Nicht mehr viel los

So soll der Medienhafen wiederbelebt werden

+
Die Wasserflächen im Medienhafen – hier die Brücke über dem Hafenbecken zur Speditionstraße – sollen „erlebbarer“ werden. 

DÜSSELDORF Das Szeneviertel ist in die Jahre gekommen. Die Düsseldorfer IHK schlägt nun mehrere Maßnahmen vor.

Von Alexander Schulte

Gebaut wird immer noch munter, ansonsten aber ist nicht mehr viel los im Medienhafen. Wobei schon dieser Name eigentlich überholt ist, weil Medien in den Bürobauten zwischen Hammer- und Kesselstraße, Neuem Zollhof und Franziusstraße längst nicht mehr die Hauptrolle spielen. In die Jahre gekommen ist der Hafen, sinnbildlich wird das am kaputten Straßenpflaster an den Gehry-Bauten.

WOHNEN + HOTEL

KEINE VERÄNDERUNG Das Angebot an Wohnungen soll nach Vorstellungen der IHK nicht erweitert werden, das sei einer Belebung – vor allem des Abend- und Nachtlebens – eher abträglich. Eine Absage erteilt das Positionspapier auch weiteren Hotels.

Einen Vorstoß zur Wiederbelebung des Hafens als Ausgehviertel wie zur Jahrtausendwende unternimmt nun die Düsseldorfer Wirtschaft in Form eines 17-seitigen Positionspapiers der Industrie- und Handelskammer (IHK), das in Workshops mit Stadtplanern entworfen worden ist und nun bei der IHK-Vollversammlung vorgestellt wurde. Titel: „Der Medienhafen – Hot spot or not spot?“. Die wichtigsten Punkte im Überblick.

Individual-Verkehr

Der Industriehafen soll zur Entlastung vom Schwerlastverkehr eine zweite Zufahrt bekommen in Form einer neuen Brücke über den Rhein gleich neben der Hammer Eisenbahnbrücke, fordert die IHK. Um den Medienhafen wieder zum attraktiveren Erlebnisort zu machen, sollen dagegen Autoverkehr und Parkplätze reduziert, Rad- und Fußwege aber ausgebaut werden. So soll die Route entlang der Franzius-/ Holz- und Plockstraße überarbeitet werden. Durch die Verbindung der Landzungen für Radfahrer und Fußgänger werden die Wegebeziehungen verkürzt, damit es attraktiver wird, auf das Auto zu verzichten. Hinzu kommen sollen Fahrradparkhäuser an den S-Bahn-Haltestellen Hamm und Völklinger Straße.

S-Bahn

Weil die genannten Stationen relativ weit entfernt sind, wird ein neuer Haltepunkt „Medienhafen“ auf Höhe der Plockstraße angestrebt. Weil das viel Zeit erfordert, könnte als Interimslösung der S-Bahnhof Hamm auch an die Straßenbahnlinie 707 angebunden werden, heißt es im Positionspapier. Zugleich wird die schon vor 20 Jahren diskutierte zusätzliche Stadtbahnlinie für den nord-östlichen Teil des Hafens wieder ins Spiel gebracht: eine Schienenverbindung vom Landtag/Kniebrücke über Neusser- und Strom- zur Hammer Straße. Für die innere Erschließung schließlich sei ein autonomer Busshuttle wie in Monheim eine Option.

Öffentlichen Raum aufwerten

Mehr Publikum, vor allem jüngeres, werde nur angelockt, wenn die Aufenthaltsqualität des Quartiers wieder verbessert werde, heißt es. Zentral für das neue alte Hafen-Feeling ist da ein – bereits geplanter – Stadtstrand an der Kesselstraße, der diesen Namen auch verdient. Überhaupt sollen die Wasserflächen im Hafen „erlebbarer“ werden, etwa auf Pontons mit Gastronomie oder Geschäften.

Kunst, Sport, Erholung

Eine „Perlenkette vielfältiger Nutzungen“ sowie Themenrouten zur Inszenierung einzelner Standorte von der Joggingstrecke über die Outdoor-Galerie bis zum Architekturrundgang werden empfohlen. Ein echter Rundgang durch den Medienhafen inklusive Paradiesstrand und Hyatt-Hotel könnte durch eine schwenkbare Brücke ermöglicht werden. Außerdem soll es zur besseren Verbindung von Hafen und Altstadt einen ausgeschilderten und inszenierten Boulevard am Rhein entlang geben, um diese Achse besser herauszustellen.

Nutzungsmix verbessern

Innovative Konzepte könnten den Hafen wiederbeleben, zum Beispiel temporäre Pop-up-Nutzungen auf ungenutzten Flächen. Empfohlen werden mehr öffentliche Veranstaltungen und „wassergebundene Freizeitaktivitäten“ im Yachthafen oder an der Halbinsel Kesselstraße. Um die Zielgruppe „Gastronomie- und Szenebesucher“ anzulocken, müsse aber vor allem das kulinarische Angebot verbessert und erneuert werden – weniger Systemgastronomie mit Burger- oder Pastaketten, mehr spezifische Konzepte, gerne auch auf Terrassen im Freien.

Mehr zum Thema

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Stau und volle Züge - Urlauber reisen zum Ferienende nach NRW zurück

Stau und volle Züge - Urlauber reisen zum Ferienende nach NRW zurück

A 46: Zwei Baustellen am Wochenende

A 46: Zwei Baustellen am Wochenende

Die Wupper wird noch erlebbarer

Die Wupper wird noch erlebbarer

Im November soll die Trasse asphaltiert sein

Im November soll die Trasse asphaltiert sein

Versuchter Raub: 13-Jähriger in Wuppertal angegriffen - Täter flüchten

Versuchter Raub: 13-Jähriger in Wuppertal angegriffen - Täter flüchten

Kommentare

Das könnte Sie auch interessieren