Silvester

Feuerwerk: Nico setzt auf die grüne Linie

Neu im Sortiment: Martin Schmitz (l.) und Jens Hibbeler präsentieren die „Green Line“ und professionelle Hightech-Raketen.
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Neu im Sortiment: Martin Schmitz (l.) und Jens Hibbeler präsentieren die „Green Line“ und professionelle Hightech-Raketen.

Für die Remscheider Traditionsfirma beginnen nach zwei Jahren Pandemie wieder die drei Großverkaufstage für Silvester.

Remscheid. Die Pyro-Pause hat ein Ende. Nach zwei Jahren Corona-Stillstand wird Silvester um Mitternacht wieder mit Batterien, Raketen und Knallern kräftig Gas gegeben. Beliefert wird die Branche auch von Nico Europe, Deutschlands drittgrößter Feuerwerksfirma. Mitten auf dem Land, in Flügel 1 an der Stadtgrenze Remscheid-Wuppertal, laufen die Fäden zusammen für den Höhepunkt des Jahres.

Eins gilt beim Spektakel schon lange nicht mehr. „Silvester gleich Böllerei trifft nicht zu. Die klassische Knallerei ist stark rückgängig“, erklärt Martin Schmitz, Vertriebsleiter Großfeuerwerk. Farbenspiel statt ohrenbetäubendem Lärm. Gefragt ist die Optik, von den Fontänen bis zu den Raketen. Schmitz kann aus den Verkaufszahlen auch nicht ableiten, dass die bequem zu handhabenden Verbundfeuerwerke, Batterien, die am Boden aufgestellt einen längeren Spaß garantieren, die Raketen in der Beliebtheit als Nummer 1 abgelöst haben.

Nico Europe hat die Pandemie genutzt, eine neue umweltbewusstere Produktlinie auf den Markt zu bringen. Die „Green Line“ trägt dem Zeitgeist Rechnung. Die sonst üblichen Anteile an PVC und Kunststoff wurden drastisch reduziert. „Mindestens 90 Prozent jedes Feuerwerkskörpers bestehen aus Altpapier oder Holz. Wir verwenden hauptsächlich nachwachsende Materialien“, heißt es in der Nico-Werbung.

Über die grüne Komponente hat Nico Europe ein Standbein bei Aldi Nord. Die „Arche Nico“, ein Verbundfeuerwerk mit fünf Batterien und 816 Effekten, Effekthöhe: 30 Meter, Dauer: 100 Sekunden, wird dort im Laden 35 Euro kosten. Mit dem Thema Umwelt sieht sich Nico Europe auf dem richtigen Weg. Hinter Weco (Eitorf) und Comet (Bremerhaven) ist der Traditionshersteller der drittgrößte deutsche Pyro-Anbieter.

Weil breit aufgestellt und mit einem überschaubaren Personalstab, kam Nico Europe ohne Entlassungen durch die freudlose Corona-Zeit. Die Stammbelegschaft an den beiden Standorten Berlin und Remscheid liegt bei 40, weitere 20 sind bei Nico Feuerwerk in Worms beschäftigt, wo man für große Handelsketten zuständig ist.

Zwei Jahre hielt sich Nico mit Kurzarbeit und der staatlichen Unterstützung im Lager- und Logistikbereich über Wasser. „2020/21 konnten wir bis auf ein paar Gewerbetreibende nur Kinderfeuerwerk verkaufen. Für uns war das ein Tropfen auf den heißen Stein“, denkt Jens Hibbeler, Leiter Qualitätsmanagement bei Nico, zurück. Hilfreich war für das Unternehmen, dass das Exportgeschäft in die Schweiz (gerade für den Nationalfeiertag am 1. August) und nach Österreich weiter lief, wo es keine Beschränkungen gab.

Die Durststrecke nutzte Nico Europe, das Geschäft mit den Ganzjahresartikeln auszubauen. Ob Barock-Fackeln, Knicklichter, Geburtstagsfontänen, Wunderkerzen oder Bengalfeuer – was in die Kategorie 1 fällt und ab 12 Jahren abgegeben wird, ist bei Nico Europa fest im Sortiment. „Das macht uns unabhängiger vom Silvestergeschäft“, sagt Jens Hibbeler. Unterwegs ist Nico Europe ganzjährig bei Massenfesten wie Rheinkirmes, Japan-Tag in Düsseldorf oder der Potsdamer Feuerwerkssinfonie. „Zwischen 30 bis 40 Großfeuerwerke brennen wir in unserer Regie im Jahr ab“, rechnet Schmitz zusammen.

Zum Jahreswechsel ist die gesamte Belegschaft im Großeinsatz. Drei Werktage vor Silvester dürfen die Artikel verkauft werden. Auf dem Nico-Gelände in Flügel wird ab heute (8 bis 18 Uhr) im Flachbau neben dem Pförtnerhäuschen, der Kantine, öffentlich ein Teil der Warenpalette, die größtenteils aus China stammt, angeboten. Erfahrungsgemäß herrscht riesiger Auftrieb. Kontrolliert von der Bezirksregierung, denn mehr als 70 Kilogramm Pulver sind in dem Raum nicht erlaubt. Unter den Profiartikeln, die Nico anbietet, sind zum Beispiel Hightech-Schweifraketen, die 60 Meter in den Himmel schießen und mit 20 Gramm Pulver – neun Gramm für Treiber und Aufstieg, elf Gramm für die Effekte – bestückt sind. | Standpunkt

Verkauf läuft ab 8 Uhr in Flügel 1

Kleinfeuerwerk, Pyrotechnik der Kategorie 2, darf an die Verbraucher (ab 18 Jahre) nur an den letzten drei verkaufsoffenen Tagen des Jahres abgegeben werden. Dieses Jahr beginnt der Verkauf am heutigen Donnerstag, 29. Dezember. Unter anderem in Flügel 1 (oberhalb von Halbach), wo die Firma Nico Europe, die aus Moog und Nico-Lünig hervorging, ihren weitläufigen Sitz hat, wird heute von 8 bis 18, am morgigen Freitag von 8 bis 18 und am Silvestertag von 9 bis 14 Uhr in der Kantine neben dem Pförtnerhäuschen verkauft.

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