem Überfall 10.500 Euro.

Polizei nahm ihn in seiner Firma fest

Vom und zum Tatort war er mit seinem eigenen Pkw gefahren. Durch Zeugenhinweise kam die Polizei auf die Spur des Mannes und nahm ihn sechs Tage nach der Tat in den Räumen seiner Firma fest.

Er bedauere die „blödsinnige Sache“, erklärte der 35-jährige Wuppertaler. Als Motiv für den Überfall verwies der gelernte Kfz-Mechatroniker auf finanzielle Probleme in seinem Autohandel sowie massive Geldforderungen von Personen, denen er Geld schuldete.

So hatte er im Dezember 2018 im Auftrag einer Kundin, bei der es sich im übrigen um eine ehemalige Teilnehmerin einer TV-Castingshow handelt, ein Auto für 15.000 Euro verkauft, jedoch nur einen Teil davon an die Auftraggeberin weitergereicht. Den Rest nutzte er zum „Stopfen von anderen Löchern“ finanzieller Art.

Zudem hatte der Angeklagte wegen seiner Geldnöte von einem Abschleppwagenfahrer 2000 Euro geliehen, der diese Summe mit einer Verzinsung von 300 bis 500 Euro pro Woche wieder eintreiben wollte.

Wegen der Außenstände wurde der Mann sowohl von der Mutter der Frau, dessen Pkw er verkauft hatte, sowie von dem Abschleppwagenfahrer massiv unter Druck gesetzt. So wurde in einer Sprachnachricht angedroht, dass die Ehefrau des Angeklagten in Ungarn auf den Strich geschickt werden sollte. Auch auf dem Firmengelände erschienen die Gläubiger und drohten laut Angeklagtem mit Gewalt.

Mit der Beute wollte er zwei Pferde auslösen

Er habe mit dem Überfall seine „Probleme beseitigen“ wollen, sagte der Angeklagte, der in dem von Richter Ulrich Krege geführten Prozess einen emotional angegriffenen Eindruck machte. Mit dem Geld wollte er zwei Pferde auslösen und durch den Verkauf der Tiere eine Summe einnehmen, mit der er seine Schulden hätte begleichen können. Dazu kam es aber nicht, weil er vorher festgenommen wurde. Seitdem sitzt der Angeklagte in Untersuchungshaft.

Der Prozess wird fortgesetzt, könnte aber durch das Geständnis abgekürzt werden. Dem Angeklagten droht wegen des Vorwurfs des erpresserischen Menschenraubs und schwerer räuberischer Erpressung eine Haftstrafe von mindestens drei Jahren.

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