Verbesserungsbedarf

So schmutzig sind Wuppertals Schulen

Reinigungskraft Jutta Ochss-Brück geht mit einem Wagen einen leeren Schulgang entlang.
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Reinigungskraft Jutta Ochss-Brück geht mit einem Wagen einen leeren Schulgang entlang.

Gebäudemanagement der Stadt wertet eine Umfrage aus: Mehrheit der Einrichtungen ist demnach zufrieden.

Von Bernhard Romanowski

Wuppertal. Anfang des Jahres hat ein Team des Gebäudemanagements der Stadt Wuppertal den Schulen im Stadtgebiet einen Fragebogen zukommen lassen. Jetzt liegt die Auswertung vor. Grundsätzlich scheint die Mehrheit der Einrichtungen aller Schulformen mit der Reinigung zufrieden zu sein, wie sie derzeit stattfindet – rund ein Drittel sieht aber Verbesserungsbedarf.

Die Umfrage hatte das Ziel, den Reinigungsbedarf aus Sicht der Schulen zu ermitteln - auch „blinde Flecken“ der Dienstleistungsqualitäten, wie es die Fachabteilung formuliert. Wie oft in der Woche eine Reinigung stattfinden soll, ob sie sich auf alle Räume erstrecken oder nur bestimmte Bereiche abdecken soll und inwieweit sich Lehrkörper- und Schülerschaft an der Reinigung – nicht zuletzt zur Kostensenkung – beteiligen können und wollen – das waren nur einige der insgesamt 45 detaillierten Fragen.

„Ungefähr ein Drittel (35 Prozent) der Schulen hat geantwortet, dass die Anforderungen knapp erfüllt würden. Fast zwei Drittel (65 Prozent) haben mit ihren Antworten signalisiert, dass sie zufrieden (33 Prozent) oder mehr als zufrieden (32 Prozent) seien“, schreibt das Gebäudemanagement in seiner Auswertung.

Bei einem Runden Tisch mit den Schulen wurde bereits mehrfach der Wunsch nach einer zweiten täglichen Reinigung ihrer Sanitäranlagen an das Gebäudemanagement (GMW) herangetragen. In der Umfrage hat sich indessen wohl nur eine Minderheit für diese zusätzliche Leistung ausgesprochen.

Zusätzlich gewünschte Arbeiten kosten natürlich Geld

Handtücher und Seife werden bereits heute im Bedarfsfall von den Hausmeistern oder GMW-Mitarbeitern während des Schulbetriebs aufgefüllt, so die Fachabteilung. Auch die Entfernung von Graffiti auf Kabinen- und Fliesenwänden erledigen sie demnach zügig, wenn dies technisch möglich ist. Die von den Schulleitungen offenbar gewünschte Bestellung der zusätzlichen Reinigung der Bodenbeläge, Sanitärobjekte und Türgriffbereiche sei mit zusätzlichen Kosten verbunden.

Diese Mehrkosten würden ab dem 1. Januar 2023 mindestens eine Million Euro pro Jahr ohne Wegezeiten und maximal 1,8 Millionen Euro brutto pro Jahr bei häufigen Wegezeiten betragen, so die Ankündigung des GMW. Mit dem Begriff „Wegezeiten“ wird hier auf die tariflichen Regelungen verwiesen. Demzufolge haben die Reinigungskräfte Anspruch auf die Vergütung dieser Wegezeiten zwischen den zu reinigenden Liegenschaften.

Mit Blick auf Klassen-und Fachräume halten 50 Prozent der schulischen Einrichtungen die bisherige Häufigkeit der Bodenreinigung an jedem zweiten Unterrichtstag für hinreichend, 49 Prozent erwarten die tägliche Bodenreinigung. Die Reinigung der Tische und Stühle erfolgt derzeit an jedem zweiten Tag. Sie halten 92 Prozent für hinreichend, eine wöchentliche Reinigung erwarten sieben Prozent. Nur ein Prozent erwartet die tägliche Reinigung der Tische und Stühle.

71 Prozent der Einrichtungen ist mit der aktuell wöchentlichen Fensterbankreinigung zufrieden. Die Reinigung der Schränke und Regale einmal im Monat genügt 48 Prozent. Die gewünschte Verdopplung der Reinigungshäufigkeit der Böden würde ab 1. Januar 2023 rund 880 000 Euro brutto pro Jahr kosten, betont das Gebäudemanagement: „In geringerer Höhe gilt dies für die zusätzliche Reinigung der Bodenbeläge bei Schneefall. Die Wintermonate Dezember bis Februar umfassen circa 50 Schultage. Bei zehn bis 20 Schneetagen betragen die Mehrkosten brutto circa 95 000 bis 190 000 Euro pro Jahr.“

Die tägliche Bodenreinigung der Mensen- oder Lehrküchen erwarten weiterhin 94 Prozent der befragten Schulen. Auch für die anderen Leistungen, außer bei Fensterbänken, Schränken und Regalen, erwarten die Befragten, dass die momentane Häufigkeit beibehalten wird. Fensterbänke, Schränke und Regale, die bislang fünfmal die Woche gereinigt werden, könnten hingegen weniger oft sauber gemacht werden, so die mehrheitliche Meinung der befragten Schulen.

Dass Büroräume und Lehrerzimmer nur einmal wöchentlich gereinigt werden, halten derweil 84 Prozent für nicht ausreichend. „Eine tägliche Türgriffbereichsreinigung erwarten 74 Prozent“, heißt es in der Auswertung der Fachabteilung.

Hintergrund

„Wir haben das städtische Gebäudemanagement mit der Umfrage an den Schulen beauftragt, um endlich den genauen Bedarf der Einrichtungen im Detail zu ermitteln“, so Karin van der Most (FDP), die den Schulausschuss des Wuppertaler Stadtrats leitet.

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