Grüner Zoo Wuppertal

So will der Wupperaler Zoo das Klima schützen

Auch der getrocknete Kot der Tiere könnte genutzt werden.
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Auch der getrocknete Kot der Tiere könnte genutzt werden. Foto: Fries, Stefan (fr)

Die Zukunft des Wuppertaler Zoos soll C02-neutral sein - zumindest was die Energieversorgung angeht. Um das zu erreichen, hat man sich für ein Förderprogramm des Bundes beworben.

Der Grüne Zoo und das Gebäudemanagement Wuppertal (GMW) streben eine C02-neutrale Energieversorgung des Zoos an. Aus diesem Grund hat sich der Zoo um eine Teilnahme an einem entsprechenden Förderprogramm des Bundes beworben. Im Rahmen des Konjunkturpakets der Bundesregierung hat das Bundesumweltministerium eine Förderung für ausgewählte kommunale Klimaschutzmaßnahmen ausgelobt. Aus den eingereichten Projektskizzen wurden die besten Projekte ausgewählt und zur Antragstellung aufgefordert. Das GMW hat in Abstimmung mit dem Zoo im vergangenen Jahr eine Projektskizze und Anfang dieses Jahres den entsprechenden Antrag eingereicht.

Der Stadtrat soll den Grundsatzbeschluss treffen

„Die Förderung geht bis zum Jahr 2027“, berichtet Zoodirektor Arne Lawrenz. „Die Fördersumme beträgt fast sechs MIllionen Euro, davon sind 20 Prozent Eigenanteil, für den die Stadt aufkommen müsste.“ Am 19. Dezember soll der Rat daher einen Grundsatzbeschluss für die Teilnahme an dem Förderprogramm treffen und in der Folge zur weiteren Umsetzung des Projektes die Verwaltung beauftragen, die Planung der Baumaßnahmen zu veranlassen und einen Durchführungsbeschluss vorzubereiten. Der Grundsatzbeschluss zugunsten des Projektes einschließlich der Übernahme des Eigenanteils ist Voraussetzung für einen positiven Förderbescheid. Zudem ist er erforderlich, um das Vergabeverfahren für die notwendige Planung anzustoßen.


„Wir wollen unter anderem die lokale Fernwärme nutzen“, erklärt Lawrenz. „Derzeit nutzen wir zu 100 Prozent fossile Energieträger.“ Der Anteil von Erdgas beträgt dabei 80 Prozent, die restlichen 20 Prozent sind Öl. Im Rahmen des Projektes „CO2-neutrale Energieversorgung für den Grünen Zoo Wuppertal“ soll ein Nahwärmenetz auf Basis verschiedener nachhaltiger, erneuerbarer Energiequellen entstehen und damit den aktuellen Zustand einer dezentralen, veralteten Energieversorgung mit fossilen Energieträgern ersetzen, wie es in der Begründung zur Beschlussvorlage an den Rat heißt.



Dazu sollen verschiedene innovative Ansätze zusammengeführt werden, die am Beispiel des Zoos aufzeigen, welches Potenzial erneuerbare Energieträger auch in einem alten, noch nicht sanierten Gebäudebestand abdecken können, ohne zukünftige Sanierungspotenziale zu verneinen. „Wir wollen mit der Nutzung innovativer Technik auch Vorbildcharakter haben“, unterstreicht Lawrenz. Zu den innovativen Methoden könnte auch gehören, „die Hinterlassenschaft der Tiere – Stroh und Kot – zu trocknen und für die Energiegewinnung zu nutzen“.


Eine weitere Methode könnte darin bestehen, aus Brunnen das Wupperwasser zu holen. „Dem Wupperwasser würde dann Temperatur entzogen, wodurch das Wasser kälter würde, wovon der Wupperverband profitieren könnte“, sagt Lawrenz. Auf diese Weise könnte das Wupperwasser zur Wärmegewinnung genutzt werden. Zur Energiegewinnung sollen auch Photovoltaikanlagen auf dem Dach des Stadions beitragen. „An dem gesamten Projekt sind neben uns das GMW, der Wupperverband, das Wuppertal Institut und die Neue Effizienz gemeinnützige GmbH beteiligt“, so Lawrenz.


Die Erkenntnisse aus diesem Modellprojekt sollen mustergültig für alle Zoos und Tierparks in Deutschland und zudem anwendbar sein für die Umstellung von Stadtquartieren auf entsprechende Systeme. Zudem würde der Zoo mit der Diversifizierung der Energieträger und deren erneuerbaren Hintergrund eine hohe Versorgungssicherheit zurückgewinnen, heißt es in der Begründung der Beschlussvorlage an den Rat.


In den vergangenen etwa 20 Jahren lag der Schwerpunkt in Wuppertal bei der Modernisierung und Erneuerung der kommunalen Gebäude, insbesondere Schulen und Kindertagesstätten einschließlich der entsprechenden energetischen Ertüchtigung. Im Zoo erfolgten in dieser Zeit nur wirklich notwendige Unterhaltungsarbeiten. Insgesamt weise der Zoo baulich und technisch einen erheblichen Sanierungsbedarf auf, heißt es weiter in der Begründung. Auch energetisch entspreche der Zoo nicht dem heutigen Stand der Technik. Diese Defizite würden unter anderem zu einem hohen Verbrauch an Strom, Wärme und Wasser führen.


Der Aufbau einer zukünftigen und nachhaltigen, CO2-neutralen Energieversorgung müsse daher auch im Grünen Zoo „kurzfristig und vordringlich umgesetzt werden“. Aufgrund des Alters vieler dezentraler gas- und ölversorgter Heizkessel von mehr als 20 Jahren bestehe ein hoher Druck zum Austausch der Anlagen, „da der im Zoobetrieb zwingend erforderliche hohe Bereitstellungsgrad ansonsten nicht mehr sicher gewährleistet werden kann“.

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