Skywalk: Vorerst keine Bürgerversammlung

Auf der Ebene, auf der bisher nur Arbeiter und gelegentlich Besuchergruppen unterwegs sind, soll der sogenannte Skywalk entstehen. Archivfoto: Sven Schlickowey
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Auf der Ebene, auf der bisher nur Arbeiter und gelegentlich Besuchergruppen unterwegs sind, soll der sogenannte Skywalk entstehen. Archivfoto: Sven Schlickowey

Im Remscheider Stadtrat scheitert die CDU mit einem Antrag – Beteiligungsverfahren nach Machbarkeitsstudie zugesagt

Von Sven Schlickowey

Remscheid Zum geplanten Skywalk in der Müngstener Brücke wird es vorerst keine Bürgerversammlung in Remscheid geben. Ein Antrag der CDU, eine solche Veranstaltung zeitnah zu planen und durchzuführen, lehnte der Stadtrat mehrheitlich ab. Insbesondere mit Hinweis auf die erst noch durchzuführende Machbarkeitsstudie, die der Rat – mit Stimmen der Christdemokraten – in Auftrag gegeben hatte.

Man brauche eine Grundlage, auf der man diskutieren kann, betonte David Schichel, Fraktionsvorsitzender der Grünen: „Diese Grundlage haben wir noch nicht.“ Gleichwohl werde man die Bürger an dem Projekt beteiligen, nur später, so Schichel: „Ich gehe davon aus, dass es während des Verfahrens mehrere Bürgerversammlungen geben wird.“ Ähnlich argumentierte Philipp Wallutat von der FDP. Erst müsse die Machbarkeitsstudie grundlegende Fragen klären: „Ob und wie das funktioniert, wissen wir doch selber noch nicht.“

„Wir wollen das Projekt vorantreiben und ermöglichen.“

Markus Kötter (CDU)

CDU-Fraktionschef Markus Kötter hatte zuvor auf die Unsicherheit der Menschen verwiesen, die rund um die Müngstener Brücke leben, dort sei die Aufregung „deutlich spürbar“. Die vorgeschlagene Bürgerversammlung sende ein „richtiges Signal“ an diese Menschen: „Um nicht noch mehr Verunsicherung zu schüren, ist es wichtig, möglichst viele mitzunehmen.“

Doch den meisten Mitgliedern des Rates war das offensichtlich noch zu früh: Mit der Gestaltungsmehrheit aus SPD, Grünen und FDP stimmte auch die Linke gegen den CDU-Vorschlag, die WiR enthielt sich. Es bestehe die Gefahr, dass das Projekt in einer frühen Phase kaputt geredet werde, befand Sven Wolf, Fraktionsvorsitzender der SPD: Kritiker, insbesondere direkt betroffene Anwohner, würden bei solchen Veranstaltungen oft besonders laut auftreten, Befürworter sich eher zurückhalten. „Das ist aus anderen Bürgerbeteiligungsverfahren bekannt.“

Dem Vorwurf, den Skywalk torpedieren zu wollen, widersprach Markus Kötter allerdings: „Wir wollen das Projekt vorantreiben und ermöglichen“, machte er deutlich.

Eine Bürgerbeteiligung stehe dem nicht im Wege – eher im Gegenteil: „Die Argumente aus der Bürgerversammlung können ja auch in die Machbarkeitsstudie einfließen.“

Man sei ohnehin mit den Kritikern im Gespräch, zumindest mit denen auf der Remscheider Seite der Brücke, sagte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD). Ihnen habe er zugesichert, ihre Sorgen zu berücksichtigen, betonte der OB, der aber auch klar machte: „Die Idee ist klasse, die lassen wir uns zum jetzigen Zeitpunkt nicht kaputt reden.“

Also heißt es nun, auf die Machbarkeitsstudie zu warten, in der auch ein Kommunikationskonzept enthalten sein soll. Man sei derzeit dabei, das Projekt thematisch zu zerlegen und sich für alle Bereiche Partner zu suchen, berichtete Baudezernent Peter Heinze. „Ergebnisse wird es wohl nächstes Jahr geben, denke ich mal.“

In einem ersten Schritt soll vorab geklärt werden, ob sich der Skywalk mit der Weltkulturerbe-Bewerbung der Brücke verträgt, ist einer Antwort der Verwaltung auf eine CDU-Anfrage zu entnehmen: „Die Studie gründet auf dem Ansatz, insbesondere die internationale Bewerbung zur Erlangung des Welterbestatus nicht zu beeinträchtigen.“

Nicht nur deswegen betonte Heinze, dass es sich bei dem Skywalk nicht um ein hauptsächlich touristisches Projekt handle, was dem Welterbeprogramm widersprechen würde. Vielmehr solle die direkte Verbindung zwischen dem Remscheider Stadtteil Küppelstein und dem Solinger Ortsteil Schaberg die Alltagsmobilität in der bergischen Region verbessern.

Hintergrund

Seit bald eineinhalb Jahren wird der Vorschlag diskutiert, eine bisher nur für Arbeiten genutzte Plattform einige Meter unter den Schienen der Müngstener Brücke zwischen Remscheid und Solingen für Fußgänger und Radfahrer zu nutzen.

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